Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Hof 23

(des Planes pro 1674)
(= Nr. 19 des G. Reineckschen Verzeichnisses de 1674; =jetzige Haus Nr. 38)

2) Thomas Bertram tot 1600; ~ er ist in der KR. 1588 erwähnt, zahlt 1597 den Kohlhofzins. Er war Schöppe. Sein Hergewett wurde im Mai 1598 gelegt (incl.ein Pferd).Er besaß 1598 den Ackerhof 23 u. den Kossathenhof 20a.
Kinder:
1) Hans Bertram † 1604 (3)
2) Frau Thomas Bedau in Atzendorf
3) Frau Richter Ludolf Heydecke in Zens
4) Frau Hans Bönning in Calbe )
5) Frau Dres Zabel (cf. Nachlaßregulierung de 25. Juni 1604 )
6) Frau Andreas Schnock
7) Claus Bertram (4), war der jüngste Sohn 1598 u. noch unmündig
8) Susanne; sie war 1598 u. 1600 noch unmündig

3) Hans Bertram tot 1604 ~ Tochter des Antonius Klinke in Kl. Mühlingen; er wurde Schöppe. 9. Januar 1600; zahlte den Kohlhofzins 1600-1603, die 1598 u. 1599 seine Mutter gezahlt hatte. Diese seine Mutter stirbt Anfang Januar 1600 u. Hans Bertram legt deren Gerade am 19. Februar 1600 zwei Schwestern; das Teil der Frau Bedau in Atzendorf wurde auf 3 Thaler für 3 Lämmerschafe, 2 Thaler für 2 Hammel, 1 Thaler 21Gr.für 3 Jährlinge (= 1 jährige Schafe) taxiert. Die Wwe. Bertram hatte zum Altensitz den Kossathenhof 20a gehabt, dieser Kossathenhof 20a wurde am 19. Februar 1600 (erbteilungshalber?) insputirt und unter die Erben verteilt (cf.sub 20a).

4) Claus Bertram, der „ jüngste Sohn“ des 1597 verstorbenen Thomas Bertram, wurde am 25. Juni 1604 Besitzer des Ackerhofes 23 und des Kossathenhofes 20a lt. Kaufvertrag zwischen des † Th. Bertrams Kindern und Schwiegersöhnen (die Wwe. des Thomas Bertram war tot). Der Ackerhof 23 wird in seiner Lage bezeichnet: „zwischen Burkart Torian“ (= Hof 24a des Planes pro 1674) „ und Elias Bauermeister“ (= Hof 22). Der Kossathenhof (= Hof 20a), den Claus Bertram gleichfalls erhielt, lag 1604 „zwischen Valentin Hatzkerode“ (= Hof 20b) „und Hans Hatzkerode“ (= Hof 21). Claus Bertram nahm beide Höfe Kaufpreise für 1223 Thaler 14Gr. gemäß Taxe an; er war 1604 noch ganz jung. (Vergl.über seine Geschwister u. Schwäger sub (2). Er zahlte den Kohlhofzins 1604-1608.
Die Taxation des Hofes 23 u. des Hofes 20a war Montag nach Johannis 1604 erfolgt wie folgt: Ackerhof 500 Thaler; Kossathenhof 200 Thaler; 109 1⁄2 Morgen, welche bereit waren für...; Pferde: 1 braune Wilde mit Füllen 25 Thaler; 1 schimmlichte Wilde 18 Thaler.; 1 schimmlichter bunter Hengst 26 Thaler, 1 bunter Hengst 12 Thaler; Wagen: 1 großer und 1 kleiner Wagen, 2 Pflüge, 7 Eggen, 2 Walzen, 2 Radhacken etc. - 5 Kühe, 4 jährige Schweine, ein geschlachtetes, Eier, Käse haben die Erben geteilt.

5) Ludulf Heydecke ~ ......geb. Bertram? Er ist am 25. Juni 1604 als Zeuge genannt bei der Erbteilung zwischen den Kindern und Schwiegtersöhnen des † Thomas Bertram u. war dazumal Richter in Zens. Er zahlte den Kohlhofzins für Hof 23 1609- 1620; ob Claus Bertram (cf. sub. (4)) im Jahre 1608 an der Pest gestorben war? Oder ob er sich nicht gewachsen gezeigt hatte zur Landwirtschaftung seiner Höfe 23 u. 20a, so daß sein Schwager L. Heydecke das Gut in Bewirtschaftung nahm, bis es 1621 dem Claus Bertram wieder übergeben wurde? (cf.sub (6)) Ludolf Heydecke wohnte auf Hof 23: Er wurde 1615 Schöppe an Stelle eines verstorbenen Schöppen aus Gr. Mühlingen. An seiner Stelle wurde 1621 ein Schöppe gewählt; er war wohl 1621 verstorben oder nach Zens zurückgegangen.

6) Claus Bertram (wahrscheinlich ein Sohn des sub. (4)? genannten cf. sub. (5) ); er zahlt als Pächter? den Kohlhofzins für Hof 23 im Jahre 1621- 1635; ~ Anna geb. Döbel tot 1629, deren Gerade Claus Bertram 1629 „ den Töchtern in 3 Teilen“ legt; dabei sind bloß die beiden auswärts verheirateten Susanne (~ Hans Schöne in Eickendorf) und Marie (~ Caspar Schlüter, Richter in Zens) genannt, für die Anteile die Gräfin 1/10 „Abzug“ (=Steuer) erhielt. Die 3te Tochter war innerhalb des Amtes Mühlingen verheiratet oder noch ledig.- 1636 (im Mai) stirbt seine Frau in Salze, wohin er mit vielen Großmühlingern 1636 geflohen war (Kirchenbuch Salze). Ein Claus Bertram ist 1653 als Zeuge genannt (ob ein Sohn?). 1632 war Claus Bertram Brauermeister.

K V. 1644
7) Joachim Heydecke ~ ......... Er zahlt den Kohlhofzins für Hof 23 1646- 1650, welchen 1651 ff sein Schwiegersohn Andreas Noah (8) zahlte. Joachim Heydecke war 1623 Richter in Zens. Nach dem 30 jährigen Kriege (bzw.nach dem Tode des Claus Bertram sub (6) ) besaß er Hof 23 und einen Hof in Zens; er wohnte aber 1646 in Großmühlingen, gab seinen hiesigen Hof 1650 seinem Schwiegersohn Noah (8) und bezog seinen Zenser Hof 1650. Er lebte noch 1664 als Richter in Zens, in welchem Jahre seine Tochter Jgfr.
Agnete den Jgf. Hans Bertram (Besitzer von Hof 10 und 24) heiratete.

K V. 1656; 1673
8) Andreas Noah ~ 1651? Emmel Heydecke † 1707; er ist 1651 erstmalig
erwähnt; er zinst 1651- 1688 für den Kohlhof; „der alte Andreas Noah“ ist Pathe 1691
( TR. 1691,13). Es wohnt bei ihm 1674 seine Schwester „eine alte Frau“. Andreas Noah ist
vermutlich ein Sohn des Thomas Noac (= Noah) in Kl.Mühlingen, dessen Wittwe 1628 im
Schöppenbuch erwähnt ist. - Valentin Noah ~ Agnes.... ist im T R. 1660,5 erwähnt. Andreas Noah besaß 1654 in Su.186 Morgen Acker, incl. 3⁄4 Hufe in Barsdorfer Marke.
Er wurde 1670 Schöppe „Herr“ genannt im Salbuch (= in der Abschrift) 1654 sub. X.
Kinder:
1) Joachim *.........; ~ 1681 (9)
2) Friedrich * ........; † 1682 als Knecht auf Hof 27. )
3) Volrath *.........; † 1682 als Enke bei Siefurt (cf. Hof 25) )fraglich

KV. 1683
9) Joachim Noah †1709 ~ 1681 Magdalene Fischer † 1730, Halbspännertochter
vom Hof 13a; er zinst 1689 ff. für den Kohlhof, besitzt also erst seit dieser Zeit den Hof 23. Als Gerichtsschöppe verwendet er sich 1683 für die der Hexerei beschuldigte alte Bäckerin(= Bäckersfrau cf. sub Haus 15) während ihrer Folterqualen, worauf diese frei gelassen wird.( Sintenis, Chr. I, S 134)
Kinder :
1) Andreas * 1684 ~ 1725 Catherine Elisabeth Schmidt; Pächterstochter aus Süldorf.
( Siehe über ihn und seine Nachkommen sub Hof 12).
2) Tobias * 1687; Brauer; ~ 1724 Wwe. Fischer von Hof 13a (siehe Hof 13a)
3) Catharine Magdalene * 1692;-
4) August Gottfried * 1996;-
Um 1722 ziehen Noahs auf den Hof 12 und nahmen dafür ihren Acker von Hof 23 und den
Kohlgarten von der Kirche .mit. Wahrscheinlich thaten sie`s nachdem sie Gehöft 12 zuvor
umgebaut hatten, und da derHof 12 einen besseren Wasserabfluß hat, als Hof 23. Das Gehöft 23 bezog um 1624 Hoff (10). Über die Noahsche Familie siehe sub.Hof 12.

KV. 1723 do 1725
10) Ackermann Johann Jacob Hoff * 1671, † 1738, ~ 1722 Anna Catherine Brösel,
Ackermannstochter aus Eickendorf; ~1739 * 1709 Christoph Peter Nagel, Freisassensohn von Hof 1. Über die Vorfahren u. Geschwister des J. Jacob Hoff siehe sub Hof 27. Daß er 1725 zum 2ten mal Kirchvater wurde, erklärt sich daraus, daß er den Hof 23 um 1724 erworben hatte; 1723 war er Kirchvater als Besitzer von Hof 27 geworden. Er zog den Acker von Hof 27 u. den Pfarrlehensgarten (= 34 Quadratruthen) an Hof 23, welcher hinfort ein Halbspännerhof war, während er bis dahin ein Vollspännerhof gewesen war.
Der Weiberstuhl No. 118 an der Nordmauer, welcher zum Hof 23 gehörte, kauft Frau Anna
Cath. Hoff geb.Brösel 1724, ein Zeichen, daß J.J.Hoff bereits 1724 den Hof 23 besaß.
Johann Jac. Hoff borgte 1725 von der Kirche 59 Thaler (KR.). Christoph Peter Nagel ~ 1739 Wwe. Hoff geb. Brösel verzog um 1755 nach Westerhüsen; er ist 1774 tot (T.R. 1774).
Kinder:
I. Hoff ~ Brösel
1) Johann David * 1723; ~ 1752 (11)
2) Anna Marie * 1724; ~ 1745 Kossath u. Schneider Börnicke auf Hof 5
3) Johann Andreas * 1726
4) Anna Susanne * 1727; ~ 1750 Ackersmann Schmidt in Trabitz
5) Joachim Christian * 1730; Bäcker; ~ 1766 Anna (Cath.) Elis. Michel,
Kossathentochter a. Glöthe;
Kinder:
a) J. Christian David * 1766;
b) Susanne Catherine * 1770;
c) Joh. Peter * 1771
d) Anna Marie * 1773
Er verzinst; ob identisch mit Kossath Joh. Christian Hoff in Biere (TR: 1778,10)?
6) Johann Baltarsar Hoff * 1733;-
II. Nagel ~ Wwe. 1739 Hoff
7) Marie Margarethe * 1742;-
8) Anna Dorothee * 1745; ~ 1774 Wwr. Peter Tobias Bertram
Im Jahre 1728 brannte die Scheune von Hof 23 ab; daß das Haus u. Stallung verschont wurde, kam vielleicht daher, daß diese Gebäude mit Ziegeln gedeckt waren. Über diese Feuerbrunst siehe sub. Hof 14.

KV. 1756
11) Johann David Hoff * 1723; † 1782, ~ 1752 Marie Sabine Thomas † 1794, Kossaten- u.
Schustertochter aus Kl. Mühlingen. Er war Schöppe 1761 - 1782. Eine steinerne Tafel über der inneren Hoftürpforte enthält die Inschrift: „Ich achte meinen Hasser gleich wie das Regenwasser, das von den Dächern fließt; Ob sie mich gleich thun meiden, so müssen sie doch leiden, daß du mein Gott mir gnädig seist.“ Er kaufte 1796 2 Mg Acker vom Schmiedemeister Stephan in Kl. Mühlingen für 112 Thaler. Der Kaufvertrag wurde mir gezeigt.
Kinder: :
1) ein Sohn * 1753; †1753
2) Marie Catherine * 1754; † 1754
3) Anna Marie * 1755; tot 1781; ~1777 Andreas Chrph. Reckleben, Ackermann in Brumby
4) Heinrich Gottfried * 1757; † 1757
5) Anna Euphrosyne * 1758; ~ 1781 Wwr. Andr. Chrph. Reckleben, Ackersmann in Brumby
6) ein Kind.*.....; † 1761
7) Anna Catherine * 1760; † 1774
8) Anna Dorothee Christine * 1763; ~ 1782 (12)
9) Johann Christian Gottlieb * 1765; † 1765
10) Susanne Marie * 1765; † 1765;

KV. 1784
12) Jgs. Samuel Jacob Meissner, * 1753 † 1811, 58 J. alt, Halbspännersohn aus Biere
~ 1782 Jgfr. Anna Dorothee Christiane Hoff; * 1763, † 1825, ~ 1811 Wittwer Joh. Chrph.
Siebert, † 1819, 76 J. alt, Hüfner u. Richter a. Hof 25; sie zog auf Hof 25, während ihr Sohn (13) Hof 23 erhielt; ~ 1811 Pflegetochter Sievers S. J. Meissner baute das Wohnhaus um, mit der Front längs der Straße, es hat eine steinerne Tafel mit der Inschrift: „Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut. S. J. Meissner A. Chr. Meissner.“ Eine steinerne Tafel über dem inneren Hoftor hat die Inschrift: „Der Herr segne und behüte unseren Ausgang und Eingang jetzt und immerdar. S:J. Meissner, A. Chr. Meissnerin 1787.“
Ein Bruder des Halbspänners Sam. Jac. Meissner war der Kossath und Windmüller Meister Levin Heinrich Meissner in Wespen (Sintenis, Doc.- Buch 1787,1); er hielt sich 1812 in Welsleben auf (Tauf Reg. 1812,26) Der Ackermann u. Halbspänner Chrph. Meissner in Biere ~ Catherine Elisabeth steht hier Gevatter (TR. 1790,10). Zum Hofe 23 gehörten 1807: 11 Morgen Freiacker u. 86 Mg. Dienstacker. 1790 steht Meister Andreas Jacob Meissner, gegenwärtiger Mühlbursch hier Gevatter. 1793 ~ mit einer Freisassentochter aus Hof 1. Er war in früherer Ehe geschieden (cf. Sintenis s. Doc. B. 1793,11). Ob er ein .Verwandter des hiesigen Hofbesitzers Sam. Jac. Meissner war?
Kinder des Sam. Jac. Meissner ~ 1782 Hoff:
1) Marie Dorothee * 1784; ~ 1805 Mühlenbesitzer Fr. Carl Knopf b. Gommern
2) Levin Andreas * 1787; ~ 1811 (13)
3) Johann Gottfried * 1788; † 1789
4) Andreas David * 1790; †1791
5) Marie Catherine * 1793; ~ 1810 Vollspänner Pet. Balth. Bethge in Eickendorf
Der 1825 verstorbenen Frau aus Eickendorf des Sam. Jac. Meissner Grabstein steht auf dem Gottesacker (unweit des Gerätehauses); die Inschrift des oberen Teiles ist verwittert, aber unten sind die Namen Gommern, Bethge, Eickendorf etc. deutlich lesbar.

KV. 1812
13) Levin Andreas Meissner, † 1847 ~ 1811 Marie Elisabeth Bungenstab † 1849 (…) 59 J. alt, Halbspännertochter aus Zens, Pflegetochter des Kossathen u. Richters Sievert † 1819 auf Hof 25, den seine verwittwete Mutter 1811 heiratete, † 1825. Nach dem Tode der Sieverts kam der Hof 25 an Hof 23 mit seinem ganzen Acker (= 1 Hufe).
Eine steinerne Tafel über dem äußeren Hoftor enthält die Inschrift:“Thue Recht, fürchte
Gott, scheue Niemand. L.A: Meissner M. E. Bungenstab 1827“.
Kinder:
1) Euphrosyne Dorothee Catharina * 1812; ~ 1835 Ackermann Schmidt in Felgeleben.
2) Peter Samuel Levi * 1815; Müller; ~ 1838 Wwe. Cath. Elis.Lücke geb. Fester, Tochter des Ackermanns u. Richters F. in Biesdorf; Wwe. des Wind-u.Wassermüllers J. Andr. Fr. Lücke in Osterweddingen copulirt.
3) Catherine Dorothee * 1816; † 1817
4) Andreas Jacob * 1817; ~ 1849 (14)
5) Christoph Friedrich * 1820; † 1821,
6) Friederike Dorothee Elisabeth * 1822; ~ 1842 Halbspänner Johann Friedrich Nagel in
Eggersdorf.
14) Andreas Jacob Meissner * 1817, † 1895, ~ 1849 Dorothee Elisabeth Hobohm * 1829, † 1899, Ackermannstochter aus Langenweddingen
Er besaß zu Beginn der Separation 89 1⁄2 Mg. Dienstländereien zu Hof 23;
30 3⁄4 Mg. dergl. zu Hof 25 22 1⁄2 Mg. Wandelacker. Seit 1852 durch Kauf von Jac. Reinecke Haus 143 (1908) 19 Mg. 42 Quadratruthen. Seit 1853 durch Kauf vom Kossathen Ebeling 5 Mg. 17 Quadratruthen (von Hof 5?). Seit 1853 von Fliess gekauft (Hof 18?) 20 Mg. 29 Quadratruthen. Im Jahre 1857 Sa. 216 Mg. 168 Quadratruthen. Um 1878 durch Kauf von Bönitz Hof 34: 1⁄4 Hufe nicht Kirchenacker ) desgl. Bönitzschen Acker excl. 4 Mg, die Knopf kaufte ) Sa. 12 Mg. (rot)
Kinder des Jacob Meissner ~ 1849:
1) Hermann Wilhelm Philipp * 1850; ~ Gutsbesitzer in Burggitter b/ Burg; ermordet im August
1910 als Rentier in Menz bei Magdeburg.
2) Friedrich Heinrich * 1854; ~ 1886 (15)
3) Theodore Elisabeth * 1855; ~ 1874 Fr.Phil.Levi Schmidt,Gutsbesitzer in Aderstedt; ~ Kaufmann
Fischer in Bernburg,
4) Ludwig Friedrich Theodor * 1857; ~ 1891 Emma Hermine Plümecke, Gutsbesitzertochter aus Langenweddingen.Er ist jetzt Landgerichtsrath in Halle a/S.
Andreas Jacob Meissner * 1817 † 1895 war 1850 „ Bürgermeister und Richter nach Einführung der neuen Ordnung, wodurch Mühlingen eine städtische Verfassung erhielt =“Ortsvorsteher, TR: 1853/5“; er wird auch“ Richter“ genannt (TR. 1854,33), da das alte vom Bauermeisteramt getrennte lebenslängliche Richteramt durch die neue Ordnung mit dem „Ortsvorsteheramt“ verbunden wurde. Die städtische Verfassung bestand hier nur kurze Zeit. S. Jacob Meissner war lange Zeit Kirchenältester.
Er baute auf dem Gehöft 25 östlich der Toreinfahrt ein Haus, das er als Auszügler bewohnte, dergl. seine Wittwe. 1855 nahm er die Wiederwahl zum Ortsführer nicht an; 1860 – 1863 Schulze. Dec. 1866 wurde er abermals Ortsschulze.

15) Friedrich Heinrich Meissner * 1854, † 1928 März, ~ 1886 Luise Freidank * 1866,
Gutsbesitzerstochter aus Werkleitz. Ihre Mutter starb hier im Hause ihres Schwiegersohnes 1899 ? Fr. H. Meissner kaufte von Hellmuth den Hof 21 mit 18 Mg. 92 Quadratruthen Acker; ferner kaufte er 1908 von den Vereinigten chemischen Fabriken zu Leopldshall ca. 90 Mg. Acker, wo die Grube Alexander Carl Kohlen abgebaut hat (am Wege nach Gnadau, in Kl. Mühlinger Flur). Am 1. Juli 1902 wurde F. H. Meissner Ortsvorsteher, was er bis 1. Juli 1910 blieb, wo er das Amt nieder legte, im Sommer 1902 wurde er zum Kirchenältesten gewählt. Am 4. Septemper 1902 Abends 7 1⁄2 Uhr schlug der Blitz in sein Gehöft u.zündete; es brannten die Viehställe an der Westseite und die Scheune an der Südseite des Hofes ab. Um die Scheune größer aufbauen zu können, erwarb F. H. Meissner das Nachbargehöft Nr. 22, indem er dessen Besitzer Krappe dafür das Gehöft 21 abtrat. Er baute 1910 den großen Kuhstall an der Ostseite des Gehöftes
u. füllte den Hof um etwa 1 Meter auf.
Kinder :
1) Louis Friedrich * 1887; Landwirth; er war 1jährig Freiwilliger bei den Garde Ulanen in Potsdam Oberleutnam der Res. beim Train; Großgrundbesitzer in Uckerstedt
2) Christian Jacob Friedrich * 1892; Landwirth; gefallen 1915, war Leutnam d. R. hier begraben.
Ackerbesitz 1919: 68,66 ha, in hiesiger Flur u. ca 22,5 ha (=90 Mg.) in Kl. Mühlinger Flur, der Ökonom F. Meißner, Ackerbesitz 1919: 10,69 ha, der Frau Meißner geb. Freidank gehörig. Sa. ca. 100 Hekt.

 

Die Ergänzungen der Familiengeschichte der einzelnen Besitzer nach dem Ende der Aufzeichnungen Friedrich Looses bis zur Gegenwart finden Sie im pdf-Dokument zum Hof. Auf dieser Seite oben.

 

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