Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Hof 29

(des Planes pro 1674)
(=Nr. 24 des G. Reineckeschen Verzeichnisses de 1674;
= Haus-Nummer 51 im J. 1908)

Vorbemerkung.
Der jetzige Hof mit der Nr. 51 ist sehr breit u. der dazu gehörige Garten ist sehr groß.
Außerdem ist jetzt noch eine Lücke, die unbebaut ist, zwischen diesem Hof und dem Hof mit der jetzigen Nummer 52.
Darum ist anzunehmen, daß zwischen diesen beiden Höfen einst ein Kossathen-Gehöft
gelegen hat, das vielleicht schon vor dem 30j. Krieg eingegangen ist. Denn so große Höfe,
wie der jetzige Hof mit Nr. 51 ist, hatte man in ältester Zeit hier in Gr. Mühlingen nicht.

KV. 1614
(1a) Vincentz Knoche aus dem Hof 4 b stammend ~ ... tot 1603. Er borgt 1604 60 fl. u.
vergleicht sich wegen der Gerade u. des Hausrathes seiner Frau mit seinen Schwägern am 27. Juni 1603; ~ ... tot 1614. Sie hinterläßt 2 unmündige Kinder, darunter 1 Tochter, welcher die Gerade ihrer † Mutter mit 10 Thaler zu gute gerechnet wird am Mittwoch nach dem 18. October 1614.
Der Wwr. Vincentz Knoche † 1616 ~ 1614 Wwe. Anna geb. Hamel, nachgelassene Wittwe
des Matth. Meyer in Biere. Ehestiftung am 30. Septbr. 1614: „Es ist dem Ventz Knoche als
Bräutigam auf sein bescheidenes, freundliches und ehrliches Werben u. Ansuchen die
obbenannte Frau Anna Hamel als Braut von ihrem verordneten Vormunde ehelich
versprochen und zugesagt worden. Inmaßen denn auch solch Ehegelübde förderlichst durch den öffentlichen Kirchgang, des Priesters Copulation und eheliches Beilager christlicher Ordnung u. Gebrauch nach, mit Gottes Hilfe soll vollzogen werden. Jedes der beiden Kinder Knoches erhält“ (falls V. Knoche eher als seine Frau stirbt) „100 Thaler an Gelde und 1⁄4 Land und zur einstigen Ehe 2 groß Faß Zerbster oder Magdeburger Bier, 2 Säcke voll Roggen“ (zur Austeilung von Brot an Ortsbewohner am Polterabend) „2 Scheffel Weizen“ (zum Hochzeitskuchen), 2 Schweine für 8 Thaler zur Hochzeit, (= fette Schweine), 1 Rind (zur Hochzeit) für 8 Thaler; 1 Kuh u. 5 Schafe, 3 Betten, ein Hauptpfuhl, 2 Kissen, und 1 Paar Laken. – Zum Ehrenkleid“ (Hochzeitskleidung) „giebt der Bräutigam seiner lieben Braut einen englischen Mantel. – Die Hochzeit wird gemeinschaftlich ausgerichtet“ (=die Kosten bestreitet zu Hälfte V. Knoche u. zur Hälfte seine Braut). – Die Braut bringt 1 Erbhufe mit, 100 Thaler, etliches Vieh und Hausgeräth.“ Der Pastor H. Reinecke u. der Schulmeister Conr. Jacobi waren beide Freiwerber gewesen. Ventz Knoche starb bald nach dieser Verheirathung. Denn am 6. Februar 1616 legte seine Wittwe ihrem Stiefsohn Valentin Knoche das Hergewett, incl. 1 Pferd mit Zaum u. Sattel 25 taxirt. „Die unmündigen Kinder anderer Ehe“ (=2. Ehe?) „erhalten Vormünder.“

(1b) Wwe. Knoche, geb. Hamel † 1622, ~ ca. 1617 Joachim Weschke (=Wereke) † 1624;
seine Frau Anna geb. Hamel stirbt 1622 u. „er legt seiner Stieftochter“ (aus der Ehe V.
Knoche ~ A. geb. Hamel) „die Gerade, welche die Vormünder in Verwahrung nahmen am 18. März 1622.“
cf. sub. 12 b. Begiftigt konnte Weschke bei der Heirath nicht mit Hof 29 werden, weil Ventz
Knoche Kinder hinterlassen hatte.
1⁄4 Hufe erbeigenen Acker „bei Joachim Weschkens Hof (=Hof 12 a)“ kaufte Heinrich Knoche auf Hof 21, ein Bruder des † Ventz Knoche u. bezahlte sie an Magdalene Nagel in Eickendorf u. deren Brüder (Hans, Kuno, Simon, Bertram) (cf. Hof 24).
„ Des Joachim Weschke. Hergewett (Herpferd aus Hof 12 a) wird im August 1624 gelegt und geerbt von Hans Weschke in Üllnitz“ (incl. 1 Pferd, 1 Spieß). – Sein Gut wird inventirt im August 1624: (= Hof 12a): „5 Kühe, 2 Kälber, 14 Schafe, 2 Pferde (excl. Herpferd), 2 Füllen, 1 Zentner Speck;“
Hof 12a ist ein Schöppen barfreies Gut gewesen, sonst wären mehr Pferde nötig gewesen.
Auch 1618 hatte Hof 12 a nur 3 Pferde gehabt (cf. sub Hof 12b) excl. 1 Herpferd.
Es wird eine „Oberkammer“ erwähnt (das Haus war also übersetzt). „1 grüner Schrank; ein alter Schrank im Hause“ (=Hausflur); „1 alter Schrank in der Stubenkammer“ (=Kammer neben der Wohnstube); „1 Senfmühle; 1 Wiege; 1 Kinderstuhl; 1 Kucheneisen“ (zu Waffelkuchen) „1 Reibeisen, 1 hölzerner Leuchter, 1 Fleischgibbel“ (=Gabel);
„ Taubenboden. In der Stube 1 gemalter Tisch, 1 schlechter Schloßtisch“ (=mit
verschließbarem Kasten), „1 Sindelbank“ (an der Wand beim großen Tisch), „2 andere
Bänke, 1 guter Schemel, 1 großer Stuhl, 1 Ofenschling, 1 Kupferne Blase“ (im Ofen, Wasser anzuwärmen); „8 zinnerne Schüsseln (große u. kleine), Kanne, Krug.“ „116 Mg. Acker sind bestellt“ (bzw. abgeerntet). Weschke blieb nach seiner Verheiratung mit Wwe. Knoche geb. Hamel auf seinem eigenen Hof 12 a wohnen, u. bewirtschaftete von hier aus zugleich die Äcker des Hofes 29, welche 1654 96 Morgen incl. 1 Hufe v. der Pfarre ausmachten. Er hatte das Gut 12 a, welches früher Schröder besaß, wahrscheinlich 1616 nach dem Tode seiner vorherigen Besitzer gekauft.
Zu den 116 Morgen die bestellt bzw. abgeerntet waren, sind die Äcker des Hofes 12 a excl. Brachland, das ca. 1/3 des Ackerbesitzes ausmachte. 1618 hatte Hof 12 a nur 87 Mg. besäten Acker gehabt.
Joachim Weschke hatte ein Testament gemacht, „daß Peter Steinhoff wegen seiner treuen
Dienste sein Halbspännergut (Hof 12 a)“ „(Weschkes)“ auf 3 Jahre solle einthun“
(bewirthschaften) „Michaelis 1624-1627.“ Steinhoff war Hofmeister des J. Weschke auf Hof 29 gewesen, nachdem Weschke Wwe. Knoche geheirathet hatte u. Steinhoff war auf Hof 29 gezogen. „ Als dann soll dies Gut verkauft werden.“ Den Hof 12a hat 1627 Berndt Schmidt gekauft. (cf. sub Hof 12a S. 85). „Im August 1624 wurde“ (wegen Hof 29) „ein Kaufvertrag zwischen Ciliax Leitzkau u. Gorges Templer, (Vormünder der Kinder des † Ventz Knoche?) beide in Brumby“(einerseits) „und Joachim Weschke sel. Erben und dem Peter Steinhoff (2), des Joachim Weschke „gewesenen Hofmeisters“? hier (irrtümlich ist Weschke statt des Pet. Steinhoff als Hofmeister bezeichnet. Denn Weschke war Hofbesitzer von Hof 12 a.) in Gross Mühlingen als Miterben“ (anderseits) „aufgerichtet: Peter Steinhoff (2) soll u. a. den Kindern des † Ventz Knoche jedes Jahr 1 Schwein und 1 Lamm aufziehen; den Kindern 12 Scheffel Korn geben“ (=Jahrespacht für 1⁄2 Hufe); „1 Wispel dem Magister“ (=Pacht für 1 Hufe Pfarracker an den Pastor H. Reinecke; 1624 hatte Hof 29 1 Hufe Pfarracker in Pacht. Später außerdem noch 14 Morgen (seit 1636?), die bei den abgebrannten Höfen 39 u. 40 gewesen waren (vermutlich). Diese 14 Morgen kamen 1654 an die Pfarre, bis sie den Höfen 39 u. 40 wieder überlassen wurden als sie wieder aufgebaut waren. Bei diesen verblieben sie dann lange Zeit.) „12 Scheffel dem Conrad Lemmer in Calbe; 12 Scheffel Ventzes Knoches Erben in Barby; je 6 Scheffel Heinrich Knoche“ (Hof 21) „und dem Richter“ (=Schmied Lüdecke in Sa. 3 Wispel Korn. Diese Abgabe entspricht der Nutzung von ca. 3 Hufen Acker. – Steinhoff hatte nicht Geld, um den Hof 29 damit zu bezahlen; deshalb verkaufte man ihm gen. Hof gegen jährliche Getreidelieferung ect). – „Zu verzinsen hat P. Steinhoff 43 Thaler dem Ciliax Leitzkau“ (=Schwager v. Knoches in Brumby), „30 Thaler dem jungen Karpe“ (=Kroppe,
Krappe auf Hof 20b) „und dem Jonas Mieritsch in Barby“ (des V. Knoche Schwager?).
Kinder des Ventz Knoche: † 1616 ~ ...; tot 1603; ~ 1604 tot 1614; ~ 1614 Wwe. Anna geb. Hamel; † 1622, ~ (1616) Joachim Weschke † 1824.
I. Ventz Knoche ~ ... tot 1603,
1. Valentin Knoche; erhält 1616 das Hergewett des Vaters Ventz Knoche.
Keine Tochter.
II. Wwr. Ventz Knoche ~ 1604 tot 1614 (= „andere Ehe“)
2. ein Sohn
3. eine Tochter; erhält 1614 die Gerade ihrer Mutter, zu 10 Thaler taxirt.
III. Wwr Ventz Knoche † 1616 ~ 1614 Wwe. Anna Meyer geb. Hamel aus Biere
4. Tochter der Anna Meier geb. Hamel (aus ihrer Ehe mit Meyer?) erbt 1622 u. erhält die
Gerade ihrer Mutter.
IV. Joachim Weschke † 1624, ~ 1616 Wwe. Knoche geb. Hamel † 1622,
Aus dieser Ehe ist ein Kind nicht erwähnt.

(2) Peter Steinhoff, Hofmeister vor 1624 auf Hof 29 für Joachim Weschke bzw. dessen Frau, als Besitzerin von Hof 29 wird durch Weschkes Testament im August 1624 berechtigt „das Halbspännergut = Hof 12a Michaelis 1624-1627 zu bewirtschaften“; den Hof 29 kaufte
Steinhoff 1624 (cf. sub. (1)).
1629 ist Peter Steinhoff hier ansässig; er kauft 12 Schffl. Hafer von der Kirche, die 1633 noch nicht voll bezahlt sind. – 1626 wurde er verklagt wegen Pfandgelder vom Pfandmann. Im Salbuch 1654 ist Acker „von Peter Steinhoffs Hof“ genannt. Er besaß also seit 1624 den Hof Nr. 29 zu eigen.

(3) 1654 erhielt von Steinhoffs Hof Hans Schmidt 47 Morgen, der Magister 14 Morgen
(Pfarr-Pachtacker, Ao 1624 gehörte zu Hof 29 1 Hufe Pfarracker; um 1880 1 Hufe abgelöst
betr. die halbe Hufe (bzw. 14 Morgen), die 1654 an die Pfarrer zurückkamen, siehe S. 247); in Ackendorfer Flur hatte Steinhoffs Hof 8 Morgen.
Hans Schmidt (vgl. über ihn sub. Hof 12a) besaß 1654 lt. Salbuch bei Hof 29 in Sa. 96 Mg.
Vielleicht waren nicht bloß 47 Mg., sondern dieser sein ganzer Ackerbesitz vormals zu Hof
29 gehörig gewesen als „Dienstacker“, ohne daß solches bei jedem einzelnen Stück in der
späteren Abschrift des Salbuches vermerkt ist. Denn der Hof 29 ist in der Folgezeit ein
spanndienstpflichtiges Halbspännergut geblieben.
Das Freigut Hof 12a hatte Hans Schmidt vor dem Mai 1654 bereits an das Amt verkauft. Das vormals Weschkesche Gut hatte er am 12. Januar 1654 ans Amt verkauft (=12a). Vielleicht wurde Hans Schmidt für das ans Amt verkaufte Gut 12a mit dem Gute 29 bezahlt, das im 30j. Krieg besitzlos geworden war, oder für welches sich nach demselben Erben nicht fanden. (cf. Acten des Zerbster Archivs btr. Hof 24b de 12. Januar 1654). – Die im Mai 1654 dem Hans Schmidt zugewiesenen Äcker können also nicht Äcker von Hof 12a gewesen sein, sondern sind die Dienstäcker von Hof 29 gewesen.
Im Januar 1654 war der noch junge Hans Schmidt aus Mühlingen bereits verzogen u. wohnte in Schönebeck. Das Halbspännergut 29 verkaufte er. Hans Schmidt, ein Wittwer in Biere, heirathete 1664 eine hiesige Kossathentochter (cf. sub. Hof 31). Vermutlich ist er identisch mit dem 1654 erwähnten Hans Schmidt.

(4) 1674 gehörte Hof 29 der Frau Kanzler Lange in Barby. Das Gehöft selbst lag wüst
(=unbewohnt, verfallen). Die Frau Kanzler Lange bekam jährlich 31⁄2 Wispel halb Roggen,
halb Weizen als Pacht, welches die Pachtleute nach Barby bringen mußten. (Diese Pacht
entsprach den damaligen Pachtpreisen überhaupt: wie schon vor dem 30j. Kriege, so betrug auch nach demselben die Pacht für 1 Hufe (=30 Morgen) 1 Wispel Korn). Pächter werden dazumal hiesige Bauern gewesen sein. Brauchten sie zur Bewirtschaftung dieser Äcker besondere Pferde, so mußten sie mit diesen auch die Spanndienste auf dem Amte leisten, so daß also das Amt nicht benachteiligt war. Aber der Pastor samt dem Schulmeister klagten 1674, daß sie kein Neujahr (Brot u. Wurst) für den Hof 29 bekämen; die ganze Zeit über, welche der Pastor hier im Amte war (=seit Ostern 1660) hatte er kein Neujahr von diesem Hofe erhalten. (cf. Bericht des G. Reinecke de 1674,6).
Bei Hof 29 waren 1654 ff. 96 Morgen. (incl. 1 Hufe Pfarracker u. 3 Mg. hillger Land) (cf.
Ackerbesitz 1807: 109 Mg.+ 3 Mg. hillger Land + 16 Mg. Freiacker).

(5) Ackermann Hans Ernst Bone ~ Magdalene Sophie Müller, von auswärts zugezogen,
erwähnt T. R. 1697; 1699, 11. Er löst 1701 die 4 zum Hof gehörigen Weiber-Kirchensitze. Ob er aus Pömmelte stammte? Im Jahre 1708 steht Johann Ernst Bone „ein Mann von Calbe“ hier Gevatter (T. R. 1708, 9).
Kinder :
1. eine Stieftochter des J. E. Bone: Dorothee, Elisabeth, Pathe 1701, 2.
2. Catharine Marie Bone * 1697.
3. Johann Christoph Jacob * 1699.

K V. 1710.
(6) Peter Hamel aus Biere † 1750, ~ 1708 Catharine Reinhardt * 1686, † 1738,
Ackermannstochter aus Hof 12a „Ackermann“ genannt. 2ter Schöppe (T. R. 1734, 4).
Kinder:
1. Christian * 1710; † 1712.
2. Peter * 1713; († ?)
3. Marcus David * 1719; † 1719.

K V 1752.
(7) Ackermann Andreas Hamel * 1712, † 1756 , 42 J. alt, ~ 1747 Catharine Margarethe
Barby, Ackermannstochter aus Tornitz. Er ist der Sohn des Ackermanns Jacob Hamel in
Biere. – Seine Wittwe † 1797, 73 J. alt heirathete 1759 den Johann Christoph Heinrich
Meusel KV. 1764, † 1816, 78 J. alt, Schenkwirtssohn aus Tornitz; „Halbspänner“ genannt.
Kinder:
I. Ehe Hamel ~ 1747 Barby
1. Jacob Peter * 1749; † 1774.
2. Anna Catharine * 1751; ~ 1790 (8)
3. Marie Margarethe * 1754; † 1757.
II. Ehe Meusel ~ 1759 Wwe. Hamel:
4. Johann Christoph * 1760; Halbspänner in Diebzig; ~ 1794 Cath. Juliane Lücke,
Halbspännertochter aus Hof 30 siehe S. 101.
5. Marie Catherine Sophie * 1764; † 1790 ledig.

K V. 1793.
(8) Halbspänner Johann Friedrich Exter * in Dornburg 1749, † 1816 , 67 J. alt. ~ 1790 Anna Catharine Hamel * 1751; † 1827; 75 1⁄2 J. alt. Er war des hiesigen Pastors Exter Sohn. Er war 1802 „angehender Schöppe“ (Sintenis, Accid. Buch 1802, 24), da der Schöppe Sievert auf Hof 25 1802-1806 den alten Richter Pietscher auf Hof 24 zu vertreten hatte, 1806 wurde er Schöppe; 1813 wurde Grube an seiner Stelle Schöppe, nachdem Exter abgedankt hatte.
J. F. Exter baute den Stall an der Westseite des Hofes lt. Inschrift: „J. F. E. 1805“.
Kinder:
1. Catherine Elisabeth * 1791, † 1793.
Zum Hofe gehörten 1807: 19 Mg. Freiacker,(=3 Mg hillger Land +16 Mg. Freiacker) und 109 Mg. Dienstacker, Sa. 128 Mg (cf. Gemeindeacten).

(9) Der Vollspänner und Richter Jacob Haberhauff † 1840, auf Hof 12 erwarb den Hof 29 mit seinem Acker bald nach Exters Tod, weshalb er 1822 noch einmal Kirchvater werden mußte. (Vgl. sub Hof 12.)

(10) Joh. Gottlieb August Haberhauf, der Sohn des sub (9) Genannten, wurde Erbe des Hofes 12 und des Hofes 29 (cf. über ihn sub Hof 12). Vor der Separation (um 1845) gehörten zu Hof 29 104 1⁄2 Mg. (Flurmorgen) in Gr. Mühlinger Flur incl. 3 Mg. hillger Land in Barsdorfer Marke. = 116 Mg 147 Quadratruthen nach der Vermessung zwecks der Separation.

(11) Halbspänner Krause, Johann Heinrich Friedrich * 1817, † 1878 Ackermannssohn aus
Jersleben, ~ Oct. 1853 Marie Catherine Dorothee Wahrburg * 1828, † 4. Oct. 1919 in
Ritscherheim, Häuslertochter aus Samswegen kaufte den Hof 29 mit den damals noch
dazugehörigen 79 Mg. 47 Quadratruthen im Jahre 1852 (Separ.- Recaß 56, Nr. 17).incl. 1
Hufe Erb-Pfarracker. Er baute 1855 das jetzige Wohnhaus lt. Inschrift: „Fürchte Gott, tue recht, scheue Niemand“ 1855 J. H .F. Krause M. C. D. Krause“.
Kinder :
1. Marie Friedericke * 1851 in Samswegen; legitimirt 1854; † 1855.
2. Friedrich Samuel * 1853; Ökonom in Steglitz in der Altmark † 1919.
3. Gottlieb, Gottfried Carl * 1855 ~ 1882 Heinemann, Kossathentochter aus dem Gehöft 187 (Nr. 1908). Ökonom in Lulkau hinter Thorn in Westpreußen. Erhielt 21 Morgen aus der
väterlichen Wirtschaft u. wohnte zunächst in Kleinmühlingen.
4. Samuel Wilhelm * 1857; Windmühlenbesitzer; ~ 1883? Ida Horrmann * 1863 aus
Welsleben. Er besaß die Windmühle (=Nr. 263 de 1908) nächst dem Dorf (östlich
desselben) u. das Haus mit der jetzigen Nummer 86. Er kaufte ein Gut durch die
Ansiedlungscommission und zog 1902 nach Ritscherheim Kr. Wongrowitz (in Posen).
5. August Andreas Christoph * 1858; Ökonom übernahm die Wirtschaft käuflich;
später besaß er ein Restgut in Lulkau, u. kaufte sich nachmals in Lindenthal an.
1889 ~ Heinemann, Kossathentochter von hier aus dem Hause 187, (jetzige Nr.);
Ökonom in Lindenthal b/Rewalde in Westpreußen; 1921 wohnhaft in Dahme b. Spittelndorf.
6. ungetaufte Tochter * 1861; † 1861.
7. Friedrich Simon Eduard * 1863; † 1863.
8. Dorothee Anna * 1868; † 1872.
Die sub. 3, 4 u. 5 genannten Söhne erwarben Rentengüter durch die
Ansiedlungscommission der Ostmarken, wie auch der sub. 4 genannte.
Abgelöst wurde die Abgabe von jährlich 12 Schffl. Roggen und 12 Schffl. Weizen an
die Pfarre für 1 Hufe Pfarracker, welche seit alters an Hof 29 vererbpachtet war, um das
Jahr 1880. (cf. Ablösungsacten der Pfarre 1878, Bl. 63 u. 1880 ff.) (cf. Bericht des
Pastors G. Reinecke de 1674 u. 1692 über die verpachteten 3 Hufen Pfarracker).
Auf dem Gehöft 29 hat Wwe. Krause geb. Wahrburg ihren Wittwensitz. Der Acker des
Gutes ist verpachtet; es gehören dazu noch 22 Mg. (1908).
Die Wirtschaftsgebäude stehen zum Teil unbenutzt, zum Teil sind sie verpachtet. – Der
große Hausgarten mit seinen schönen Obstbäumen gehört noch zum Gehöft.
Im Oktober 1913 kaufte Ökonom Andreas Becker (siehe Hof 26, S. 230) das Gehöft Nr.
29 mit den zugehörigen 22 Morgen Acker; wie man sagt, für 44000 Mk. Die
hochbetagte Wwe. Krause zog nach Ritscherheim zu ihrem Sohn Wilhelm.

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