Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Hof 24

(des Planes pro 1674)
=Nr. 33 des Reineckeschen Verzeichnisses de November 1674.
=Hausnummer 4 im Jahr 1908.

Das Wohnhaus des Hofes 24 stand in alter Zeit als Giebelhaus von dessen Westseite von Nord nach Süd; die Straße zwischen der Schenke und dem Hof 24 war einst schmaler als jetzt. Der Eingang zum alten Giebelhause lag an dessen Ostseite. Der Hof hatte einst seine Einfahrt an der Nordseite. Vergrößert konnte der Hof 24 nach Osten hin werden, weil der Hof 24 d um 1700 einging u. seine Gebäude verfielen. Alte Hausfundamente sind einige Meter westlich vom Giebel des jetzigen Hauses unter dem Straßenpflaster gefunden worden (Gewährsmann: Wilhelm Braune in Hof 24). Das Wohnhaus von Hof 24 sieht man auf dem Bilde von Gr. Mühlingen in Beckmanns Chronik. Die Küche war nach der Straße hin vergrößert.

Das Wohnhaus stand um 1600 an der Westseite des Hofes. Die Einfahrt war an der Nordseite des Hofes. Der alte zum Gehöft 24 gehörige Brunnen ist gelegentlich baulicher
Veränderungen zugefüllt (Gewährsmann: der jetzige Besitzer des Hofes 24) Der Hof 24 hatte sehr viel Acker in Kl. Ackendorfer Mark (42 1⁄2 Mg.); er war vielleicht von einem Deutschen Bauern gegründet, der vor 1370 im Slawendorf Kl. Ackendorf gewohnt hatte. (Vgl. Materialien S. 8 unter Ackendorf)

(1) Peter Bertram lebt 1601?; tot 1605 ~ 1545 Margarethe Brösel, (* 4.1. 1515; † 11. Decbr. 1586) Tochter des Hans Brösel in Eickendorf. Er war Richter. „An der Nordmauer der Kirche hing bis zum Jahre 1795 ein sauber gemaltes, geschnitztes und vergüldetes großes Egitaphium aus Holz mit folgender Inschrift: „Den 11. Decbr. 1586 starb des ehrbaren u. weisen Peter Bertram sein Weib Margarethe geb. Brösel, Tochter des Hans Brösel in Eickendorf nach 41 jähriger Ehe“ (Sintenis Chr. I, 52).
„Auf diesem Epitaphium waren 8 Söhne und 5 Töchter abgemalt in betender Stellung“.
(Ebenda, S.52). „6 Söhne u. 3 Töchter waren zur Zeit des Todes des Peter Bertram noch am Leben.“ (Ebenda). Sintenis hat die Jahreszahl 1556; vermutlich lautete sie nicht 1556 sondern 1586. – Daß des Richters Peter Bertram Ehefrau eine geborene Brösel war, ist durch das Schöppenbuch sicher bezeugt.
Kinder :
1. Peter ~ 1601 Jgfr. Susanne Nagel aus Kl. Mühlingen (2)
2. Kuno ~ 1595 Wwe. Gnese Bock auf Hof 4a, geb. Nagel aus Hof 18.
Verzog 1599 nach Gattersleben. Er erhielt zur Aussteuer von seinem Vater 100 Thaler,
Bett- und Tischzeug, 1 Handquele; der Vater will ihm die halbe Hochzeit
ausrichten.
3. Mag. Nicolaus Bertram lebt 1595 aus Gr. Mühlingen gebürtig; zuerst Richter in Barby;
dann Prediger in Kl. Mühlingen; starb 7. April 1619 als Pastor in Eisleben 56 Jahre alt.
Unter seinen Leichenpredigten ist eine auf Jost Grafen von Barby-Mühlingen, gedruckt
Magdeburg 1610. (cf. Anhalt. Schriftsteller- Lexicon von A. G. Schmidt, Bernburg 1830)
1625 war Johann Landgraf der Pfarre von Kl. Mühlingen (Taufregister in Pömmelte) (in
den hiesigen K Rechnungen Magister Nicolaus genannt); Pfarrer in Kl. Mühlingen (bis
1612) ein Sohn des Peter Bertram sub (1)
4. Hans Bertram; lebt 1595, in Brumby 1595 1609-1611 in Groß Rosenburg, 1611-1619 in
Eisleben
5. Simon (cf. Schöppenbuch 16. Oct. 1622).
6. Moritz. Ein Nachkomme des Peter Bertram ~ Marg. Brösel teilte gelegentlich seiner
Stammbaumforschungen mit, daß nicht bloß Mar. Nicolaus B. Pfarrer in Kl. Mühlingen,
sondern auch Mag. Mauritius (Moritz) B. Pfarrer in Eggersdorf Sohn des Peter B. ~ M.
Brösel gewesen sei. Letzterer ist im Schöppenbuch 1617 u. 1670 erwähnt. Eggersdorfer
Pfarrstelle hatte
7. 8, 9 die übrigen Kinder sind unbekannt (wahrscheinlich Tochter ~ Andr. Schönjahn,
Richter in Glöthe; u. Tochter ~ Simon Lattorf in Atzendorf) ferner Magdalene ~ Nagel in
Eickendorf (cf. Schöppenbuch 16. Oct. 1622) Peter Bertram (sen.) war Richter; an seiner Statt wurde sein Sohn u. Nachwirth Peter Bertram (jun.) (2) Anfang Mai 1603 infolge ordentlicher Wahl zum Richter erkoren u. auf Befehl des Grafen dazu durch den Hauptmann von Milovitz und den Amtmann Winterstein cunfirmirt, wobei ihm ein Friede gewirkt wurde bei 30 Rheinische Gulden Strafe (für den, welcher seinen Frieden verletzte = ihm wegen seiner Thätigkeit im Richteramte angriffe, oder schädigte.) „Peter Bertram sen. verkaufte an seinen Sohn Peter Bertram sein Haus mit Hof „zwischen Albrecht von Heinichen“ (Hof 24 b des Planes pro 1674) „und der Schenke gelegen“ (= Haus 33 gn. Planes) „um 400 Thaler am 6. Juli 1601, aus hochwichtigen Ursachen (=Altersschwäche). Besäet waren mit Winterkorn 68 1⁄2 Mg., mit Sommerkorn 65 Morgen. mit dem Brachacker zusammen hatte P. Bertram Sa. ca. 180 Morgen (cf. Salbuch 1654); – 3
Pferde a 30 Thaler u. 3 Pferde a 25, 30, u. 12 Thaler (lahm), , u. 2 Füllen a 18 Thaler. – 7
Kühe a 6 Thaler; 1 dreijährig Rind 3 Thaler. – 1 Sau mit 4 Ferkeln 4 Thaler; 2 dreijährige
Schweine 4 Thaler; 6 einjährige Schweine 7 1⁄2 Thaler; – 1 Schock Hühner a 2 Gr., 4 alte und 10 junge Gänse a 4 gr. – 3 Wagen, 2 Pflüge mit 5 Pflugeisen, 2 Sattel etc. – 6 Speckseiten. Der alte Bertram behielt sich 1 Hufe Acker vor auf Lebenszeit (zu seiner Nutznießung als Altsitzer).
Peter Bertram sen. hatte sein Gut „ wegen hohen Alters und Leibesschwachheit seinem Sohne Peter (2) kaufweise überlassen. (er mochte an 80 Jahre alt sein, denn 1545 hatte er sich verheiratet). Es lag „an Junker Paul Dobrauen Hof“ (=Hof 24 d) und gegenüber dem Kruge (=33). Peter Bertram (2) jun. erhält den Hof mit 4 Hufen (=Dienstacker?, excl. 1 Hufe f. d. Altsitzer P. B.) und 1⁄4 Hufe Pachtacker (= Pfarrlehen?) (= ca. 1 Hufe Acker (=Wandelacker) war vermutlich für die Geschwister als Erbe bestimmt). Ferner soll P. Bertram jun. (2) ein kleines Gärtlein bei Jacob Nagels Busch nutzen (auf Hof 3 oder 18).(es ist unbekannt, wo dieses Gärtlein lag.) Ferner hat P. Bertram „ein kleines Gärtlein“ (=Kohlgarten von der Kirche) „neben der Wiseke“ (= Kohlgarten) „das Haus Bertram“ (auf Hof 23). [Jener Kohlgarten des P. Bertam kam 1623 an die Pfarre].
Sintenis Chr. I, S. 52. 110. teilt mit, daß an der Südmauer der Kirche (=auswärts) ein
Leichenstein mit der Inschrift „Peter Bertram gewesener Richter allhier“ gestanden habe.
Darunter seien viele betende Kinder in Stein ausgehauen gewesen. Das Sterbedatum = 16
Febr. 1618 welches Sintenis auf diesem Steine gelesen hat, stimmt nicht für Peter Bertram (1) sen. Denn dieser war 1605 bereits tot (Schöppenbuch), sondern für Peter Bertram, jun., welcher starb am Gallentage (Schöppenbuch) = 16. October 1618; Wahrscheinlich wars der Grabstein für Peter Bertram † 1618 jun.(2) welcher kleinere Kinder hinterließ. Dieser Stein wurde bei der Reparatur der Kirche 1795 entfernt u. 1796 an der Thür der Schulhausmauer vermauert (Sintenis, Chr. I, S. 52).

(2a) Peter Bertram jun., ein Sohn des P. Bertram sub (1) ~ 1601 Jgfr. Susanne Nagel (Tochter des Vollspänners Hans Nagel tot 1601 in Kl. Mühlingen ~ Agathe wiederverehelichte Georg Hamel in Kl. Mühlingen. Sein Vater hatte ihm am 6. Juli 1601 das Gut übergeben, welches der Sohn kaufweise angenommen hatte (cf. sub (1)).
Die Ehestiftung fand am 6. Juli 1601 statt. Im Mai 1603 wurde er Richter an seines Vater
statt. Er kauft 1605 1⁄2 Hufe Acker von Frau Andreas Müller in Salze für 120 Thaler; ferner
kauft er von der Wittwe des Georg Krüseler in Kl. Mühlingen deren Kossathenhof (mit 1
Hufe); ferner 1⁄4 Hufe von Andr. Burkhardt (Hof 9) für 100 Thaler. Er starb am 16. October 1618 „nachdem er 15 Jahre 19 Wochen Richter gewesen;“ der Leichenstein, der auswärts an der südlichen Kirchmauer stand (östlich vom Treppenaufgang zum Gräflichen Gestühl) u. von Sintenis Chr. I, S. 52 beschrieben ist (cf. sub (1) ), ist diesem P. Bertram jun. zu Ehren gesetzt worden.

KV. 1624.
(2b) Seine Wittwe Susanne geb. Nagel heirathete 1620 den Junggesell Hans Lüdecke; ca
*1597; † 1663; Sohn des hiesigen Schmiedemeisters (cf. sub Hof 37) Hans Lüdecke † 1637? ~ Margarethe Aschenborn † 1640 (cf. sub Hof 37 des Planes pro 1674). Die Ehestiftung geschah am 12. Mai 1620: „Der Bräutigam hat 100 Thaler Mitgift, die auf des Andreas Knoche Gut“ (=Hof 4 b) „stehen, von seinem Vater. Seine Mutter giebt ihm mit: 1 Kuh, 10 Schafe, 1 Bett, 1 Hauptpfuhl, 1 Kissen, 1 Paar Bettlaken, 1 Tischlaken, 1 Handquele. Sein Vater will die halbe Hochzeit ausrichten.“ – Die Braut begiftigt ihren künftigen Ehemann mit ihrem Kossathenhof in Kl. Mühlingen samt 1 Hufe; ferner mit dem hiesigen Ackerhof auf 12 Jahre. =falls sie vor ihm sterben sollte, soll er den Hof noch 12 Jahre bewirtschaften. Die (Schulden=) Tagezeiten 1099 Thaler soll er tilgen“ (=? Erbansprüche der Geschwister ihres verstorbenen 1. Mannes); „ Den Kindern soll er den Unterhalt geben. Jedem Kinde wird 1⁄4 Hufe eigener Acker (=Wandelacker) ausgemacht, ohne Pacht, so lange die Mutter lebt; erst nach dem Tode der Mutter erhält jedes Kind 1⁄4 Hufe Acker aus Hof 24. Zur Hochzeit (=zur Ausstattung jedem Kinde 100 Thaler und 1⁄2 Köste“ (= die Hälfte der Kosten der Hochzeit) „u. was dazu“ (= zur Hochzeit) „gehört“. Die Töchter sollen dann erhalten je 3 Betten u. Bettzeug, 2 Kühe, 15 Schafe. Der älteste Sohn Johann Bertram erhält zur etwaigen Fortsetzung seines Studiums 100 Thaler peu a peu. „Betreff des von Andreas Burkhardt (Hof 9) erkauften 1⁄4 Hufe sind noch 100 Thaler zu bezahlen; dieselben sollen dem Bräutigam gegen (=bei der einstigen) Abtretung des Gutes wieder erstattet werden. Diese 1⁄4 Hufe ist im Salbuch 1654 „als“ Eigentum des Johann Lüdecke eingetragen“. Am 16. Juni 1620 (etwa 4 Wochen nach der Ehestiftung) wurde des † Peter Bertram Hergewett gelegt (incl. 1 Pferd, 1 Degen, 1 Paar blaue Strümpfe (2 Gr.); – 4 Thaler für 1 Paar neue bomsindene Hosen; und Wams und 1 ...; (1 Panzer, 1 Hellebarde, 1 Carabiner sind unten erwähnt.) Inventur: „4 Pferde (incl. 1 Pferd zum Hergewett) zum Obergeschirr und 4 Pferde zum Untergeschirr gehörig. Acker: 3 1⁄2 Morgen Wickfutter in der Brache, 1 Mg. Kohl, 2 Scheffel Lein (Aussaat). 178 Morgen sind beim Hof und 1 Hufe Pacht = im Kl. Mühlinger Kessel. –9 melkende Kühe, 3 zweijährige Kühe, 3 einjährige Färsen, 3 Kälber; 21 melkende Schafe, 10 Lämmer, 9 Jährlinge; 1 Sau mit 9 Ferkel, 7 zweijährige Schweine, 11 einjährige Schweine; 9 alte Gänse; 27 junge Gänse; 9 alte Enten, 30 junge Enten; 1 Schock Hühner, 1⁄2 Schock junge Hühner. – 20 Betten, 9 Hauptpfuhle, 12 Kissen, 16 Paar Bettlaken; 16 Paar Tischlaken, 4 Paar henden Laken, 6 Paar gute Handquelen, 4 Paar tägliche Handquelen. – 11 Speckseiten Sa. 3 1⁄2
Zentner, 4 Schweinsköpfe, 60 Knackwürste, 10 Spieße Rindfleisch, 7 Kurkmagen, 30
Rothwürste, 1 Hösichen Butter von 6 Stübichen „(= Inhalt des Gefäßes)“, 1 Topf Schmalz, 5 Schock Eier, 3 Schock Lichte, 5 Schock Käse. – 3 Bettspunden, 3 Kasten, 1 Lade, 2 Tische in der Unterstube, 1 neuer Tisch in der Oberstube, 1 großer Schrank. – 32 gr. zinnerne Schüsseln, 1 zinnener Napf, 6 zinnenere Conwentchen (Bier-Becher), 3 zinnerne Kannen (je 1⁄2 Stübichen fassend), 8 zinnerne Maßkannen, 12 zinnerne Teller, 2 zinnerne Leuchter, 6 zinnerne Löffel. – 2 eherne Töpfe, 2 Kessel, 4 Fischkessel, 1 großer und 4 kleine Dreifüße, 1 Kessel in der Badestube, (eine Badestube ist sonst nur noch bei der Pfarre erwähnt) 1 neue eiserne Pfanne, 1 Ruste“ (= Rost?), „1 Ofengabel. – 8 Mulden, 15 hölzerne Teller, 1 Käsebank, 45 Käsenäpfe, 1 Käsekorb, 21 Milchtubben; 10 Löffeln (kleine u. große), 6 Eimer mit Eisenbändern, 3 Backtröge, 1 Spaten, 1 Fleischgabel, 1 Mehlkiste, 4 Tobbeln, 1 Leiter mit 36 Spahlen, 1 dito mit 20 Spahlen, 2 kurze Lettern a 10 Spahlen, 1 Stegbank, 1 Bornkette zum Wickelbrunnen mit 2 Eimern, 1 „quade“ (schlechtes) Butterfaß, 2 hölzerne Kannen (je 1⁄2 Stübichen fassend), 2 Maßkannen, 1 Schottfaß“ (=Schoßfaß für das Zinsgetreide), „1 Waschfaß, 4 Zinnen, 1 großes Kohlfaß“ (zum Sauerkohl), „3 Zubber, 1 Butterhösichen“ (=Buttergefäß) „1 Tranktrog; 1 Sprach das geschlachtete Schwein wurde drauf gelegt, 1 Schlachttisch, 1 großer Stuhl“ (=Lehnstuhl) „1 kleiner Stuhl, 2 Tragkörbe, 4 Braken“ (zum Flachsbrechen) „3 Schwingelböcke“ (zum Flachs-Schwingeln) „3 Hächeln“ (zum Hächeln des Flachses, um die beim Schwingeln noch sitzengebliebenen Rindenteile des Flachses zu entfernen. Der Flachs wurde durch eiserne Zinken gezogen, die in großer Zahl auf einen Holz befestigt waren.), „1 Gaspel“ (Garn aufzuwickeln) „1 Garnblock „(das Garn daran aufzuhängen) „1 Kuchenkorb“ (=für Küchlein?) „1 Schüttharke“ (Schütte =Stoppeln des Feldes zu harken), „1 Handfaß =Schrank“ (Schrank für die täglich gebrauchten Trinkgefäße etc.) „1 Wickfuttersense; 1 Panzer, 1 Hellebarde, 1 Carabiner mit einer Pulverflasche; 1 Bibel in folio, Dr. Luthers Postille in folio, 2 gemalte Hebe-Schüsseln, 4 Krause“ (=Kreuze, Crucifixe); „1 Hundekette, 1 Doppelraufe“ (für Schafe), „1 einfache Raufe, 1 Rolle, die Wäsche zu glätten, 1 Hackeklotz, 1 Drahtsieb, 1 quader“ (=Schlechter) „halber Scheffel“ (Gemäß), „4 Hohlschippen, 11 Balken = Vorrat an Bauholz, in der Scheundohle, Krippen und Schweinetröge, 6 Säcke voll Mehl, 21 Säcke, 2 Scheffel Weizenmehl, 4 Schock Seile“ (=die Garben in nächster Ernte zu binden).
Man ersieht besonders aus diesem Inventar-Verzeichnis de 16. Juni 1620, wie eine so große Wirtschaft eingerichtet war, u. welches Hausgeräth, wie viel Speisevorräthe, wie viel Vieh u. Wirtschaftsgeräte vorhanden waren. Das Haus war übersetzt. In demselben war eine Badestube; auch in der Pfarre war um diese Zeit noch eine Badestube, die bald einging. Das Gehöft war dazumal viel schmaler als jetzt. Denn der Dobransche Hof (cf. sub 24 d) war noch nicht mit Hof 24 vereinigt. Die Thoreinfahrt hatte Hof 24 von Norden herum 1620. Hans Lüdicke auf Hof 24 wurde 1621 Schöppe und Ende Juni 1627 Richter an Stelle seines wegen hohen Alters aus dem Richteramt entlassenen Vaters (cf. sub Hof 37). Als Richter wird er in der KR. 1657 „Herr“ genannt. Er ist 1663 wohl tot, denn lt. Schöppenbuch wurde erst am 29. Juni 1663 ein neuer Richter bestellt. (Hans Lüdecke, R. in der K. Rechnung 1661 bedeutet: Hans Lüdecke Richter.) Dieser Hans Lüdecke hat, seitdem er Richter war, die Protocolle des hiesigen Amtes ausgezogen und in das sogn. Schöppenbuch eingetragen, welches im Zerbster Archiv aufbewahrt wird; Das geht daraus hervor, daß er in das Schöppenbuch schrieb: Wegen der beschwerlichen Kriegszeit zogen wir (1636) weg von Mühlingen u. daß er das Begräbnis seines in Calbe verstorbenen Vaters 1637 näher beschreibt, er schrieb eine schöne Handschrift und verstand etwas Latein (cf. sub Hof 37). Er ist während des größten Teils des 30j. Krieges hiesiger Richter gewesen u. noch lange nach demselben. Ao 1636 (vor Sexagesimae) hatte der Richter (= H. Lüdecke) allhier einen Reiter aus dem Lager vor Magdeburg, daß er „auch“ auf die Kirche Achtung geben müsse, damit derselben von Soldaten kein Schaden geschehen möchte. (KR. Sexag. 1635/6). 1637 hielten sich die Lüdickes in Calbe bei ihren Verwandten auf (cf. sub Hof 37). Wie lange die Frau des Hans Lüdecke geb. Nagel, verwittwet gewesene Bertram lebte, ist unbekannt. –
Nachdem sich sein Stiefsohn Moritz Bertram * 1611 selbständig machte (etwa um 1640) war er zuvor 1654 Besitzer des zum Hof 24 gehörigen Ackers = 193 1⁄2 Mg. und des Hofes 24, jedoch wurde zwischen seinem Stiefvater (bzw. seine Mutter) u. ihm das Abkommen getroffen, daß Hans Lüdicke auf Hof 24 bleibe und die Hälfte des zugehörigen Ackers nutze, während Moritz Bertram den Hof 10 bezog u. auf diesem die andere Hälfte des zum Hof 24 gehörigen Ackers bewirtschaftete. Es folgt dieses daraus, daß Moritz Bertram 1654 193 1⁄2 Mg. Acker lt. Salbuch besaß, während Hans Lüdicke nur 7 1⁄2 Morgen Acker (diese 7 1⁄2 Morgen sind bei Hof 24 geblieben, welcher 1806 in Sa. 202 Mg. Acker besaß)1654 besaß (vermutlich dieselbe 1⁄4 Hufe, die um 1617/18 zu Hof 24 von Hof 9 gekauft war, die aber erst Hans Lüdecke 1620 ff. bezahlte); ferner ist in den Acten de 8.Febr. 1654 des Zerbster Archivs zu Hof 24 d gelegentlich bemerkt, daß das Bertramsche Gut (= Acker zu Hof 24) „geteilt“ sei.
Ein geteiltes Gut wars auch noch 1674, in welchem Jahre wie auch in der Folgezeit Hof 24
und Hof 10 zwar demselben Hans Bertram gehörten, aber zwei getrennte Ackerwirtschaften waren. Um 1700 kam der ganze Acker wieder an Hof 24. Den Hof 10, welchen Moritz Bertram um 1640 bezog, scheint Hans Lüdecke von seinem Vater †1637? geerbt zu haben (cf. sub Hof 10).– Weitere Geschichte des Hofes 24 Nach dem Tode oder dem Wegzug des Hans Lüdecke im Jahre 1663 kam der Hof 24 mit dem dabei bewirtschafteten ca. 100 Morgen an Moritz Bertram (3). Dieser blieb auf Hof 10 wohnen, ebenso sein 1664 verheiratheter Sohn Hans (4) Bertram. Der Hof 24 mit 3 Hufen wurde 1664 verpachtet (cf. sub Hof 10), bzw. ein Hofmeister darauf gesetzt, wahrscheinlich der Halbspänner Johann Kühlmann.
Im Jahre 1674 war der Pächter bzw. Hofmeister des Hofes 24 mit 3 Hufen Acker der Halbspänner Johann Kuhlmann von Hof 30, welcher den Hof 24 damals bewohnte. (Siehe
ü ber ihm sub Hof 30) Ao 1677. 1678 ist Hans Zückner ~ 1677 Margarethe Reinhardt aus Hof 12 „Hofmeister“ auf diesem Hofe 24 dem Bertram = Hof 10 gehörigen Gut (T. R. 1678, 10; 1681, 9); dieser H. Zückner ist 1688 Hofmeister auf dem „Pachthof“ (=Hof 24 b).
Ao 1682 bricht die Pest in diesem Hofe Nr. 24 aus, als Matthias ... † 1682 (Pest) Hofmeister auf demselben war. Nach ihm ist Burchard Arend † 1682 (Pest) Hofmeister. Man sagte, daß ein Mäher des Hofes 24 die Pest eingeschleppt habe. (cf. meine allgemeine Geschichte des Dorfes sub Pest 1682). 1684 (T. R. 1684, 1) ist Caspar Pietscher (5) Hofmeister auf Hof 24; 1695 ist er „Pachtmann“ auf demselben; 1706 wird er „Ackermann“ genannt, ist also Eigentümer geworden mit dem ganzen Acker von Hof 10 u.24 (= 193 1⁄2 Mg. + 7 1⁄2 Mg. de 1654).
Kinder des Peter Bertram † 1618, ~ 1601 Susanne geb. Nagel ~ 1620 Hans Lüdecke:
I. Ehe Bertram † 1618 ~1601 Nagel: 1618 waren unmündige Söhne u. Töchter da. Bekannt ist über folgende Näheres:
1. Moritz * vor 1618 ~ Oktober 1611; † 7. November 1675, ~ ca 1640 Susanne … † 1682
(Pest); er bewohnte den Hof 10. Siehe über ihn sub Hof 10.
2. Johann * vor 1618; war 1620 ein Student; ob identisch mit dem Corporal Hans Bertram, der den am 16. Juli 1636 in Salze geborenen Sohn des Val. Nagel (cf. Hof 18) Gevatter steht? Vermutlich identisch mit Herrn Johann Bertram, Großkammerverwalter in Barby, dessen Ehefrau Agathe 1666 hier Gevatter steht (T. R. 1666, 7); erhielt seit 1620? 100 Thaler zum Studium,
3. Margarethe ist tot 6.1.1638 * ...; Jgfr. ihr Vormund war bis zu ihrer Eheschließung
Andreas Schönjahn in Klein Mühlingen. ~ 1627 Valentin Nagel auf Hof 18; sie erhielt
100 Thaler Mitgift, 2 Kühe, 10 Schafe, 5 einjährige Schafe, 3 Betten etc. (genau
entsprechend der Ehestiftung zwischen Wwe Bertram mit H. Lüdecke de 1620).
4. Hans *...; daß Eltern einen Sohn Johann u. einen zweiten Hans nannten erscheint nicht
ausgeschlossen. Vermutlich identisch mit Schuster Hans Bertram in Calbe, welcher 1668
hier Gevatter steht. (T. R. 1668, 9) Sein Sohn Moritz B. wurde 1676 in Calbe a/S. Bürger
(Bürgerliste 1676)
II. Ehe H. Lüdecke † 1663 ~ 1620 Wwe Bertram geb. Nagel Besitzer des Hofes war seit
seiner Mündigkeit Moritz Bertram, der 1654 als Eigentümer des ganzen zu Hof 24 gehörigen Ackers im Salbuch bezeichnet ist. 5. Jacob Lüdecke, Amtmann in Giebichenstein; ist hier Pathe bei Bertrams Kind 1674 (T. R. 1674, 10). Er ist wahrscheinlich ein Sohn des Hans Lüdecke auf Hof 24. Im Jahre 1701 schenkt „Herr Lüdecke“ zur hiesigen neuen Orgel 3 Scheffel Roggen u. 3 Scheffel Weizen cf. KR. (vermutlich wars die Pacht von 1⁄4 Hufe, die er von seinem Vater Hans L. geerbt hatte) denn von Giebichenstein her wird er nicht Getreide gesandt haben. Im Jahre 1702 schenkten „die Herren Lüdecke“ als von „auswärts“ bezeichnet, 18 Thaler zur neuen Orgel. Ob es Söhne des hiesigen Richters Hans Lüdecke waren, oder Enkel?
(3) Moritz Bertram † 1675, ~ ca 1640 Susanne ... † 1682. Er wohnte auf Hof 10; nach seines Stiefvaters Hans Lüdicke Tod oder Wegzug blieb er auf Hof 10 mit ca. 100 Mg. wohnen u. verpachtete er den Hof 24 mit ca. 100 Morgen.(Siehe über ihn sub Hof 10).

KV. 1666
(4) Hans Bertram ~ 1664 Agneta Heydecke. Er bewohnte den Hof 10 mit ca. 100 Mg. und
verpachtete (er bewirtschaftete nach einen Hofmeister den Hof 24. – 1674 war Kuhlmann aus Hof 30 Pächter bzw. Hofmeister auf Hof 24) den Hof 24 mit ca. 100 Mg.. Er wurde 1678 Richter. Nach dem August 1682 zog er als churfürstlicher Postmeister nach Calbe a/S; er scheint dort zugleich einen Kramladen gehabt zu haben. Den Hof 24 verpachtete er samt seinem ganzen Acker ca. 190 Mg. (von Hof 24 u. Hof 10) an Pietscher (5), welcher
schließlich den Hof 24 mit ca. 190 Mg. zu eigen erwarb. Das Gehöft 10 wurde ackerlos um
1696 verkauft.(cf. sub Hof 10). Er hat 1⁄4 Hufe Pfarrlehen 1692 (cf. Gutsübernahme sub (1)); dasselbe bleibt dauernd bei Hof 24.

KV. 1697
(5) Caspar Pietscher † 1721 (= Peitscher) ~ Anna Lüdecke † 1690 oder 1691 (Verwandte? des Richters Hans Lüdecke sub (2 b)?) ~ 1691 Wwe Marie Pichel †?, Köchin auf dem Schloß, Wittwe des Hans P., gewesenen Furiers beim Kurfürstl. Schöningschen Regiment. Er war 1684 Hofmeister auf Hof 24 (T. R. 1684, 1.7) desgl. 1688 (Tf. R. 10) 1695 ist er Pachtmann auf Hof 24; 1700 erwirbt er die Frauensitze zu Hof 24; 1706 wird er „Ackermann“ genannt (T. R. 1706, 15). Er hatte einen Bruder in Wispitz (T. R. 1698, 6).
Kinder:
1. Ehe:
1. Anna Margarethe * ...; ~ 1698 Peter Schütze von Atzendorf gebürtig, künftig in Frohse
wohnhaft 1700 ist peter Schütze ~ A. M. geb. Pietscher hiesiger Krugwirt, ein Bruder des
hiesigen Schenken Hans Schütze.
2. Anna Marie * ...; ~ 1715 J. Bernhard Rommelt, Ackersmannssohn in Gr. Ettlau
3. Magdalene Margarethe * 1684; –
4. Johann Caspar * 1685 ~ 1716 (6)
5. Johann Christian * 1686; Corporal bei Preuß Cavallerie (T. R. 1721, 4).
6. Johann Pietscher tot 1720, Kossath in Atzendorf; * ...; dessen Tochter Marie Sophie ~
1720 Kossath Flentje in Welsleben u. dessen Tochter Agnes Pietscher ~ 1740 hier Knecht
Johann Heinrich Kühne in Förderstedt, Sohn des † Arbeiters Andreas Kühne. Dieser
Johann Pietscher scheint ein Sohn des Caspar Pietscher auf Hof 24 gewesen zu sein.
7. Elisabeth Sophie * ...; ~ 1716 Bäcker Schulze, Kossatensohn a. Hof 5.
8. Anna Sophie *1689, –
9. Catherine * 1690; –
2. Ehe:
10. Catherine Margarethe * 1695.
11. Anna Marie * 1697.
12. Gertrud * 1698.
Eines dieser Kinder stirbt 1706.

K V. 1722
(6) Ackermann Johann Caspar Pietscher K * 1685; † 1731; ~ 1717 Anna Magdalene Felsch, Freisassentochter aus Barleben; ~ 1736 Preuß. Wachtmeister Joh. Cuerts Ackermannssohn aus Gr. Ammensleben ca. 200 Mg. Acker inkl. 4 Hufe Pfarrlehen.
Kinder :
I. Ehe Pietscher ~ Felsch:
1. Regine Sophie * 1718; † 1722.
2. Johann David * 1721; ~ 1744 (7)
3. Marie Magdalene * 1723; † 1733.
4. Dorothee Elisabeth * 1725; ~ 1743 Gastwirth Leute in Rogätz.
5. Anna Sophie * 1727; † 1733.
6. Anna Margarethe * 1730; ~ 1747 Ackermann Bethge in Gr. Ottersleben.
II. Ehe Cuerts ~ Wwe Pietscher (sei verzogen)
7. toter Sohn * 1739.

K V. 1751
(7) Ackermann Johann David Pietscher * 1721; † 1806; ~ 1744 Anna Catherine
Nagel *1726 † 1812, Freisassentochter aus Hof 1. – Er kaufte den Hof 24 für 1200 Thaler
1742 von seiner Mutter (Sintenis, Chr. I, 107) ca. 200 Mg. Acker. „Er war in der Jugend
verwahrlost und infolge dessen ausgewachsen; er war“ (von Figur) „kurz und dick; beim
Stadtmusikus in Calbe erlernte er die Musik. Als Dorfrichter“ (seit 5. Oct. 1760) „hat er im 7 jährigen Kriege (im 7 jährigen Kriege wurden dem Fürstentum Zerbst große Kriegscontributionen an Geld u. Materialien vom Preußenkönig Friedrich auferlegt. (cf. Acten zum 7 j. Krieg im Gemeindearchiv). (vgl. I, S. 130a ff.) viel ausgestanden. 4 Jahre ist er Richter emeritus gewesen“ (= 1802-1806) „Er wurde 1798 Einnehmer des Hausirgeldes und Kartenstempler. Er war, wie der hiesige Dorfrichter überhaupt, Ackerrichter von Gr. und Kl. Mühlingen; (cf. Sint. Acc. B. 1795, 29); als solcher nutzte er als Schöppengeld 1⁄2 Hufe Kl. Mühlinger Acker, wofür er 10 Thaler gab.“ (cf. über diesen Schöppenacker Separat.-Receß 511). „Nachdem er bei der Einweihung des Judentempels am Freitag Abend 8. August 1806 zugegen gewesen, rührte ihn der Schlag bald darauf. Seine Sprache war stark und nicht Dorfplatt.“ (Sintenis Acc. Buch 1806, 25; Chr. I, S.110, 115 f.) Er erwarb um 1796 das Freihaus auf Hof 24 a, in welchen 1778 eine jüdische Familie Simon Moses zur Miethe wohnte (Sintenis, Chr. I, S. 115). 25 Jahre (seit 1782) wohnte Richter Pietscher in diesem „Freihause“ als „ Altsitzer“ (Sintenis, Chr. I). Dieses Freihaus kaufte spätestens 1812 der jüdische Kaufmann Israel Fließ (=Israel Moses), der schon längere Zeit darin als Mieter gewohnt zu haben scheint.
Kinder des Johann David Pietscher * 1721, † 1806 ~ 1744 A. C. Nagel *1726, † 1812
1. Anna Dorothee * 1745; ~ 1763 Schmied Bauermeister, Hof 37.
2. Johann Gottlieb * 1747; † 1772.
3. Sophie Catherine * 1749; † 1749.
4. Susanne Margarethe * 1751; ~ 1770 Sattler Schütze
5. Anna Catherine * 1753; ~ 1779 Anspänner J. Chrph. Butz in Elmenau
6. Johann Daniel * 1757; ~ 1782 (8)
7. Johann August Friedrich * 1759; Lakai in Bernburg; ~ 1787 Wandel, Schustertochter aus Zerbst.
8. Johann Michael David * 1762; Müller (Sint. Acc. B. 1795 ,29) Gemeindeschenke; ~ 1795 Hamel, Vollspännertochter aus Unseburg; ein gelernter Müller.
9. (Anna) Catharine Elisabeth * 1765; ~ 1801 Ackermann Wwr. Andreas Levin Butzmann in Salze.
10. Johann Andreas * 1768; † 1770.
Johann David Pietscher wird im Kirchenbuch gelegentlich „Bauer“ genannt. Die Atzendorfer Chronik um 1750 teilt mit, daß so nur ein Ackermann genannt wurde, der „5 Hufen Land oder darüber“ besaß.

KV. 1783
(8) Vollspänner Johann Daniel Pietscher * 1757 † 1816 ~ 1782 Johanne Margarethe
Christiane Remann, † 1815, 54 1⁄2 J. alt, Ackersmanntochter aus Ottersleben.
Kinder:
1. Johanne Catherine * 1783; ~ 1804 Halbspänner Bertram, Hof 10.
2. Susanne Dorothee * 1786; gebiert unehelich 1808 den Dan. Ant. Wilh.; ~ 1810 Wwr.
Ackermann Wesche ist 1817 tot in Förderstedt; ~ Andreas Christian Braune (9)
3. Anna Magdalene Dorothee * 1788; † 1791.
4. Sophie Margarethe * 1790; ~ 1816 Preuß. Husar Strube, Ackersmannssohn in
Kroppenstedt.
5. Christiane Marie Catharine * 1793; gebiert 1816 uneheliches Kind, † 1816, sie stirbt
1818.
6. Johann Samuel Daniel * 1796; † 1797.
7. Friedrich Wilhelm Leopold * 1796; in Eggersdorf wohnhaft 1820; ~ 1820 Bock,
Kossathentochter in Eggersdorf; er stirbt 1824 als hiesiger Häusler u. Handelsmann;
er besaß den Gasthof zur Stadt Bernburg (jetzige Haus Nr. 126). Seine Wittwe
heiratete den Handelsmann Levi Krause 1826. Derselbe bewohnte u. bewirtschaftete den
genannten Gasthof, bei dem ein Kramladen war.
Zum Hofe 24 gehörten 1807: 202 Mg. Dienstacker.

K V. 1820
(9) Vollspänner Johann Andreas Christian Braune † 1827, 49 J. alt, (steht hier Gevatter 1817 (Tauf. Reg. 1817, 15 im August) (Sohn des Vollspänners u. Schöppen Joach. Peter Braune in Eggersdorf † hier 1819, 83 J. alt ~ Anna Catharine geb. Haberhauf hier † 1882, 81 J. alt) ~ Susanne Dorothee geb. Pietscher * 1786, † 1817, aus Hof 24. verwittwet gewesene Ackermann Wesche in Förderstedt ~ 1818 Wittwe Catherine Elisabeth Braune geb. Blanke * 1793 in Schwaneberg † 1857 (Wwe des Vollspänners Andreas Jacob Braune in Eggersdorf ist tot 1818, Bruder ihres 2. Mannes, des hiesigen J. Andreas Chr. Braune); ~ 1829 Vollspänner Jgs. Johann Samuel Diesing * 1793 † 1839, Vollspännersohn aus Biere.
Kinder:
I. Ehe Wesche in Förderstedt ~ geb. Pietscher † 1817 hier Susanne Dorothee (sie erbte das Gut in Förderstedt
1. Johanne Catharine Dorothee * 1. October 1811 in Förderstedt ~ 1832 Brauer u.
Ackergutsbesitzer Jährling in Barby.
II. Ehe Andreas Braune ~ Wittwe Wesche geb. Pietscher:
Kinder sind nicht bekannt.
III. Ehe Ca. El. Blanke ~ Jacob Braune in Eggersdorf (sind 2 Jahre verheiratet gewesen)
2. Peter Jacob * 1816 in Eggersdorf; † 1820 in Großmühlingen.
IV.Ehe Andreas Braune † 1827 ~ 1818 Wwe Susanne Elisabeth Braune geb. Blanke † 1857 aus Schwaneberg gebürtig
3. Johanne Catharine Elisabeth * 1818; ~ 1843 Ackermann Voigt in Borne.
4. Peter Christian Jacob * 1820; Ackermann u. Halbspänner in Eggersdorf; ~ 1845
Dorothee Elisabeth Schüssler, Vollspännerstochter aus Zens. Ein Sohn dieser Ehe ist
Ökonom Gustav Braune Hof 12.
5. Catherine Elisabeth * 1822; † 1826.
6. Andreas Christoph * 1824; ~ 1855 Catharine Schlüter, Halbspännertochter in Zens;
er wurde Halbspänner in Zens.
7. Johann Joachim Wilhelm * 1827; ~ 1858 (10)
V. Ehe Diesing † 1839 ~ 1829 Wwe Braune geb. Blanke † 1857
8. Catharine Dorothee * 1830; ~ 1858 Ökonom u. Gastwirth Richter in Felgeleben.
9. Dorothee Elisabeth * 1833; ~ 1858 Amtmann Neumann in Pöplitz b/ Raguhn.
J. Andreas Chr. Braune baute den Stall bei der jetzigen Toreinfahrt; an dessen Giebel steht A. B. J. Samuel Andr. Diesing baute das jetzige Wohnhaus lt Inschrift am Giebel S. D. 1838. Zur Vergrößerung des ursprünglich kleinen Gehöftes 24 ist das Terrain der ehemaligen östlich von ihr gelegenen Hofstätte (cf. sub 24 d) verwandt worden.
Gehöft 24 besaß 1846: 6 Hufen 20 1⁄2 Mg. Dienstacker u. 1 1⁄2 Mg. Dienstwiesen (= 265 Mg. 131 Quadratruten im Jahre 1857) excl. Gärten.

(10) Vollspänner Joachim Wilhelm Braune Gr. Mühlingen * 1827, † 1904 in Magdeburg,
begraben in Gr. Mühlingen. Er wurde 1863 zum Ortsschulzen gewählt u. bekleidete dieses
Amt bis 1866, wo er es niederlegte.~ 1858 Magdalene Margarethe Auguste Schöne; * 13.
April 1829 in Dodendorf † 5. April 1915 in Magdeburg, hier in Gr. Mühlingen begraben,
Rentierstochter aus Welsleben. Er kaufte das Gut von den Diesing (Stiefgeschwistern). Er zog auf seine alten Tage nach Magdeburg mit seiner Frau, wo er 1904 verstarb, er ist begraben in Gr. Mühlingen an der Westmauer (Erb-Begräbnis).
Kinder: 1)
1. Catharine Luise Hedwig * 1860; † 1861.
2. Mathilde Agnes Auguste * 1862; ~ 1884 Kaufmann Oskar Böhme in Magdeburg (jetzt
Besitzer des Hauses mit dem großen Cafe Peters (Pächter) auf dem breiten Wege
daselbst).
3. Wilhelm * 1866; ~ 1898 (11)
4. toter Sohn * 1866.

(11) Wilhelm Braune, Ökonom, * 1866 ca 265 Mg. Acker, ~ 1898 Helene Marie Elisab.
Storbeck * 22. Aug. 1874 in Bülstringen, eines Ökonomen Tochter. Er bewohnt das Gehöft
24; der zugehörige Acker ist bis auf einen kleinen Teil verpachtet. Besitzer ist, Frau
Kaufmann Agnes Böhme geb. Braune, und seine Mutter lebt noch in Magdeburg † 1914. Sein Schwiegervater Friedrich Storbeck ~ Kath. Marie Elisabeth geb. Hoppe ist seit Frühjahr 1905 Besitzer des einstigen 2. Schulhauses (= jetzige Haus-Nr. 20) an der Westseite des Pfarrgartens.
1900 wurde die Stätte des eingestürzten Hauses (jetzige Haus Nr. 40) zum Gehöft 24 hinzu gekauft; sie ist mit einer Mauer umgebaut und in einen Garten umgewandelt.
Zum Hof 24 gehört der Garten, der einst beim Torgauen Hof (=24 a) gehörte, u. der Garten des einstigen Hofes 24 d (cf. sub Hof 24 d). Ferner gehört zum Hof 24 das Haus mit der jetzigen Nr. 94 u. der dazu gehörige Garten, sowie der östlich und südlich daran liegende große Garten; ferner das Haus mit der jetzigen Haus- Nr. 82 in der Buschstraße.
Die Ehe Wilhelm Braune ~ 1898 Helene Storbeck ist kinderlos. Das kleine Haus Nr. 60 (jetzige Nr.), früher dem Arbeiter Wartmann gehörig, hat Wilh. Braune gekauft um 1909, ferner das Haus Nr. 61 (um 1912). Zum Hof 24 gehören 1919: 68,72 ha, die verpachtet sind; Wilh. Braune bewirtschaftet davon 2,25 ha u. 0,25 ha eigenen Acker.

 

Hof 24 a (Nr. des Planes pro 1674)

(Haus Nr. fehlt im Reineckeschen Verzeichnis de 1674, weil die Hofstätte damals unbewohnt war) (cf G. Reineckes Bericht de 1692). – Ein schmaler Teil der Hofstätte ist späterhin zur Verbreiterung des Hofes 23 verwandt; jetzt (1908) steht das Haus Nr. 39 auf einem Teil des ehemaligen Hofes 24 a.
Der Garten zu diesem Gehöft 24 a ist später (im 18. Jahrh.) an Hof 24 gekommen. Er liegt an der Ostseite des letztern.
Der urkundlich 1220 u. 1265 erwähnte „Ritter“ Johannes v. Mühlingen wohnte vermutlich auf Hof 24 a, wie auch der 1265 erwähnte gleichnamige Ritter (cf. Heine, Gesch., S. 141, 18).

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Hof 24 b

(einst v. Heinichensches Rittergut) südlich des Hofes 24 gelegen
Inhalt: Besitzer waren
1) Wwe von Opperheid? † 1604.
2) Albrecht von Heinichen † 1605/6 dessen Wittwe? 1606 ff ?
3) Adam Heinrich v. Ende (1619 ff) daß Haus verkauft 1647 u. abgebrochen.
4) der sogen. Pachthof eingerichtet 1679.
5) 1687 das Würdigsche Haus hier gebaut.
6) um 1690? ging der Pachthof ein.
7) Hofprediger Deutzer wohnt 1705/8 im früher Würdigschen Haus.
8) Wwe des Pastors Reinecke hat ihren Wwe-Sitz 1708/28.
9) Zückner etc; Besitzer bis 1900.

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Hof 24 c (= Nr. des Planes pro 1674)
(1674 wüste Hofstätte; = Hausnummer 45 im Jahre 1908).

(1) Andreas Burchart. Er ist im Januar 1611 „ein abgelebter u. kindischer Mann“.

(2) Vincenz Burchart, sen. „der Alte“, Sohn des vorigen; er ist in der KR. 1588. 1590 genannt. Vermutlich ist’s sein Bruder Andreas Burchart tot 1617, der sich 1597 in den Kossathenhof 9 hineinheirathet. – Dem lahmen Ventz Burchart wurde 1629 aus dem Hergewett das † Lorenz Buchholz die Kleider von dem Amte geschenkt, welchen gn. Hergewett zugefallen war. (Achim Burchart † 1603 auf Hof 36 ist vermutlich ebenfalls sein Bruder.)

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Hof 24 d
(östlich von Hof 24 gelegen)

Es ist das im Schöppenbuch 1604 genannte Dobransche Gut, „an welchem der Hof 24 lag“
der von mir mit 24 d bezeichnete Hof, während das dort als den Hof 24 benachbart
bezeichnete Gut Hehnchens auf der von mir 24 b genannten Hofstätte lag. (cf. Bemerkung sub Hof 24 b)
Besitzer:
1. Sydersleben 1529.
2. Semmel † 1572.
3. Berndt † 1597.
4. Dobrau 1600 ff.
5. v. Legat † 1629.
6. Auerswald. Rentzel
7. von Ende 1650.
8. angekauft vom Fürsten 1679.
In der Folgezeit kam die Hofstätte an Hof 24

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