Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Hof 19 a

(des Planes pro 1674)
(= Nr. 15 des G. Reineckeschen Verzeichnisses de 1674
=jetzigen Haus Nr. 34)

KV 1600.
(1) Andreas Meseberg tot 1612 (=Meyseberg) ~ Ursula geb. Lattorf, Schwester des Claus
Lattorf im Hof 17. Zwischen dem Garten des Andreas Meseberg (= zu Hof 19 a) und dem Garten zum Kossathenhof des Hans Bertram (= zu Hof 20 a) lag 1601 ein Garten, der anscheinend nicht mehr zu Hof 20 b gehörte (cf. Schöppenbuch). Die Wwe. Ursula Meseberg hat 1612-1614 7 eiserne Kirchenschafe. Der alten Wwe. Meseberg † 1623 Haus und Hof wird 1623 zu 110 Thaler taxirt; ihre Gerade erhielt ihre Tochter Anna verehelichte Clemen Wichmann (cf. sub Hof 19 b); jene scheint bis an ihren Tod 1623 Besitzerin von Hof 19 a geblieben zu sein, ihren Acker aber dem Schwiegersohn Cl. Wichmann zur Bewirtschaftung überlassen zu haben; derselbe besaß 1623-1626 den Hof 19 a außer seinem Hofe 19 b. Sein Nachwirth auf beiden Höfen war Andreas Meseberg (2) 1626 ff.
Kinder des Andr. Meseberg tot 1612 ~ Ursula geb. Lattorf † 1623:
1. Anna ~ 1612 Kossath Clemen Wichmann (2) auf Hof 19 b; sie erhielt zur Ausstattung 15
Thaler Mitgift, 4 Schafe, 2 Betten mit doppelten Büren (=Überzüge) und anderes Leinen
(cf. sub Hof 19 b (2))
2. Tochter ...; ~ Hans Fischer auf Hof 13 a.
3. Andreas (3)

(2) Clemen Wichmann bewirtschaftet 1612-1623 den Hof 19 a samt seinem Hof 19 b; er
schließt 1612 einen Vertrag mit Jacob Nagel auf Hof 18 wegen eines Ganges über die Gärten zu Hof 19 b u.19 a (cf. sub Hof 18 (3)). Siehe über ihn sub Hof 19 b der Wichmann
Stiefbrüder; Bruder Joachim Thiele ist bei Schließung des Vertrages gegenwärtig.

(3) Andreas Meseberg; er hat 1626 ff. den Hof 19 a und 19 b. Lt. Salbuch besitzt er 1654
14 1⁄2 Mg. Acker, als Kirchen-Pachtacker, die seitdem lange bei Hof 19 a blieben.
Er zinst dafür bis 1664. Der Hof 19 b scheint 1654 nicht ihm, sondern dem Hennig Schulze
(seinem Schwiegersohn?) gehört zu haben. Er war verheiratet mit ... † 1687 geb. Steffen
(T. R. 1671, 13 „die alte Mesebergsche“).

(4) Georg Meseberg, Kossath ~ Margarethe Trinck † 1687 (sie hat auf dem Schloß geammt); er selbst ist Jäger gewesen (auf dem Amt); ~ 1687 Marie (Anna Sophie) Neumeyer † 1741 aus Brumby. Er zinst 1665-1721 für 1⁄2 Hufe Kirchenacker, die bei dem Hofe bis ins 19te Jahrh. bleibt. Er war vermutlich ein Sohn des Andr. Meseberg sub (3).
Kinder:
I. Ehe
1. Hans * 1667, † 1682.
2. Christoph * 1669
Das 1. u. 2. Kind besuchen 1674 die Schule nicht
3. Joachim * 1671 (= Joach. Meseberg in Kl. Mühlingen, dessen Tochter 1718 heirathet?)
4. Heinrich * 1674; † 1682.
5. Magdalene * 1676.
6. Charlotte Rosine * 1678
7. Jost Gottlieb * 1681 (=? Just, 1702, 9 Gevatter)
8. Margarethe Magdalene * 1683; † 1683.
9. Johann Lorenz * 1687; † 1749; Arbeiter u. Hausschlächter; ~ 1721 Anna Martha Schulze,
Kossathentochter von Hof 5;~ 1730 Magdalene Sophie Christel † 1731 aus Walter
Nienburg;~ 1733 Marie Magdalene Meissner † 1768, Arbeitertochter aus Wispitz.
II. Ehe
10. Margarethe Sybille * 1688.
11. Anna * 1689.
12. Dorothee * 1691.
13. Andreas * 1692; † 1721; Jäger; ~ 1719 Ode, Sattlerstochter aus Alsleben.
14. Caspar * 1695.
15. Johann * 1698; Schütze; ~ 1720 Anna Reinhart „Kossatentochter“ vom Hof 12 b; 1728
Jäger in Athensleben (T. R. 1728, 6; 1734, 12)
16. Anna Magdalene * 1702; ~ 1721 (5)

KV. 1733.
(5) Kossath Caspar Michel, † 1752; Kossathensohn aus Glöthe, ~ 1721 Anna Magdalene
Meseberg * 1702 † 1772.
Kinder:
1. Anna Margarethe * 1723; 1726.
2. Johann Caspar * 1724.
3. Anna Catherine * 1726; ~ 1745 Georg Friedrich Fischer, Halbspännersohn aus Hof 13 a;
Gemeindebäcker; als Gastwirth gestorben 1771.
4. Sabine Margarethe * 1729; ~ 1748 Maurer u. Gastwirth Fr. David Schumann im jetzigen
Gasthof zum goldenen Löwen = jetzige Haus Nr. 124.
5. Johann Samuel * 1734; ~ 1759 (6)
6. Elisabeth Susanne * 1739; 1758 Tuchler Bandelmann, seines Tuchlers Sohn.

KV. 1762.
(6) Kossath Johann Samuel Michel * ...; † 1812; ~ 1759 Susanne Marie Magdalene Schultze * 1735; † 1803; Kossathentochter aus Hof 4 b. Er ist „Halbhufner“.
Kinder:
1. Marie Catherine * 1760; ~ 1782 Wisecke Schenkwirth in Patzetz, des dortigen Schenken Sohn.
2. Susanne Marie * 1762; ~ 1801 Kossath Wwr. Allenstein auf Hof 13 b.
3. Johann Samuel David * 1764; ~ 1806 (7)
4. Johann Peter Friedrich * 1767.
5. Johann Christian * 1775.
6. Marie Elisabeth * 1777; ~ 1807 Kossath Wwr. Bethge auf Hof 21.
Er schuldet zu der 1769 repartirten Döna-Wedellschen Kriegscontribution (I, 130c) zu
Weihnachten 1775 immer noch 6 Thaler nebst 6 Gr. 7.Pf. Zinsen an die Fürstl. Kammer.

KV. 1808.
(7) Kossath u. Maurer Johann Samuel David Michel * 1764; † 1841: ~ 1806 Sabine Marie
Catherine Schäfer geb. Freitag, † 1834; 61 Jahre alt, Wwe. des Häuslers u. Arbeiters (vormals Brauers) Johann Schäfer wohnhaft im Hause gegenüber Hof 2 resp.1 an der Ostseite des Gottesackers, das später dem Schuster Sand gehörte (Separ.-Receß. sub Schlieckmann = Hof 3); sie war eine Kossathentochter aus Biere.
Kinder
1. Catherine Marie Elisabeth * 1807; ~ 1837 Weber Daul in Förderstedt.
2. Johann Samuel * 1808; ~ 1835 (8)
3. Margarethe Elisabeth * 1810; ~ 1834 Schmied Lucke in Glöthe.

(8) Kossath Maurer Johann Samuel Michel * 1808; † 1882; ~ 1835 Catherine Elisabeth
Schmidt * 1811 † 1898, „Viertelsspännerstochter“ aus Biere. Zu seinem Hofe gehörten 1835 ff. 15 1⁄2 Morgen „Dienstacker“ u. 2 Weidenkabeln; ferner 4 Mg. Wendelacker. Er kaufte 1857 den Hof 1 mit den damals noch dazu gehörigen 20 Mg.170 Quadratruthen Acker (cf. Gemeinde-Acten) u. dem dazu gehörigen großen Hausgarten und zog auf Hof 1, indem er seinen Acker von Hof 19 a an denselben brachte. Siehe über ihn und seine 2 Kinder sub Hof 1.

(9) Maurer und Kossath Andreas Eduard Sens † 1898, eines hiesigen Schafmeisters Sohn;~ 1865 Johanne (Dorothee Marie) Elisabeth Dolle, Arbeitertochter aus Brumby. Er kaufte das ackerlose Gehöft 19 a. Er betrieb zuletzt Landwirthschaft auf wenigem eigenen ca. 6 Morgen Acker und auf Pachtacker. Er baute ein neues Wohnhaus.

(10) Eisenbahnarbeiter August Wernecke * 1867 ~ 1895 Marie geb. Sens * 1866 † 1929
(Tochter des Andreas Sens ~ J. geb. Dolle), geschieden Sattler Fricke in Kl. Mühlingen. Er
betreibt etwas Landwirthschaft. Er stammt aus Eggersdorf.

 

Hof 19 b (=Nr. des Planes pro 1674)
(=Nr. 14 des G. Reineckeschen Verzeichnisses de 1674.
der Hof ist eingegangen)

Vorbemerkung zu Hof 19 b u. 19 a: Diese beiden Höfe hatten bis 1611 verschiedene Besitzer. Seit 1611-1626 gehört Hof 19 b dem Cl .Wichmann (2), der bis 1623 zugleich den seiner Schwiegermutter Wwe. Meseberg gehörigen Hof 19 a bewirtschaftet u. 1623-1626 Hof 19 b u. 19 a besitzt. 1626 ff. besitzt Andr. Meseberg den Hof 19 b u. 19 a. Nach dem 30j. Krieg hat Hof 19 b u. 19 a je einen besonderen Besitzer.

(1) Andreas Thiele; er wohnt 19. Juni 1598 neben Hof 18 (Schöppenbuch); er zinst für 1⁄2 Hufe Kirchenacker 1585-1611.

(2) Clemen Wichmann tot 1629 ~ Novbr.1612 Jgfr. Anna Meseberg, Tochter des † Andreas Meseberg auf Hof 19 a; er zinst für 1⁄2 Hufe Kirchenacker 1612-1625; sein Hof liegt neben dem Nagelschen Hof 18 (Schöppenbuch). Bei seiner Ehestiftung 1612 wird bestimmt: Wenn er ohne Erben stirbt, soll seine Wwe. geb. Meseberg 6 Thaler an seine Verwandten geben u. Hofbesitzerin werden .Seine Braut erhält 15 Thaler Mitgift, 4 Schafe, 2 Betten mit doppelten Büren (=Überzüge) u. anderes Leinen. (Joachim Thiele u. Andreas Thiele, Müller in Steckby sind (Stiefbrüder) des Clemen Wichmann).
Cl. Wichmann bewirthschaftet zugleich Hof 19 a, dessen Eigentümer er 1623 wurde. Er
verkauft 1612 einen Gang durch den Garten zu Hof 19 b u.19 a an J. Nagel auf Hof 18 (cf.
Hof 18 (3). Er beschuldigte 1625 die Dorfgerichte der Ungerechtigkeit u. mußte solche
Anschuldigung vor dem Amtmann zurücknehmen.

(3) Andreas Meseberg wohnte 1626.1638 neben Hof 18 (Schöppenbuch), besaß also Hof 19 b u. vermutlich auch 19 a. Er zinste 1626 ff. für 1⁄2 Hufe Kirchenacker u. scheint ein Bruder der Frau Wichmann sub (2) zu sein; von ihm fordert 1629 der Sohn des † Clemen Wichmann das Hergewett. dieses. Er kaufte 1628 zum Martinischmaus, den die Kirche den Ackerzinsen gab. Nach dem 30j. Krieg hat Andreas Meseberg den Hof 19 a, während den Hof 19 b 1654 Henning Schulze (4) besessen zu haben scheint.

(4) Henning Schulze besitzt 1654 wahrscheinlich den Hof 19 b, ob er ein Nachkomme des
Hans Schulze ist, der 1607 den Andreas Thiele auf Hof 19 b wegen 2 Thaler verklagt hatte ? (Schöppenbuch). Er hatte 1654 7 1⁄2 Mg. Acker = Pachtpfarracker, der 1772 als Eigentum des Klemme auf Hof 14 bezeichnet ist (cf. sub Hof 14) über die Familie Schulze siehe übrigens sub Hof 13 b, 41. Henning Schulze ist Maurer gewesen (K R. 1658). Er starb 1659. Ob er ein Schwiegersohn des Andreas Meseberg auf Hof 19 a war, der vor dem 30j. Kriege außer Hof 19 a auch den Hof 19 b besessen hatte?

KV. 1668
(5) Hans Bauer (= Sack= Bauersack) „Der alte Hans Sack“ ist Pathe 1699 (T R. 1699, 17); er 169 Besitzer eines Pfarrlehenshauses (=Hof 14), das er damals außer seinem Hof 19 b besaß. Dasselbe war 1674 unbewohnt.
Kinder:
1. Catharina Susanna * ...; Pathe T R. 1674, 2
2. Anna * ...; ~ 1696 (6)
3. Hans * ...; † 1696, ~ 1686 ihm wird 1687 ein Sohn geboren (wohnhaft im Hof 14?)
4. Caspar* 1662
5. Christoph * 1663, Soldat 1701 (T R. 1687, 11)
6. Catherine * 1665; ~ 1686 Andr. Kühne, Tagelöhner, Kossathensohn aus Hof 8
7. Sohn * 1669; † 1669;

KV. 1712
(6) Kossath Georg Michel † 1731 aus Glöthe ~ 1696 Anna Bauer † 1728
Kinder:
1. Anna Dorothee * 1697
2. Agnes Elisabeth * 1698
3. Anna Margarethe * 1701
4. Margarethe * 1701
5. Margarethe Sophie *...; ~ 1730 Kossath Seb. Dankert auf Hof 14
Im Juli 1728 kam (vermutlich im Hof 19 b u. nicht im Hof 14) Feuer aus. Hof 19 b scheint
1728 nicht wieder aufgebaut, da seinem Besitzer auch der Hof 14 gehörte, an welchen er nun den Acker von Hof 19 b brachte. Siehe sub Hof 14.

(7) Hof 19 b wurde eine wüste Hofstätte, die im Lauf der Zeit samt dem zugehörigen Garten an Hof 18 bzw. Hof 19 a gekommen ist. Jedoch war um 1846 zwischen Hof 18 u. 19 a immer noch eine Gehöftlücke, welche seit dem zugebaut wurde.

 

Die Ergänzungen der Familiengeschichte der einzelnen Besitzer nach dem Ende der Aufzeichnungen Friedrich Looses bis zur Gegenwart finden Sie im pdf-Dokument zum Hof. Auf dieser Seite oben.

 

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