Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Hof 18

(= Nr. des Planes pro 1674)
Der östliche Teil des zugehörigen Gartens scheint ursprl. Pfarrlehen gewesen zu sein. (cf. G. Reineckes Bericht de 1692. Materialien S. 126).
(Nr. 13 des G. Reineckeschen Verzeichnisses de 1674; =jetzige Hausnummer 33)

Den Hof halte ich für die Siedlung eines Wünningsdorfer Bauern aus der Zeit um 1217. Der dazu gehörige Garten ist in seinem östlichen Teil m. E. der Pfarrlehensgarten, von dem 1692 der Pastor sagt, daß er „geleugent und unsichtbar geworden sei.“ (cf. Materialien S. 322; do S. 126). Wie denn der Garten bei Hof 16 um 1600 unbestrittenes Pfarrlehen war u. vor 1598 dem Besitzer des Hofes 18 gehört hatte. Der Kohlgarten der Pfarre reichte ursprünglich nach Westen ebenso weit, wie der Kohlgarten der Kirche. Beide waren schon lange vor 1600 als Lehen ausgewiesen. (Vgl. Vorbemerkung zu Hof 17)

KV. 1585
(1) Valentin Nagel „Junker“ (K R.), weil er den Junkerhof Nr. 1 besaß, scheint 1598 ff.
unbewohnt (verfallen) gewesen zu sein, † 1. Mai 1598. Er besaß zugleich den Hof 18, auf welchem er wohnte, u. den Kossathenhof 16. (Hof 1 mochte verfallen u. unbewohnbar sein) Zu Hof 16 gehörte ein Pfarrlehensgarten, (1 Mg. 29 Quadratruthen) der damals noch ungeteilt war.
Kinder: (cf.Schöppenbuch de 19. Juni 1598 betr. Erbteilung)
1. Hans Nagel (2), kauft 1598 als „Prinzipal“ (Erstgeborener) „und rechter Besitzer des
Gutes“ (soweit Val. Nagel Mannslehenacker besaß) „Haus und Hof“ (=Hof 18) „nebst
Garten“ (zu Hof 18) für 300 fl. („1 fl. =21 gute Groschen gewähret“). Er erhielt 1⁄2 Hufe
bei der Erbteilung. Der Lehensacker zu Hof 1 kam selbstverständlich an Hans Nagel als
der „Prinzipal“. Wie viel es war? Ob 35 1⁄2 Mg., die 1654 notiert sind im Salbuch? Der
zugehörige erbeigene (Wandacker =erbeigene Acker) wurde unter die Geschwister geteilt.
2. Jacob Nagel (3). Er hat zu seines Vaters Lebzeiten den Kossathenhof 16 erhalten nebst 3⁄4 Hufe von Hof 18 „pachtweise“, jedoch ohne den Pfarrlehensgarten bei Hof 16 = 1 Mg. 29 Quadratruthen groß; denselben sollen 1598 ff. seine 3 Schwestern besitzen; (= sub 3, 4, 5); verkaufen sie ihre Anteile, (Gnese Nagel (Bock ~ Bertram) u. Anna Nagel haben ihre Anteile später an Jacob Nagel verkauft, nicht aber die vereheliche Bock geb. Nagel), so hat Jacob Nagel das Vorkaufsrecht; 1⁄2 Hufe erbt er 1598; die 3⁄4 Hufe, die er von Hof 18 erhalten hatte vor 1598, sollen an Gnese Nagel u. Anna Nagel fallen, die diese 3⁄4 Hufe als Pachtacker bei Hof 16 lassen 1598 ff.
3. Gnese Nagel,~ 1590 Andreas Bock † 1594 auf Hof 4 a; ~ 1595 Jggs. Kuno Bertram tot
1638, des Richters P. Bertram (auf Hof 24) Sohn; ihr Mann war 1590 nur als „Pächter des
Hofes 4 a“ auf 9 Jahre von seinem Vater eingesetzt; Bertram ~ Gnese Bock geb. Nagel
bewirtschaften bis 1599 den Hof 4 a pachtweise u. ziehen dann nach Gattersleben. Sie
hatte 1590 von ihrem Vater 40 Thaler zur Mitgift (=Ausstattung) erhalten u. die Hälfte der
Hochzeitskosten; sie erbte 1598 1⁄2 Hufe (blieb als Pacht 1598 ff. bei Hof 18 (lt. Erbteilung
1598)); aus dem Hof 18 (diese 1⁄2 Hufe war 1638 als Pachtacker bei Hof 18).
4. eine Tochter ... ~ vor 19. Juni 1598 ~ Moritz Bock (cf. sub Hof 26); sie ist ebenso
ausgestattet wie ihre Schwester Gnese (sub 3) u. erbt 1598 gleich ihr 1⁄2 Hufe Acker.
5. Anna Nagel † 1627 ~ nach 19.6.1598 Hans Schmidt (Hof 12 b); ~ 1613 Martin
Hatzkerode tot 1627; sie war am 19. Juni 1598 noch ledig u. erbte vorweg 40 Thaler als
Mitgift u. Naturalien im Wert von 56 fl. 9 Gr. zum Verlöbnis u. zur Hochzeit; ferner erbte
sie 1⁄2 Hufe Acker von Hof 18, welche sie an Hof 12 b brachte. Sie verkaufte davon 1/3
Hufe an Pfarrer Reinecke 1619 für 100 fl.(K R:) „welcher bei Nägel Hof gelegen“. Sie
hatte 1613 ein Gebrechen.
Hof 18 ist im Schöppenbuch de 19. Juni 1598 genau nach seiner Lage neben Cl. Lattorf (Hof 17) bezeichnet.

(2) Hans Nagel, Sohn des Val. Nagel.(sub 1). Ihm war bei der Erbteilung 1598 zugefallen: 1⁄2 Hufe eigen, 3/4 Hufe als Pacht von s. Schwester Gnese u. Anna. Die ihm gleich seinen
Geschwistern bei der Erbteilung am 19. Juni 1598 zugefallene 1⁄2 Hufe scheint nach seinem baldigen Tode unter seinen Geschwistern geteilt zu sein: die 3 Mg., welche Hans Schmidt (cf. sub Hof 12 bzw. 29) 1654 im Barsdorfer Feld besaß, rühren vielleicht aus solcher Teilung her.

(3) Jacob Nagel † 1617, er übernahm den Hof 18 m. E. mit 1⁄2 Hufen (Erbteil de 1598 für
seine Person) u. ca. 3 Mg.(durch Erbteilung der 1⁄2 Hufe seines † Bruders Hans N.), und 3⁄4 Pachtacker, die bei Hof 18 belassen war 1598). Jedenfalls war sein Ackerbesitz klein. (cf. sub Hof 7); Bruder des Hans Nagel sub (2), als „junior“ von Jac. Nagel auf Hof 2 u.3
unterschieden, tritt an Stelle seines (1598 früh verstorbenen) Bruders in den Besitz von Hof 18, in dem er selbstverständlich die an seine Geschwister noch herauszuzahlenden Anteile an dem Kaufpreis (de 19. Jan. 1598) des Gehöftes 18 nebst Garten (= 300 Thaler) auf sich nahm.– Er war verheiratet in 1. Ehe mit ...† 1602; er legt 20. April 1602 seinem Töchterlein die Gerade: 14 Schafe, 10 Lämmer, 6 alte Gänse, 19 junge Gänse, 6 kleine Gänse, Betten, Kleidung, Pelz Sa. 65 fl. 7 Gr. Wert. I In 2. Ehe heirathete er eine Schwester von Claus Schlüter in Biere oder von dessen Frau u. legt die Gerade seiner Frau 14. Mai 1612.
In 3. Ehe heirathete er Susanne geb. Kühne, Tochter des Spanngutsbesitzers Andreas Kühne (cf. sub. Hof 28). Er kaufte das Halbspännergut Nr. 7 am 20. Apr. 1612. (cf. sub Hof 7) Er erkaufte von Clemen Wichmann, seinem Nachbar auf Hof 19 b u. 19 a, am 14. Mai 1612 das Recht, durch dessen Garten längs des Grabens gehen zu dürfen, „damit er desto eher mit den Seinen nötiger Geschäfte halber in das Gut kommen könnte“. Das begreift sich nur daraus, daß der Hof 28 seinem damals schon greisen u. verwittweten Schwiegervater Halbspänner Andreas Kühne gehörte. Clemen Wichmann war 1612 Besitzer von Hof 19 b, bewirtschaftete aber zugleich auch den Hof 19 a, dessen Besitzerin seine Schwiegermutter Wwe. Meseberg noch war. Jacob Nagel bezahlte den Gang durch den Garten zu Hof 19 b u. 19 a jährlich mit 4.Thaler u. leistete außerdem noch jährlich eine Fuhre nach Magdeburg dem Clemen Wichmann (Korn für ihn dahin zu fahren oder dgl.). Der Vertrag sollte gelten „so lange die beiden Höfe neben einander stehen werden“.
Die Nutzung der Obst u. Pflaumenbäume behielt sich übrigens der Besitzer von Hof 19 b
betreffs dieses Ganges vor (er hatte sich das gewährte Recht also sehe teuer bezahlen lassen!).
„Da nun künftig beide Güter (= Hof 19 b u. 19 a) zertrennt u. zerteilt wurden, soll auch
solcher Kauf“ (betr. den Gang am Graben) „ganz u. gar aufgehoben und für nichtig gehalten werden.“ Hof 19 b u. 19 a erhielten 2 Besitzer (cf. sub Hof 19 b u. 19 a).
Nach dem Tode des Jacob Nagel minor (im Unterschied von „Bauer Jacob Nagel“ auf Hof 3
so bezeichnet) =„Junker Jacob Nagel“ (wie auch sein Vater Valentin „Junker“ war) heirathet seine Wwe. Susanne geb. Kühne den Junggesell Hans Bertram aus Eggersdorf. Ehestiftung de 11. August 1617: „Er hat 690 Thaler 9 Gr. väterlich u. mütterlich Erbteil; ferner 12 Schafe.
Die Braut setzt hiergegen ihre beiden Güter den Acker = Hof 7 und Kossathenhof =Hof 18,
wobei 2006 Thaler Geldschulden nebst 3 Wspl versessene =rückständige Pacht.“
„ 2 Kinder“ hat die Wwe. Nagel geb. Kühne „die jetzt noch klein sind“: aus ihrer Ehe mit
Jacob Nagel“ jedes soll 200 Thaler erhalten, wenn es sich verheirathet. Der Knabe =Adam? soll zum Verlöbnis u. zur Hochzeit außerdem 4 große Faß Magdeburger oder Zerbster Bier u. das Mägdlein =Anna 3 Faß von dem künftigen Stiefvater Hans Bertram erhalten, auch daß er den Mädchen künftig 1 paar Tische Volks auf dessen Verlöbnis „speise“; jedem Kind 8 Thaler zu 1 Binde, 1 Kuh, 10 Schafe und 15 Thaler zum „Ehrenkleide“(=Hochzeitskleide). Desgleichen will die Mutter dem Sohne mitgeben 2 Betten ect., dem Mägdlein aber 3 Betten etc.
„ Die Schulden bestehen in 500 Thaler Tageszeiten (=zu festgesetzten Zeiten zu zahlende
Forderungen wie Verwandten, Kaufgelder an die beiden Güter)“; 429 Thaler Schuld bei Ch. Siedel in Magdeburg; 300 Thaler an Valentin Nagel (ist 1617 noch unmündig) an Geld aus der 2. Ehe des Jacob Nagel mit geb. ? (=Jacob Nagels † 1617 Sohn aus 2. Ehe?) 10 Thaler demselben zum Binde (= zur Hochzeit); 175 Thaler Schuld an Luc. Köllner in Magdeburg etc. etc.“ (in kleinen Posten).
Bem.: Jacob Nagel würde nicht so viel Credit gehabt haben bei Magdeburger Geldleuten,
wenn er nur das Gehöft 18 u. 16 und den als Mannlehen nicht zu veräußernden (verfallenen) Hof 1 gehabt hätte. Der „Ackerhof“ mit dem seine Wwe. geb. Kühne einst begiftigt war, u. mit dem sie nun ihren 2. Mann Hans Bertram begiftigt, kann nicht Hof 1 gewesen sein, denn er war ein Mannlehen, kann auch nicht Hof 18 gewesen sein, denn dieser hatte seit der Erbteilung 1598 so wenig Acker, daß er kein Spanngut mehr war.
Vielmehr ist's der Ackerhof 7 (des Planes pro 1674), der von Jacob Nagel † 1617 jun. mit 1 Hufe Freiacker im Jahre 1612 angekauft wurde, wodurch auch seine Schuldenlast so immense groß wurde. Dafür spricht auch die Tathsache, daß der Hof 24 b (einst Dobrau gehörig) um 1663 eine Forderung „an Hof 7“ hatte (= wegen des an Jacob Nagel auf Hof 18 1600 verkauften Hufe). Ferner erklärt sich daraus, daß Hof 7 und Hof 18 u. 16 denselben Besitzer seit 1612 gehabt haben, wie, ja 1654 ff. lt. Salbuch bei Hof 7 u. a. 40 Mg. waren, die früher Valentin Nagel besessen hatte. Auch giebt es 1612 bis 1617 außer den Bauer „Jacob Nagel“ auf Hof 3 nur noch einen Jacob Nagel, der im Unterschied von jenem (minor oder „Junker“) genannt wird.
Des Hans Bertram Frau Susanne geb. Kühne, verwittwet gewesene Jacob Nagel stirbt 1623; er selbst ist 1627 tot. Im Jahre 1625 hatte er das. Zinngeräth (Hausgeräth an Zinn) der unmündigen Jacob Nagelschen Kinder = seine Stiefkinder der Kriegsgefahr wegen den
Vormündern derselben zur Verwahrung in der Kirche übergeben (er wollte die Verantwortung dafür los sein).
Kinder des Jacob Nagel † 1616/7 ~ ...; † 1602, ~ ......† 1612 (Schwager des Jac. Nagel ist
Klaus Schlüter in Biere) ~ 1612 Susanne geb. Kühne † 1623 ~ 1617 Hans Bertram † 1627.
I. Ehe: J. Nagel ~ † 1602
1. ein Töchterlein ist 1602 erwähnt. Lebte 1617 nicht mehr.
II. Ehe: Jacob Nagel ~ † 1612 er legt seinem Schwager Klaus Schlüter in Biere die Gerade
wegen seiner Frau.
1. Valentin Nagel ~ 1627 (4) (ihm sind 1617 300 Thaler ausgesetzt (= mütterliches Erbe?)
wahrscheinlich ist Valentin Nagel ein Sohn der 2. Ehe (u. nicht der 1. Ehe).
III. Ehe Nagel ~ 1612 Susanne geb. Kühne
2. Adam Nagel lebt 1619 (vermutlich ist seine Mutter Sus. geb. Kühne ); er ist 1627 tot,
denn er wird bei der Erbteilung nicht genannt.
3. Anna Nagel, lebt 1627.(= „Halbschwester des Val. Nagel“)
IV. Ehe Bertram † 1627 ~ 1617 Wwe. Nagel geb. Kühne † 1623
4. Tochter, ihr Vater legt ihnen 1623 die Gerade ihrer Mutter; sie sind 1627 tot.
5. Tochter,
6. Tochter;

(4) Valentin Nagel wahrscheinlich geb. um 1603 ~ 1627 Jgfr. Margarethe Bertram, tot
6.1.1638, Tochter des † Richters Peter Bertram, Stieftochter des Richters Hans Lüdicke von Hof 24 (cf. Hof 24). In der Ehestiftung wurde erwähnt: seine Tante (=Muhme) (Anna) des† Martin Rode (=Harzgerode) auf Hof 12 a Wittwe (geb. Nagel, verwittwet gewesene Schmidt; ferner Hans Schmidts Erben (cf. sub Hof 12); sein „Vetter“ Kuno Bertram in Gattersleben (=Sohn seiner Tante Gnese ~ Kuno Bertram (cf. sub Hof 4 a) u. dessen Sohn). Er begiftigt seine Braut mit dem Ackerhof (Hof 7) und dem Kossathenhof (Hof 18). Die Braut bringt 100 Thaler in die Ehe, 2 Kühe, 10 Schafe, 5 Jährlinge (=junge Schafe), 3 Betten. etc; 1⁄4 Hufe bringt sie 1627 nicht mit, (cf. Ehestiftung; Hof 24 (26)), weil ihre Mutter 1627 noch lebte.
Gemäß Schöppenbuch 1637 wohnte er im Gehöft 18 schon 1627; 1674 wohnte er bestimmt darin. Valentin Nagel heiratet in 2. Ehe 1637 die Jgfr. Agneta Schönian, Tochter des verstorbenen Richters Augustin Schönian in Glöthe. Ehestiftung in Gr. Mühlingen am 6. Januar 1638: „Er begiftigt seine Braut mit seinem Kossathenhof = Hof 18 hier („zwischen Andreas Meseberg“ (Hof 19 b) „und Hans Bock an der Wasserpforte“ (= Hof 17) ; wobei 5/4 eigener (=? 37 1/3 Mg. im Jahre 1654) und 1⁄2 Hufe Pachtacker ist. Letztrer steht des verstorbenen Cuno Bertrams Erben in Gattersleben zu aus der Erbteilung de 1598 (cf. Erbteilung bei Hof 18 im Jahre 1598). „Will sie nach seinem etwaigen Tode den Kossathenhof“ (=Hof 18) nicht erblich behalten, =eigentümlich, so wird sie begiftigt 1. mit 1⁄2 Hufe von der Hufe, die sein † Vater Jacob Nagel † 1616 von Junker Paul Dobrau“ (Hof 24 d) „gekauft“ (Ao 1600). Die anderen 1⁄2 Hufe, die 1600 v. Paul Dobrau gekauft war, scheint inzwischen verkauft zu sein (ob an Hof 24 ?) Denn Hof 24 hatte 1665 eine Abgabe an das ehemals Dobrausche Gut (= 24 d) (lt. Acten im H. u. St. Archiv zu Zerbst). 2. 60 Thaler, diese 60 Thaler Schulden scheinen sich daraus zu erklären, daß die Geschwister des 1598 verstorbenen Hans Nagel dessen hinterlassene Schulden zu bezahlen übernommen hatten (cf.sub (1)(2)), die bei Christian Schmied (= Hof 29 ?) stehen u. jährlich 6 Scheffel Roggen sc. als Zins geben. (Chr. Schmied stammte wohl aus dem Hof 12 b) 3. 12 Morgen Acker in Stemmern, wahrscheinlich stammte des Val. Nagel Großmutter aus Stemmern, 9 Scheffel Pacht. 4. 60 Thaler, so der verstorbene Cuno Bertram auf 1⁄2 Hufe auszahlt, wofür die Pacht inne behalten wird.(sub 2; 4. scheinen.
mit der Erbteilung Ao 1598 zusammenzuhängen) 3 Tanten dieses Val. Nagel erhielten damals je 1⁄2 Hufe aus Hof 18 als Erbe; 5. freie Wohnung im Hofe Nr.18 Zeit ihres Lebens.“ „Valentin Nagel hat aus seiner 1. Ehe ~ 1627 Marg. Bertram 1 Tochter =Catharine; diese erbt 1⁄4 Hufe bei Hof 24. 100 Thaler Mutterteil, 3 Betten, 2 Kissen; bis zu ihrem 15. Jahr ist sie zu alimentiren von ihrer Stiefmutter,“ (falls er = Val. Nagel früher sterben sollte).„Dem Verwandten sind 10 Thaler „Reservat“ zu geben, falls die Ehe Val. Nagel ~ 1637 A. Schönian kinderlos bleibt, von dem Überlebenden im Fall, daß der eine der Eheleute stirbt.“ Valentin Nagel wurde 1627 (im Juni) Schöppe; am 29. Juni 1663 wurde er Richter.– Kirchvater war er 1628; 1635; 1641. Meines Erachtens besaß er seit 1627: 1. das Kossathengut Hof 18 samt den Gebäuden des ackerlosen Hofes 16. 2. die Hofstätte 1 mit etwas männl. Lehensacker. 3. Den Ackerhof 7.
Dieser Ackerhof 7 lag 1651 wüst (=unbewohnt; wahrscheinlich auch verfallen). Sein
Vorwirth u. Stiefvater Hans Bertram hatte 1617 alle diese Güter und Höfe mit 2000 Thaler
Schulden excl. 3 Wispel. versessene Pacht übernommen. Es ist nicht anzunehmen, daß er
diese große Schuld in den 10 Jahren bis zu seinem Tode herunterwirtschaftete. 1625 wurde er vom blinden Caspar Semler (auf Hof 13 b) wegen 30 Thaler Schuld verklagt. 1636 floh Val. Nagel nach Salze, wo ihn am 16 Juli 1636 sein Sohn Jacob geboren wurde. Bald darauf starb (eventl. dort) seine 1. Frau. So hat dann Val. Nagel, als schon der 30j. Krieg in diese Gegend gekommen war, seine Güter mit großen Schulden 1627 übernommen. Wegen des Krieges konnte er nicht die Schulden tilgen. Nach dem Kriege war er nicht im Stande, außer seinem Acker zu Hof 18 und Hof 1 auch noch den Acker zu Hof 7 zu bewirtschaften. Das Amt aber sorgte dafür, daß Hof 7 wieder besetzt wurde. War er 1651 noch wüst, so sitzt 1654 Salomon Pfau darauf mit in Sa. 77 1⁄2 Mg. Acker, wovon 40 Mg. als von Val. Nagels = Hof 7 stammend ausdrücklich bezeichnet sind; auch die übrigen 37 1⁄2 Mg. des Pfau werden v. Hof 7 stammen. Die große Schuldenlast des Val. Nagel Ao. 1627 wird der 30j. Krieg hinweggefegt haben. Denn wie sollte es möglich gewesen sein, die vor dem Kriege contrahirten Schulden nach dem Kriege zu bezahlen, der alle Bauern in die schlimmste wirtschaftliche Lage versetzt hatte.
In welcher Geldnot sich Val. Nagel befand, ist aus den Kirchrechnungen 1641 ff. ersichtlich. Valentin Nagel besaß 1654 lt. Salbuch: 35 1⁄2 Mg. „bei seinem Hof“ beim Ackerhof Mg. 36 =Hof 1 vom Junker Hans Nagel Sa. 71 1⁄2 Mg., welche Freiacker waren (cf. sub Hof 1) (9). Beim Kossathenhof =Hof 18 waren 1654 25 Mg. Acker dem Valentin Nagel gehörig.
Kinder des Valentin Nagel * ca. 1605 † 1676 ~ 1627 Jgfr. Margarethe geb. Bertram aus Hof 24 tot 1638; ~ 1638 Jgf. Agneta Schönian (tot 1674 ?) aus Glöthe.
Bem. Im Personenverzeichnis 1674 ist Valentin Nagels Frau nicht aufgeführt. Es ist kaum
anzunehmen, daß sich Val. Nagel nach 1674 noch einmal verheirathete haben sollte. „Des
Richters Nagels Wittwe T. R. 1708, 3 wäre dann die Wwe des Eggersdorfer Richters Hans
Nagel, welche hier auf Hof 2 bei ihrem Sohn gewohnt hätte. (cf. Kirchenstuhlordnung III, S. 135 Bank 8)
I. Ehe:
1. Catherina lebt 1638 (cf. Schöppenbuch)
2. Jacob * 16. Juli 1636 in Salze; 1671 .scriba Halensis.
II Ehe:
3. Susanne * ...; Jgfr. ~ 1660 Jgs. Christoph Peters, Schafmeister hier; verzog später
(wahrscheinlich nach Kl. Mühlingen); er ist der Sohn des Chrph. Perters sen. in
Förderstedt (lebt 1659). – Ehestiftung 27. Dezbr. 1659: „Die Brautleute sagen sich
eheliche Liebe, Treue und Freundschaft bis an ihr seliges Ende zu mit handgebender
Treue, festiglich. Der Bräutigam begiftigt seine Braut mit 250 Schafen, 2 Kühen, 6
Schweinen. – Die Braut erhält als Mitgift 30 Thaler, 1⁄4 Hufe Land bei“ (Hof 31) „Hans
Schultzen Hof in der Dunkelstraße, wovon es 6 Scheffel Roggen Pacht jährlich giebt, 2
Kühe, Kleidung, womit sie zu Ehren bestehen kann“ (= zur Hochzeit standesgemäße
Kleidung); „von ihrer Mutter erhält die Braut 2 Betten“.
4. Valentin Nagel KV 1687 ist 1700 tot * ...; ~ 1684 Susanne Reinhardt von Hof 12 a, war
1678 Knecht auf Hof 4 a (cf. T. R. 1678, 9). Nach seinem Tode heirathet 1704 seine
Wwe. den Leinewebermeister Andr. Heinemann, der nicht Hofbesitzer wird., Weil seine
Wittwe nicht Hofbesitzerin wurde, ist wahrscheinlich, daß Val. Nagel keinen Ackerhof
besaß. Ob er im Hof 16 als Mietsmann wohnte?
5. Halbspänner Hans Nagel K V 1679; ist 1700 tot *...; ~ 1677 Susanne Nagel aus
Eggersdorf (vermutlich des dortigen Richters Hans Nagel Tochter, welcher den hiesigen
Hof 2 besaß). (5) Er besaß 1692 das Pfarrlehen an Hof 16. Seine Wittwe heirathet 1706
Jacob Falke, und bezieht mit diesem Hof 16, der nun einige Jahre lang selbständige
Kossathenwirtschaft war. (cf. sub Hof 16); der Pfarrlehensgarten wird von diesen genutzt
u. bleibt bei Hof 16. Es bewohnte Hans Nagel ~ 1677 Hof 18.
6. Andreas Nagel * 1648; starb 1671 23 Jahre alt.
7. Anna Nagel * ...; Jgfr. ~ 1670 Halbspänner Wwr. Andr. Sturm in Brumby; derselbe hat
ein Gut mit 3 Hufen und 4 Pferden; er hat aus seiner früheren Ehe Kinder.
8. Elisabeth Nagel ~ 1675 Radmacher H. Peters in Saltze.
1654 ff. besaß Valentin Nagel † 1676 an Acker:
1. beim „Kossathenhof“ (=Hof 18) 25 Mg. (in Gr. M. Marke)
2. beim „eigenen Hof“ 1 (wüst) 35 1⁄2 Mg. (dergl )
3. durch Teilung des Hofes des Junkers Hans 59 Mg. (36 Mg. in Gr. M. Marke und 23 Mg.
in Barsdorf) (cf. sub Hof 2) Freiacker Sa 119 1⁄2 Mg.

KV. 1679.
(5) Hans Nagel, tot 1700, Halbspänner ~ 1677 Susanne geb. Nagel † 1724 aus Eggersdorf ~ 1706 Falke (auf Hof 16). Er wohnte auf Hof 18 u. bewirtschaftete 84 Mg., während sein
Bruder Valentin m. E. auf Hof oder 16 35 1⁄2 Mg. Mannlehensacker bewirtschaftete.
Seine Wwe. erhielt 1706 den Hof 16 mit Kossathenacker, der nicht dabei blieb (cf. Hof 16) u. nutzte bis an ihr Ende die Weibersitze zu Hof 18, welche 1724 vom Besitzer des Hofes
18 angekauft wurden, ein Zeugnis dafür, daß ihr † Mann Hans Nagel den Hof 18 .bewohnt
hatte.
Kinder des Hans Nagel tot 1700 ~ 1677 Susanne geb. Nagel:
1. Christoph * 1677; –
2. Hans * 1679; ~ 1705 (6)
3. Margarethe * 1681 ~ 1704 Nicolaus Zückner * 1679, Sohn des Hans Zückner auf dem
„ Pachthof“ wohnhaft (=Hof 24 b) (T. R. 1688, 9; 1697, 5). Diese wohnten m. E. auf Hof
18. Nicolaus Zückner verzog auch 1707; er ist 1714 Ackersmann in Felgeleben (T. R.
1714, 19); 2 Kinder sind hier geboren ( 1704, 1707).
4. David * 1683; ~ 1715 (7) Ana Schöttler
5. Valentin * 1686; Pathe 1720; vermutlich Schenke in Eggersdorf.
6. Caspar * 1688; –
7. Magdalene Margarethe * 1690; –
8. Susanne * 1692; –
9. Jacob *1695; –
10. August Heinrich * 1697. (Ob identisch mit August Nagel, der 1760 hier starb? Er wäre
dann wohl ledig im väterlichen Hofe geblieben).

[(6) Hans Gottlieb Nagel * 1679 ~ 1705 Marie Schütze † 1739, Tochter des hiesigen
Schenken. Vermutlich baute er 1705-1715 Hof 1, während seine mit Nicolaus Zückner
verheirathete Schwester das Gehöft 18 erhielt, bis dieselben nach Felgeleben verzogen. Hans Gottlieb Nagel bewirtschaftete die Hälfte des Mannlehensackers, der vor 1654 zu Hof 2 gehört hatte. Im Jahr 1734 wohnte er ganz bestimmt darin. (cf. sub Hof 1).
Das Gehöft 18 erhielt sein Bruder David. (7) Über Hans Gottlieb Nagel ~ 1705 u. dessen Nachkommen siehe sub Hof 1.]

(6) Nicolaus Zückner ~ 1704 Margarethe Nagel, wohnen 1714 in Felgeleben.

KV 1721
(7) „Ackermann“ David Nagel * 1683, † 1732 ~ 1715 Anna Schüssler (Schöttler), † 1762? cf. Stuhl-Reg. Nr. 90, Ackermannstochter aus Kl. Mühlingen ~ 1740 Cantor Campe. Er war
Schöppe 1725-1732.
Dieser Hof besaß 1857 3 Hufen „Dienstacker“; zugehöriger Wandelacker (etwa 40 Mg.)
waren in den Jahren vorher verkauft. Diesen großen Ackerbesitz des Hofes 18, der 1654 nur ein Kossathenhof war, erkläre ich daraus, daß 1715 der vom Hof 12 bewirtschaftete Acker (1654 Dix Bock auf Hof 28 gehörig gewesen) an Hof 18 kam, so daß dieser ein
Halbspännergut wurde.
Kinder:
1. Johann Andreas * 1716; † 1716
2. Christoph Andreas * 1717; ~ 1740 (8)
3. Johann Peter * 1719; † 1719.
4. Anna Dorothee * 1720; ~ 1740 Wwr Peter Hamel, Ackermann u. Gastwirth in Biere.
5. Susanne Marie * 1723; ~ 1745 Schiffer Neitge in Rogätz.
6. Johann David * 1725; Ackermann in Felgeleben; ~ 1755 Vollspännertochter Richter in
Felgeleben.
7. Johann Christian * 1729; † 1731.
Die Wwe. Anna Nagel, geb. Schüssler ~ 1740 Cantor Campe † 1756 46 J. alt; diese Ehe blieb
kinderlos. Sie starb bei Verwandten in Felgeleben (Sintenis Chr. I. 91). Ihre Kirchenstühle
wurden 1762 verkauft; sie lagen an der Nordmauer. Sie schenkte 1718 eine Handquehle von 7 Ellen u. an beiden Enden mit ihrem Namen bezeichnet in die Sacristei. (Hauptbuch S. 773).

KV 1748
(8) „Ackermann“ Halbspänner Christoph Andreas Nagel * 1717, † 1760 ~ 1740 Anna
Margarethe Sievert * 1721, † 1760, Kossatentochter von Hof 25. Im Schöppenbuch „Cantor Nagel“ genannt, wohl weil seine Mutter sich in 2. Ehe mit dem hiesigen Cantor Campe 1745 verheirathete. Er war Schöppe 1755 u. dann Richter. Seine Nachkommen auf Hof 8 bzw. Hof 20 hießen bis um 1850 „Cantor Nagel“ im Unterschied von den Nagels auf Hof 1 u.2.
Kinder:
1. Christoph Andreas * 1741; ~ 1762 (9)
2. Anna Margarethe * 1743; † 1820; ~ Häusler, Schustermeister Joh. Andr. Bauermeister * 1734 ? †1812 78 J. alt (Sohn des Häuslers und Schustermeisters J. Andr. Bauermeister †
1763)
3. Catharine Elisabeth * 1745; –
4. Marie Dorothee * 1747; ~ 1771 Soldat Braune.
5. Johann Daniel * 1749; † 1751.
6. August Christian David * 1752; Kossath in Kl. Mühlingen; ~ 1791 Wwe des Kossathen
Schulze in Kl. Mühlingen.
7. Friedrich August Heinrich * 1755; † 1755.
8. Johann Christian * 1756.
9. Daniel Friedrich * 1759; † 1797; als Miethsmann; Arbeiter ~ 13.9.1796 Hasse,
Hofmeistertochter aus Glöthe.

(9) Halbspänner Christoph Andreas Nagel * 1741, † 1802 erhängte sich. (Sint. Acc. B. 1802, 26) ~ 1762 Marie Catharine Düsing † 1782, Kossathentochter aus Biere.
Kinder:
1. Töchterlein * ...; † 1762.
2. Johann Joachim Christoph * 1763; ledig † 1803.
3. Anna Catharine * 1765; ~ 1803 Halbspänner Linke in Kl. Mühlingen.
4. Samuel Friedrich * 1768 (10)
5. Söhnlein * ...; 1771.
6. Söhnlein * ...; 1773.
7. David Gottfried * 1774 (ist 1796 im Elternhause).
Er schuldet zu der 1769 repartirten Dohna Wedellschen Contribution (I 130 c) zu
Weihnachten 1775 immer noch 22 Thaler Capitalrest u. 3 Thaler aufgelaufene 5 % Zinsen an die Fürstl. Kammer (Gemeinde-Acten betr. 7j Krieg S. 69).

(10) Samuel Friedrich Nagel; noch ledig verkauft er 1811 Hof 18 an S. G. Grube (11) und
kauft den Kossatenhof 20, den Grube bis dahin besaß. (Sintenis Acc. Buch 1811, 37). Siehe über S. F. Nagel sub Hof 20 (Nr. des Planes pro 1674). 1806 gehörten zum Hof 18 Sa. 109 1⁄2 Mg. Acker. Wahrscheinlich steckte darin ein Teil des 1654 zu Hof 28 gehörigen Ackers. Zu Hof 18 gehörten 1809: 15 Mg. Erbacker u. 94 1⁄2 Mg. Dienstacker. Grube kaufte 90 Mg.; dieü brigen 20 Mg .nahm S. Nagel 1811 zu Hof 20.

(11) S. G. Grube † 1841 kaufte 1811 den Hof 18; er besaß zugleich den Kossathenhof Nr. 39 (Plan pro 1674). Über seine Familie siehe sub Hof 39. Er war Kaufmann und betrieb sein Geschäft 1811 ff. weiter in Gehöft 39. Den Hof 18 verpachtete er einstweilen (einer der Pächter war Heinrich Müller) (T. R. 1821, 20; 1823, 7; 1824, 25), bis Grube sein Geschäft aufgab. Er wird im Kirchenbuch 1823 „Ackersmann und Schöppe, vormals Kaufmann“ genannt; 1834: Ackersmann u. Kossath (K Buch).

(12) Halbspänner Christoph Wilhelm Lampe, Richters und Ackermannssohn aus
Kleinmühlingen ~ 1838 Johanne Friedericke Grube * 1816 (Tochter des sub (11) genannten Sam. Gottfr. Grube † 1841 ~ Johanne Marie Betthausen † 1849) – Lampes zogen 1874 nach Bobbau b./Jessnitz. Den Hof mit 3 Hufen Dienstacker u. ca. 40 Mg. Wandelacker kaufte der jüdische Kaufmann Salomon Fliess 1847. (Sep. Rec.. 56, 16) (13)
Kinder:
1. Friedrich Christian * 1839.
2. Christian David Wilhelm * 1842.
3. Christian Christoph * 1844.
4. Ernst Samuel August * 1847 (1916 als Arbeiter in Aken a/E wohnhaft)

(13) Hof 18 kam durch einen Rechtsanwalt in Calbe/S. an den jüdischen Kaufmann Ephraim Salomon Fliess 1846/7. Derselben verpachtete ihn (um 1850, 1854 an Andreas Zettler ~ 1850 Petri, Zettler war vor 1850 Amtshofmeister). Fliess hatte 1857 3 Hufen Dienstacker (=rot. 104 1⁄2 Mg.).
Gottlieb Geihsler ist 1861 vorübergehend Besitzer; er wohnte in Aschersleben. Das Gut
wurde 1861 taxirt zu 12672 Thaler. (Gemeindeacten, Heft Nr. 49)

(14) Ackermann Wilhelm Nehring ~ mit Marie Catharine Elisabeth Diesing (hatte Verwandte in Biere) kaufte Hof 18 1861 mit 114 Mg. Acker von E. S. Fliess.
Kinder:
1. Friedrich Gustav Wilhelm * 1861.
2. Elisabeth Dorothee Anna * 1863.
3. Christian Wilhelm * 1864; † 1866.
4. Wilhelm Albert * 1866.
5. Wilhelm Otto * 1867.
6. Wilhelmine Elisabeth * 1869.
7. Marie Catharine Henriette Ida * 1871.
8. Gustav Louis Wilhelm * 1873; wurde Klempner.
Dieser W. Nehring hat das neue Wohnhaus 1867 u. die Scheune 1864 u. a. gebaut. Am Hoftor steht der Spruch: „Unsern Eingang segne Gott, unsern Ausgang gleichermaßen“ samt den Namen der Nehringschen Eheleute u. Jahreszahl 1867. Noch in leidlich guten
Vermögensverhältnissen verkaufte er den Hof 18 mit seinem Acker an die Grube Alexander Carl (Günther-Cuxy u. nachher den Vereinigten chemischen Fabriken in Stassfurt gehörig) (15). W. Nehring zog nach Bernburg u. ist dort verarmt.

(15) Die Grube Alexander Carl. Sie baute die Kohlen ab; den übrigen Acker dieses Hofes
verpachtete sie, dsgl. das Gehöft 18. Den zugehörigen gewesenen Acker (rot. 114 Mg.)
verkaufte sie um 1900 an W. Bertram auf Hof 10.

(16) Gustav Knopf, Sohn des hiesigen Cichorien-Darrbesitzers u. Ökonom Sam. Val. Knopf im jetzigen Haus Nr. 75, der später auch die Wassermühle kaufte, war eine kurze Zeit hiesiger Wassermüller bis er diese Mühle seinem Bruder Ferdinand K. abtrat. Er pachtete zunächst das Gehöft 18, bis er es für 16000 MK kaufte; er betreibt Ackerbau teils auf erpachteten, teils auf eigenem Acker.
Gustav Knopf (* 1849 in Biere) ~ 1887 Auguste Friedericke Heinrich † 1901,
Kossathentochter aus Glöthe; ~ 1904 Jgfr. Emma Bertha Michaelis * 1861, Tochter des †
Bäckermeisters Michaelis ~ Luise geb. Berger † 1907.
Kinder:
I. Ehe. –
II. Ehe. –
G. Knopf verkaufte zum 1. Juli 1912 das Gehöft (ohne seinen Acker) an Ökonom Christian
Becker in Hof 30, für 18000 MK. Jener hat sich zur Ruhe gesetzt als Mietsmann im Hause
seines Schwagers Bäcker Michaelis hier (=Nr. 137 pro 1908)

(17) Ökonom Christian Becker* 1844, † 1913 ~ 1885 Anna Lutz * 1859, † 1936; brachte den Acker von Hof 30 an Hof 18. Dessen Kinder siehe sub Hof 30, S. 256.

 

Die Ergänzungen der Familiengeschichte der einzelnen Besitzer nach dem Ende der Aufzeichnungen Friedrich Looses bis zur Gegenwart finden Sie im pdf-Dokument zum Hof. Auf dieser Seite oben.

 

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