Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Höfe 12 a & 12 b

des Planes pro 1674.
(=Nr. 7 des Verzeichnisses G. Reineckes de 1674
= Haus-Nr. 26 Anno 1908.)

Vorbemerkung zur Geschichte des Hofes 12 a u. 12 b des Planes pro 1674.
(=Nr. 7 des Verzeichnisses G. Reineckes de 1674 = Haus-Nr. 26 Anno 1908.)
Lt. Acten im H. u. St. Archiv zu Zerbst de 8. Febr. 1654 u. 4. April 1665 hat Hans Schmidt
das vormals Weschkesche Gut 12 a (= den Acker) (ursprünglich hatte dieser Acker zu Hof 12 b gehört) an das hiesige Amt u. das Weschkesche Haus (=Gehöft) an L. Reinhardt auf Hof 12 a verkauft. Nach der Kirchenstuhlordnung nutzten des L. Reinhardt Nachfolger die zu Hof 12 a gehörigen Kirchensitze an der Südmauer. Es ergibt sich hieraus, daß J. Weschke († 1624) den Hof 12 a besessen hatte, der vormals dem Claus Schröder († 1616), gehört hatte. Der Weschkesche Hof ist an die Familie Schmidt, welche früher den Hof 12 b besaß 1627 gekommen. Schmidt zog den Acker von Hof 12 b 1627 an den Hof 12 a, während Töbing den Acker von 12 a u. das Gehöft 12 b 1627 erwarb.
Zu derselben Zeit, wo der Kanzler Töbing in Barby den Hof 12 b erwarb, dessen Acker nach 1654 durch Kauf an das Amt kam u. dessen Gebäude 1692 verfallen und unbewohnt waren. Die Kirchensitze zu Hof 12 b kamen an die Schmiede (=Hof 37). Das Töbingsche Gut war ein Rittergut (=12 b) wie auch Hof 12 a (zugleich waren 12 a u. 12 b Freigüter).
Im Jahre 1225 verkauften die Gebrüder Bertram u. Dietrich im Mühlingen 2 Hufe Acker an
das Laurentius-Kloster zu Magdeburg-Neustadt (Cod. dip. Anh. V p. 307). Nur reigutsacker
durfte verkauft werden. Im Jahre 1225 muß der Hof 12 a bereits bestanden haben, der ein
Freigut geblieben ist, bis ihn das hiesige Amt 1654 erwarb. Unter den ältesten bereits 800
vorhandenen Gehöften war Hof 24 a ein Freigut. Hof 24 a war im Mittelalter zugleich ein Rittergut. Im Jahr 1225 lag Winningsdorf bereits wüst. Der Hof 12 b gehört zu den von Winningsdorfern gebauten Höfen = Hof 12 a war das Freigut von Wüst. Vermutl. Besitzer von Hof 12 a Freigut mit ca. 98 1⁄2 Morgen im Jahre 1654.
1. Claus Schröder † 1616.
2. Johann Weschke † 1624
3. Peter Steinhoff 1624-1627, Nutznießer mit dem Acker von 12 b. Dieser Acker
wurde 1654 verkauft ans Amt.
4. Berndt Schmidt 1627.
5. Das Haus bewohnte u. besaß L. Reinhard 1654 ff.

Hof 12 a des Planes pro 1674) bzw. Hof 12 b
= (Nr. 7 des Verzeichnisses G. Reineckes de 1674;
= Haus Nr. 26 im J. 1908)

Um 1600 standen hier 2 Höfe; der westliche = 12 a u. der östliche =12 b.
„ Die Töbingsche Hofstätte = 12 b lag 1692 wüst“ u. wurde um 1716 mit der einstigen
Hofstätte 12 a zu einer einzigen verbunden.“

Vorbemerkung.
Nach der Größe des Hofraumes zu urteilen, stand in alter Zeit zwischen dem Hof 12 a und 13 a ein Gehöft, 12 b welches im Laufe der Zeit mit Hof 12 a zu einem Gehöft verbunden wurde. Fundamente, die neuerdings auf dem östlichen Teil des jetzigen Gehöftes nebst Bauschutt u. drgl. gefunden sind, bekunden sicher, daß einst neben 12 a ein Gehöft 12 b gestanden hat, daß dem Erdboden gleich gemacht wurde. Als 1910 .Straßen – Gasleitung gelegt wurde längs des jetzigen Hofes 12, wurden Fundamente bloßgelegt, welche bestätigen, daß die jetzige große Hofstätte 12 aus 2 Hofstätten (=12 a u. 12 b) entstanden ist. Das jetzige Gehöft 12 ist bei seinem Neubau 1884 eingerückt, um die Dorfstraße zu verbreitern. (lt. Mitteilung des Besitzers G. Braune). Der Hof 12 a war das Halbspännergut des Claus Schröder † 1616 (cf. über Cl. Schröders Familie sub Hof 12 b). Weschke hat es 1688 ff. besessen (cf. sub Hof 29 über Weschke u. sub Hof 12 b).
Um 1600 war der Hof 12 a ein Freigut u. Rittergut im Besitze des Claus Schröder † 1616. Das dann Weschke besaß u. welches um 1627 an die Familie Schmidt kam, die bis dahin Hof 12 b besessen hatte. 1627 hatte Berndt Schmidt nur die Gebäude von Hof 12 a erworben, den Acker aber von Hof 12 b behalten. Die schlechten Gebäude von Hof 12 b mit dem Acker von Hof 12 a besaß seit 1627 Kanzler Töbing der in Barby wohnte u. seinen Acker an hiesige Bauern verpachtete. Hof 12 b war 1674 unbewohnt.
Die Mitteilung in den Acten des Zerbster H. u. St.-Archivs de 8. Februar 1654 und de 4. April 1665, daß Hans Schmidt vor 1654 „das Weschkesche Gut (=Acker) verkauft habe“ „an das Amt“ und daß „Lorenz Reinhardt das Johann Weschkesche Haus possetire“ bezieht sich auf Hof 12 b. – Das Salbuch de 1654 weist aus, daß Lorenz Reinhardt vermutlich auf Hof 12 a wohnhaft einen Teil des Töbingschen Ackers der ursprünglich bei Hof 12 a gewesen, pachtweise bewirthschaftete; lt. Verzeichnis das Pastors G. Reinecke de 1674 wohnte L. Reinhardt zwischen Hof 36 u. 13 a. Nach dem Weiberstuhlverzeichnis wohnte Weschke bzw. Reinhardt auf Hof 12 a. Pastor G. Reineckes Bericht de 1692 sagt, das Töbingsche Gut (= Hof 12 b) sei vormals ein adliges Gut (=Rittergut) gewesen, „dessen Acker bei dem Amte (1692) gebraucht werde.“

(1) Hans Schmied auf Hof 12 b (Claus Schröder † 1616 besitzt Hof 12 .a. (cf. S. 98 )) (Sein Nachfolger ist Johann Weschke † 1624 (cf. S. 98 u. 245 ff.)) bezahlte 1602 1⁄2 Hufe gekauften Acker von Paul Dobrau bzw. dessen Frau (auf Hof 24 d). – (In der im Garten des Hans Schmidt aufgestellte Marderfalle fängt sich 1606 ein Hahn, dessen Eigentümer Jacob Schneider auf Schadenersatz klagt, den Hans Schmidt leisten muß. (Jacob Schneider ist 1617 Krüger = Pächter der Gemeindeschenke) (=Haus Nr. 33 des Planes 1674). Mit Hans Schmied ist der Schmiedemeister Hans Lüdecke in Hof 37 gemeint. Jacob
Schneider wohnte in der Neustatt vor dem Thor um 1612. Verheirathtet war Hans Schmidt auf Hof 12 b mit Anna geb. Nagel (cf. sub Hof 18); letztere war 1598 noch ledig.
Er kaufte von der alten Voigt den Kossathenhof „Vorm Thor allhier gelegen“. Erst 1619 hat
er denselben voll bezahlt. „Vorm Thor“ lag die Neustatt (Hof 37-41) cf. Gemeindeacten.
Sie erhält als „die Wittwe des Hans Schmidt“ 1611 einen Vormund, desgleichen erhalten ihre 3 unmündigen Kinder einen Vormund. Sie selbst heirathet 1613 in 2. Ehe den Wwr Martin Hatzkerode (ist 1627 tot) (=Harzgerode) aus Eggersdorf (cf. Hof 20 b); letztrer kommt in den Hof 12 b. Die Ehestiftung zwischen beiden wird am 4. März 1613 gemacht. „Sie hat ein Gebrechen; 3 unmündige Kinder sind da, welche der Bräutigam zur Kirche und Schule anzuhalten verspricht; der Bräutigam selbst hat 2 Söhne Thomas und Jacob mit Namen. Als Hausgeräth im Hof der Braut werden genannt: 8 Betten; 1 Bläse im Ofen, welche 3 Eimer faßt; 2 Dreifüsse; 2 Bettspunde; 12 zinnerne Schüsseln, 3 zinnerne Butterschüsseln, 1 zinnerner Napf, 30 hölzerne Teller, 6 Butterhosen; an Vieh: Es sind keine Pferde und Kühe genannt; vermutlich hatte sie 1611 – 1613 die Wirtschaft verpachtet. 15 Schafe, 5 Lämmer, 6 alte Gänse (große Gänsezucht! es waren Brutgänse mit einem Gänserich) ect. – Wwe Schmidt geb. Nagel scheint das Gut 1611-1613 nicht selbst bewirtschaftet zu haben. 1619 verkauft sie 1/3 Hufe Acker an den Pastor Heinr. Reinecke für 100 Thaler; sie hatte ihn vom Vater (cf. Hof 18) geerbt als Freiacker, der bei der Nägel freiem Hof (=Nr. 2 u. 1) früher gewesen war. Sie stirbt 1627 als „Wwe des Mart. Hatzkerode“ in welchem Jahre die beiden Kinder aus ihrer 1. Ehe Berndt Schmidt (2) und Margarethe Schmidt ihren Nachlaß teilen.
Zusammenstellung
Hans Schmidt † 1611 (Hof 12 b) ~ um 1600 Anna geb. Nagel † 1627 ~ 1613 Martin
Hartzkerode (=Bode) gestorben vor 1627 (Wittwer). Seine Söhne Thomas u. Jacob Bode sind bei der Ehestiftung 1613 genannt. Dem Jacob Bode „aus Gr. Mühlingen“ wird in Salze am 22. Mai 1636 eine Tochter Margarethe geboren“. Bald darauf stirbt seine Frau in Salze, auch sein Kind. Als „ Bürger u. Vorsteher von Alt Salze“ heiratet er 1637 die Catherine Bertram aus Osterweddingen.
Kinder: aus der 1. Ehe der Anna geb. Nagel ~ Hans Schmidt
1. Berndt (=Bernhard) (2).
2. Margarethe lebt 1627.
3. eine Tochter die 1613 noch lebt, 1927 aber als „früh gestorben“ bezeichnet ist.
Aus der 2. Ehe der Anna geb. Nagel sind Kinder nicht genannt.

(2) Berndt Schmidt aus Hof 12 b erwirbt um 1627 den Hof 12 a; legt Donnerstag nach
Pfingsten 1627 seiner einzigen Schwester Margarethe Schmidt die Gerade der Mutter (solches geschah etwa 4 Wochen nach dem Tode). Er selbst erhält das Hergewett incl. 1 Pferd u. 1 Spieß. Hergewette und Gerade wurden zuvor aus der Nachlaßmasse verabfolgt, ehe die Teilung des Nachlasses erfolgte. Zur Gerade, welche die Tochter erhielt, gehörten u. a. die Kleidungsstücke der Mutter; darunter befand sich ein Rock (Kleid excl. Jacke) mit einem grünen Schweif (=Einsatz? Band?) (Schleppe?).
Aus dem väterlichen Nachlaß erhält Margarethe auf ihr Teil; 2 rothe Kühe, 1 bunte Kuh, 1 rothes Wesenkalb, 8 melkende Schafe (Schafe wurden also gemolken!), 8 Jährlinge (=1 Jahr alte Schafe), 6 Lämmer, 1 Hammel, 5 alte Gänse, 12 junge Gänse, 2 Enten (Ebensoviel wird ihr Bruder erhalten haben an Kühen).
An kupfernen Gefäßen: 1 Kessel (6 Eimer fassend); 1 drgl. (3 Eimer fassend), 1 kleiner und 1 großer Fischkessel.
An Zinn: 6 Schüsseln, Kannen, 1 großer und ein kleiner Märenapf (Biermäre oder zu
Weihnachten Honigkuchenmäre etc.; in Bier wurde Brot gebrockt; zur Honigkuchenmäre
nahm man um 1860 in der Zerbster Gegend Schnaps, in den Honigkuchen gebrockt wurde.
Der Napf damit stand die Weihnachtstage über in der Stube; löffelweis genoß davon, wer
Appetit darauf hatte).
An Golde: 1 eingefaßter Rosenobel, 1 Doppelducat mit 2 Perlen; 1⁄2 Rosennobel mit 3 Perlen, 1 gebeugte Krone (gebogene?), 3 Rheinische Goldgulden, 1⁄2 silberner Portugalöser =Portugiesische Münze, die auch Crusat hieß, weil sie das Bild eines Kreuzes zeigt. (das waren Schmucksachen!)
7 Federbetten, – 1 Schoßfaß (=Gefäß für das Zinsgetreide); 5 kleine Löffel; 1 Durchschlag
von Blech; 5 eherne Schüsseln; 1 eherner Krug; 2 Kohlfässer (sauren Kohl darin zu bereiten; saurer Kohl wurde im Winter vormals in jeder Woche 1 mal gegessen).
In der Stube: 2 Tische; 2 große rothe Lehnbänke (= rot angestrichene Bänke längs der Wände mit Lehnen, die gestabt zu sein pflegten); 1 kleine Lehnbank; 2 ahorne weiße Schemel; 1 eiserner Leuchter; 1 großer und kleiner Stuhl (=Armstuhl); 1 kleiner Tisch in der „Löbe“ =Kammer? (wo das Himmelbett stand)./ In manchen Gegenden hieß ein Raum im Obergeschoß oder das Obergeschoß selbst „Löbe“. – 3 Schütteharken (Stoppel des Feldes zu harken).
Von den melkenden Schafen soll Berndt jedes mit 18 Groschen seiner Schwester verzinsen; sie sollen als „eiserne“ ihn gelassen werden. 1⁄2 Viertel Acker in Barsdorf (= rot. 3 Morgen = die Hälfte vom hilger Land?) ist erwähnt als zum Nachlaß gehörig.
Vorräthe an Stroh scheinen nicht vorhanden gewesen zu sein; ebensowenig Pferde, außer den Hergewettpferd (cf. obg.), Ackergeräthe; die auf dem Felde wachsende Saat ist nicht
berechnet. Wahrscheinlich hatte Peter Steinhoff auf Hof 12 a, der lt. Testament des Joachim Weschke de 1624 den Hof 12 a bewirtschaftet hatte, bis 1627 auch den Acker von Hof 12 b in Bewirtschaftung gehabt. Zwischen 1627 u. 1631 scheint Kanzler Töbing in Barby Hof 12 b und den Acker 12 d gekauft zu haben, der dem J. Weschke † 1624 gehört hatte. Es kaufte B. S. 1627 den Hof 12 a; 1630 verkaufte er an die Kirche 4 Schock Stroh zum Decken der Gebäude auf der Pfarre, Schule, Gotteshausscheune, oder dem Armenhause (K R.).– Kirchvater wurde er 1630. – 1634 kauft er 6 Scheffel Hafer von der Kirche. – 1631 verkauft er Wachs an die Kirche, säet er Hafer für die Kirche (durch seinen Knecht?) für 2 Gr., erhält er 20 Gr. für das Aufharken des Hafers (das wohl seine Dienstleute besorgten). Am 16. Mai 1635 leihet er 9 Scheffel Roggen von der Kirche (zurückgezahlt in Geld 1648).„ Die Berndt Schmidtsche“ (= Ehefrau des B. Schmidt) stand 1634 in Salze Gevatter (Kirchenbuch Salze).
1647 sind Berndt Schmidts Erben erwähnt; der Pastor läßt 1 Schock 3 Mandel Holz schlagen zum Besten der Kirche, wofür den B. Schmidtschen Erben 10 Gr. 6 Pf. angerechnet werden; sie scheinen hier 1647 nicht mehr wohnhaft gewesen zu sein; 1649 geben Berndt Schmidts Erben 3 Scheffel 2 Pfarr angesammelter-Zins (Aufmaß) für die 1635 geborgten und 1648 in Geld bezahlten 9 Scheffel Roggen; 1649 haben Berndt Schmidts Erben „auch noch“ für entliehenen Hafer „ihre alte Schuld richtig mit 3 1⁄2 Scheffel abgetragen versprochen; ist aber 1651 noch nicht abgetragen.“
„ Hans Schmidt (3) hat zwar bei dieser Rechnung pro Sex. 1654 3 1⁄2 Scheffel zu stellen
wollen; weil er sich aber beklagt, daß er denselben jetzt nicht könnte aufbringen, und
demnach angelobt, auf künftig Michaelis dieses laufenden 1652. Jahres 4 Scheffel Roggen
den Kirchvätern abzutragen, ist man soweit mit ihm zufrieden gewesen.“ Er liefert sie 1652.
1652 ist Hans Schmidt, (3) wie es scheint, zwar noch Besitzer von Hof 12 a gewesen, ist aber hier nicht wohnhaft gewesen; sonst würde er gleich den anderen Bauern sich an einer freiwilligen Spende zu baulichen Ausgaben bei der Kirchkasse verstanden haben.(cf. K R. 1652, Einnahmen).

(3) Hans Schmidt * 1628 oder später, der Sohn des Berndt Schmidt sub (2) stand im Jahre 1654 im Alter von höchstens 26 Jahren. Er hatte im Mai 1654 das vormals seinem Vater gehörig gewesene Gut 12 a mit dem Acker von 12 b nicht mehr im Besitz; es wurde von ihm dies Gut an das hiesige Amt verkauft 1654. Er erhielt statt des Hofes 12 a den Hof 29, der ohne Besitzer im Krieg geworden war. In Acten des Zerbster Archivs betr. Hof 12 a ist „das Weschkesche Gut“ genannt, womit Hof 12 a gemeint ist, welchen J. Weschke † 1624 besessen hatte.
Berndt Schmidt sub (2) besaß den Hof 12 b bis er Hof 12 b 1627 an Töbing verkaufte und 12 a erwarb. Den Acker von 12 b brachte er an 12 a? Nach Ausweis des Salbuches de Mai 1654 hatte einst Berndt Schmidt im Hof 12 b in Sa. 130 Morgen besessen, die 1627 an Hof 12 a gebracht waren. Im Mai 1654 besaß der Kanzler Töbing in Barby die vor 1627 bei Hof 12 a gewesenen 100 Mg. u. die Gebäude von Hof 12 b.
Hans Schmidt war nach dem 30 j. Kriege wohl nur auf kurze Zeit nach Gr. Mühlingen
zurückgekehrt; am 12. Januar 1654 heißt es von ihm „er habe Gr. Mühlingen verlassen und sich nach Schönebeck begeben.“ – Aber nachdem er den Acker zu Hof 12 a schon 1627 zu Hof 12 b ans Amt verkauft hatte, besaß er lt. Salbuch 1654 noch in Sa. 96 Morgen, die bei Hof 29 waren, waren 47 Morgen als dem Peter Steinhoff früher gehörig gewesen (=Hof 29) im Salbuch bezeichnet sind (cf. sub Hof 29). – Der Halbspännerhof 29 gehörte früher 1674 der Frau Kanzler Lange in Barby.
Ob dieser Hans Schmidt identisch ist mit dem Wittwer Hans Schmidt, ist 1682 tot, in Biere,
den Margarethe Kühne 1664 heirathete? (cf. sub Hof 31). Christian Schmidt, Frohne in Calbe, der 1654 1⁄2 Hufe in Barsdorf besaß (lt. Salbuch), scheint der Bruder des Hans Schmidt (=Sohn des Berndt Schmidt) gewesen zu sein.

(4) Heinrich Töbing „Consil“ (= Rath) Besitzer der Gebäude von Hof 12 b u. 98 1⁄2 Mg., die vor 1627 bei Hof 12 a gewesen waren, ist am 31. Januar 1630 bei der Abnahme der
Kirchrechnung pro Sexag. 1629/30 zugegen und unterschreibt dieselbe.
– „Heinrich Döbingk, Gräflich Barbyscher Hofrath wohnhaft zu Barby“ kauft am 4. März
1631 von der Kirche 15 Scheffel Roggen á 19 Groschen; am 7. März 1632 kauft „Herr
Hofrath Herr Heinrich Töbingk“ 12 Scheffel Roggen á 22 Groschen. – Im Salbuch 1654 ist er meistens „der Herr Kanzler“ genannt; gelegentlich „Herr Kanzler Töbing“ (sub Plan 19) oder „Kanzler Tobin“ (sub Plan IX).
Er hatte 1654 in Sa. 98 1⁄2 Morgen, sämtlich in Grossmühlinger Flur gelegen; 77 1⁄2 Mg. sind als vom ehemaligen Berndt Schmidtschen Hofe = Hof 12 b seit 1627 herrührend bezeichnet. Kanzler Töbing verpachtete diesen Acker und zwar nutzte Moritz Bertram (auf Hof 10) 56 Mg. Schlüter (Hof 6) 15 Mg. Lorenz Reinhardt (1674 Hof 12 a) 29 1⁄2 Mg. (5)
Balkan (Schneider im Spielhause) 1 Mg. Diese Äcker sind in der Abschrift des Salbuches, wie sie (etwa aus dem Jahre 1775 stammend) vorliegt, als Amtsäcker bezeichnet, mit Ausnahme von 3 1⁄2 Mg. Das Amt gebrauchte sie bereits 1692 (cf. Bericht des Pastors G. Reinecke de 1692). Sie sind nach dem Tode des Kanzlers Töbing vom Amte angekauft. Wann Heinr. Töbing der Kanzler gestorben ist, würde vielleicht das Barbyer Kirchenbuch ausweisen.
Die zum Hof 12 a und 12 b um 1600 ff. gehörig gewesenen Äcker sind „dienstfreie“ Äcker
gewesen, seit alter Zeit. Das Töbingsche Gut (Hof 12 b) war 1692 wüste u. dessen Äcker
wurden beim hiesigen Fürstl. Amt gebraucht, es war ein adliger Hof (=Rittergut) einst
gewesen (cf. G. Reinecke Bericht de 1692).
Lorenz Reinhardt, (5), der 29 1⁄2 Mg. vom Töbingschen Acker 1654 pachtweise bewirtschaftete, hat das Haus auf Hof 12 a 1654 ff. besessen. Laut Acten des Zerbster Archivs de 4. April 1665 „possedirte Lorenz Reinhardt das Johann Weschkesche Haus“ (=auf Hof 12 a) vgl. daß in Acten des Zerbster Archivs de 8. Februar 1654 das vom Hans Schmidt 1654 verkaufte Gut (= 12 a) „das Weschkesche“ genannt ist. Im Jahre 1674 wohnte Lorenz Reinhardt im Gehöft 12 a; aus dem G. Reineckeschen Verzeichnis de 1674 geht hervor, daß er zwischen Hof 36 u. 13 a wohnte.
Das Töbingsche Gut (= Hof 12 b (=vormals Berndt Schmidtsche Gut) nennt G. Reinecke ein ehemaliges adliges Gut 1692 (=Freigut, Rittergut). Die Gebäude von Gehöft 12 b verfielen und gingen schließlich ganz ein; sie müssen schon 1627 sehr schadhaft gewesen sein, so daß Berndt Schmidt deshalb die Gebäude von Hof 12 a erwarb. Kanzler Töbing verpachtete seinen Acker an einzelne Bauern, so daß er deshalb die Gebäude von 12 b nicht erneuern ließ.

K V. 1678
(5) Lorenz Reinhardt er wohnte auf Hof 12 a, † 1682 ~ Margarethe Welsch † 1682 Pest (T. R. 1666, 12). Er ist im Salbuch als Pächter von 29 1⁄2 Mg. Töbingschen Acker genannt. In K Rechnungen wird er erstmalig 1657 erwähnt. Welchen Acker er bewirtschaftete, nachdem der Töbingsche an das Amt gefallen war und von diesem gebraucht wurde (1692 wars bereits geschehen)? Wahrscheinlich den Acker von Hof 28, da dessen 1654 genannter Besitzer nirgends wieder erwähnt wird.
Reinecke sagt 1692: Das vormals Töbingsche Gut (=Hof 12 b) ist wüst (dies bedeutet, daß
dies Ackergut nicht bloß eingegangen ist, sondern, daß das ganze Gehöft leer steht)
(=unbewohnt); es folgt daraus, daß Lorenz Reinhardt 1692 auf dem Gehöft 12 a gewohnt
habe. Die zwischen Hof 12 a und 13 a gelegene Hofstätte 12 b ist in der Folgezeit (etwa seit 1716) mit Hof 12 a verbunden (cf. Vorbemerkung zu Hof 12 a, b). Die Kirchensitze von Hof 12 a wurden dem Lor. Reinhardt überlassen; die Sitze des Hofes 12 b sind an den Hof 37 gekommen (cf. Kirchenstuhlordnung III, S. 133, 136).
Ein Spanngut hat später Lorenz Reinhardt bzw. sein Sohn (6) bewirtschaftet; denn letztrer ist„ Halbspänner“ im Kirchenbuch genannt. Höchstwahrscheinlich war dem Lorenz Reinhardt der größte Teil des Dix Bockschen Ackers überlassen. (Dix Bock Hof 28 hatte lt. Salbuch 1654 in Sa. 124 1⁄2 Mg.; Dix Bock K V. 1632 besaß den Hof 28; er wird nach 1654 nicht wieder erwähnt). Ein zu Spanndiensten verpflichtetes Gut, wies das Dix Bocksche gewesen war, wurde nicht parzellirt; denn dem Amt, wie auch den übrigen Bauern lag an seiner Erhaltung. Ich wüßte nicht, wohin der Dix Bocksche Acker gekommen sein sollte, wenn nicht an Lorenz Reinhardt auf Hof 12 a u. von da später an Hof 18 (cf. sub Hof 18).
Kinder des Lorenz Reinhardt
1. Hans * (1653); ~ 1684 (6)
2. Jacob * ...; † 1682 (Pest) als „erwachsener Kerl“; mit Leichenpredigt begraben.
3. Margarethe * ...;† 1721; ~1677 Hans Zickner, Knecht derselbe ist 1678, Hofmeister
auf Hof 24. 1688 ist er „auf dem Pachthof“ (=Hof 24 b); 1697 ist er „Pachtmann auf
Rudloffs Gut“ (=Hof 3). Siehe sub Hof 24 b.
4. Susanne Reinhardt * 1661; ~ 1684 Valentin Nagel † 1702, des Richters Valentin
Nagels Sohn (vgl. sub Hof 16 u. 18); ~ 1704 Weber Heinrich (=Andreas?) Heinemann.
5. Joachim * 1666; † 1682 an der Pest (Er besucht 1674 die Schule nicht).
6. [Marie; * (1664?) ...; Magd auf Hof 24 (T. R. 1683, 9)]
Im Bericht de 1674 ist notirt, daß der 7 Jahre alte Johann (=Joachim) Reinhardt und die 10
jährige Susanne Reinhardt (= Marie Reinhardt?) die Schule nicht besuchen.
(Der damalige Schulmeister Christophorus Schmidt war noch nicht lange hier, so daß er die Namen der Kinder nicht genau kannte.)

K V. 1694
(6) Hans Reinhardt auf Hof 12 a gelegentlich „Halbspänner“ genannt im Kirchenbbuch †
1726, 73 Jahre alt als „gewesener Ackermann“; ~ 1684 Agnes Richter, † 1704, Tochter des Halbspänners (u. Richters) Peter Richter ~ Sophie... (T. R. 1691, 15) in Glöthe. An einem Dienstag war die Trauung, am Mittwoch darauf wurde die Hochzeitspredigt gehalten. Es hatte sein Hof 4 Frauensitze an der Südmauer der Kirche die er 1700 löste. (Anna * 1699 ~ 1720 Meseberg wird „Kossathentochter“ genannt).
Der Halbspänneracker, den er bewirtschaftet hatte, kam vermutlich 1715 teils an Hof 18 teils an Hof 7; Hof 18 war fortan ein „Halbspännergut“ (cf. sub Hof 18). In das ackerlos gewordene Gehöft 12 a zog um 1722 Noahs (7); (bis dahin auf Gehöft 23); dieselben brachten den Acker (1654=186 Morgen) dsgl. den Kohlhof der Kirche an Hof 12 a
(cf. sub Hof 23).
Kinder des Hans Reinhardt:
1. Magdalene * 1685;–
2. Catharine * 1686; † 1738; ~ 1708 Peter Hamel, Hof 29 (Halbspänner)
3. Anna Barbara * 1689; ~ 1713 Kossath Klampe Hof 17.
4. Sophie Catharine * 1691; ~ 1718 Häusler Just Andreas Hoff, Halbspännersohn
von Hof 27.
5. Hans * 1695; † 1707.
6. Anna * 1699; ~ 1720 Johann Meseberg, Kossathensohn von Hof 19 a;
1720 Schütze (=Jäger auf dem Amt); 1728 Jäger in Athensleben.
7. Susanne Elisabeth * 1702.
Abgesehen von Catharine ~ 1708, die in einen Halbspännerhof kommt, machen die Töchter keine „glänzende“ Partie. Man kann aus ihrer Heirath schließen, daß die
Vermögensverhältnisse des Hans Reinhardt ungünstiger wurden, je länger je mehr. Er war seit 1704 verwittwet, u. Söhne hatte er nicht, die ihm in der Wirtschaft hätten helfen können.

(7) Des 1709 verstorbenen Joachim Noah Wwe Magdalene geb. Fischer † 1730 erwirbt um
1715 das Gehöft 12 a. Gehöft 12 a u. 12 b wurden zu einer Hofstätte vereinigt, resp. der Hof 12 a dehnte sich nach Osten hin aus. Das Wohnhaus des neugebauten Gehöftes 12 stand an dessen Westseite, wo vormals das Wohnhaus zu Hof 12 a gestanden hatte. (Die Noahs saßen vorher auf dem Hofe 23.) Ihr 1684 geborener Sohn Andreas Noah (8) bewirtschaftet den seiner Mutter gehörigen Hof bis er ihn übernimmt (1725).
186 Morgen und der Kohlhof der Kirche werden von Hof 23 an Hof 12 a gebracht. Dagegen
blieben die vorher zu Hof 23 bzw. 12 gehörigen Weibersitze in der Kirche für die Folge bei
Hof 23 bzw. 12. Wwe Noah u. ihre Schwiegertochter etc. nutzt also wie vorher Frau
Reinhardt die zu Hof 12 a gehörigen Sitze, während die Sitze von Hof 23 die Frau ihres
Nachwirths auf Hof 23 nutzt. Über die Vorfahren des Andreas Noah (8) siehe sub Hof 23.
Man nannte die Noahs im Dorfe auch „Noe“ oder „Naue“ (cf. Kirchenregister).

(8) „Ackermann“ Andreas Noah † 1752, 68 J. alt, geboren 1684 in Hof 23 ~ 1725 Catharine Elisabeth Schmidt, eines Pächters Tochter aus Eilstedt, † 1738 ; ~ 1738 Anna Elisabeth Eichel * 1710, † 1761, Ackermannstochter aus Hof 4 a (28 Jahre alt heirathete sie einen 54 jährigen Wittwer! Aber er war Besitzer eines großes Gutes!).
Nach dem Tode des Andreas Noah † 1752 heirathete dessen 44 Jahre alte Wittwe geb. Eichel 1754 den Ackermannssohn

K V. 1757
(9) Johann Heinrich Böneke aus Unseburg, † 1761, im Jahre 1754. Er übernahm 1759
pachtweise die auf Hof 27 stehenden eisernen Kirchenschafe.
Kinder: des Andreas Noah † 1752 ~ 1725 C. E. Schmidt † 1738 ~ 1738 A. E. Eichel; Kinder
der A. E. geb. Eichel † 1761 ~ 1754 J. H. Böneke † 1761
I. Ehe A. Noah ~ Schmidt: kinderlos.
II. Ehe A. Noah ~ Eichel:
1. Johann Andreas * 1739; † 1739.
2. Catharine Margarethe * 1741;–
3. Johanne Juliane * 1747; ~ 1765 (10)
III. Ehe Wwe Noah † 1761;~ Böneke † 1761; kinderlos.

KV 1771-1782.
(10 a) Caspar Christian Schumann, Sohn des hiesigen Amtspächters Schumann; ~ 1765
Johanne Juliane Noah. * 1747 † 1767. Bis sie sich im Alter von 18 Jahren verheirathete hatten ihr Onkel Eichel, Ackermann auf Hof 4 a u. Meister Bauermeister (Hof 37) als Vormünder den Hof 12 bewirtschaftet administrirt (Gemeindeacten) (1761-1765); sie starb 20 Jahre alt im Jahre 1767.
C. C. Schumann hatte 1765 und 1766 die eisernen Schafe von Hof 27 in Pacht; er erwarb den Kossathenhof 22.
Nach dem Tode seiner Frau geb. Noah geht Hof 12 (wahrscheinlich auf Grund einer
Ehestiftung, wie sie seit alters gebräuchlich war), auf den C. C. Schumann über. Schumann auf Hof 12 erwirbt vom Hof 22 1⁄4 Kirchenacker (er zinst dafür 1767-1783).
Die 1⁄4 Hufe Kirchenacker kommt nach dem Tode des C. C. Schumann † 1783 an Allenstein (anfangs auf Hof 17, dann auf Hof 13 b).

(10 b)Wwr Caspar Christian Schumann † 1783 (Besitzer von Hof 12) ~ 1770 Anna Catharine Priegnitz * 1751, † 1801, Tochter des hiesigen Amtsmüllers; sie kaufte 1784 das Gut.

KV 1786, do 1822.
(11 a). Die Wwe A. C. Schumann geb. Priegnitz * 1751 † 1801 ~ 1784 Johann Jacob
Haberhauffe † 1840; 81 Jahre alt, Vollspännersohn aus Eggersdorf; bei der Verheirathung ist er 24 Jahre und seine Frau 33 Jahre alt.

(11 b) Wwr Johann Jacob Haberhauffe * ca 1760 ~ 1801 Marie Dorothee Kase † 1812 41
Jahre alt, Vollspännertochter aus Löbnitz (11 c) Wwr Johann Jacob Haberhauffe † 1840; 81 J. alt ~ 1813 Marie Elisabeth Lüke, Vollspännertochter aus Etgersleben † 1848, 75 J. alt.
Johann Jacob Haberhauffe war durch die Heirath in den Hof 12 gekommen. Er wurde 1813
„ Vicerichter“; = Substitut des Richters Sievert (cf. Hof 25); 1820 (nachdem Richter Kossath Sievert auf Hof 25 gestorben ist) wird er Richter. Zum Hof 12 gehörten 1807 189 Mg. Dienstacker. („Ackerrichter beider Mühlingen“ Tauf. Reg. 1820, 1); 1836 wird er als
„ ehemaliger Richter“ erwähnt; er hatte in seinem hohen Alter das Amt eines Richters
niedergelegt. Nach dem Tode des Halbspänners Exter auf Hof 29 († 1816) erwarb er dessen Gut; er mußte deshalb 1822 noch einmal Kirchvater werden und den Klingelbeutel tragen bzw. ihn durch einen Sohn oder Knecht tragen lassen, wie solches auch in Bornum b. Zerbst um 1860 geschah. Er starb als „Vollspänner“ (wegen Hof 12) „und Halbspänner“ (wegen Hof 29) im Jahre 1840, im Alter von 81 Jahren. Die Stiefkinder (aus seiner 1. Ehe mit Wwe Schumann geb. Priegnitz) wurden den damaligen Verhältnissen gemäß ausgestattet.
Das Geld war damals überhaupt im Bauernstande knapp. (cf. Nr. 8 der Schumannschen
Kinder wo 358 Thaler Mitgift genannt sind.) Der Halbspännerhof 29 und der Vollspännerhof 12 vererbte auf seinen jüngsten Sohn August Haberhauffe (12); derselbe soll auch noch 10000 Thaler in Gelde geerbt haben (vgl. über ihn sub Hof 29). Man pflegte früher zu sagen: „Der Bauer hat nur ein Kind.“
Die im Hof 12 seit 1765 geborenen Kinder:
I. Schumann † 1783; ~ 1765 geb. Noah:
1. Anna Catharine Margarethe Schumann * 1766; † 1766.
2. Johann Daniel Schumann * 1767; Gastwirth; ~ 1789 J. So. Bauermeister, aus Hof 37.
II. Wittwer Schumann † 1783 ~ 1770 geb. Priegnitz † 1801:
3. Andreas Christoph Schumann * 1771; † 1772.
4. Christiane Marie * 1773; ~ 1800 Böttcher Körner in Salze.
5. Andreas Gottfried * 1774; † 1864 89 Jahre alt; Häusler, Arbeiter; ~ 1809 Cath. Jul.
Allenstein, Arbeitertochter; er besaß das Haus mit der jetzigen Nr. 181, das er um
1809 baute; Nachkommen von ihm wohnen jetzt noch im Dorfe.
6. Anna Dorothee * 1776, † 1852, ~ 1801 Schäfer Andreas Peter Schwenke † 1864,
Sohn des Gemeindehirten; wurde später Gemeindehirt.
7. Marie Catharine * 1777; ~ 1801 Tischler und Schenkwirth Paul, Halbspännersohn
aus Hof 7.
8. Anna Catharine * 1778; ~ 1805 Kossath Peter David Dorst auf Hof 40 (1817 ff
Häusler im Haus Nr. 61 pro 1908). Sie brachte 358 Thaler in die Ehe. (cf.
Hypothekenbrief der Kirche de 1828)
9. Johann Christian * 1781; –
10. Johann Samuel * 1783. –
III. J. J. Haberhauffe ~ 1784 Wwe Schumann, geb. Priegnitz † 1801:
11. Peter Jacob * 1785; † 1814 ledig.
12. Catharine Dorothee * 1787 ~ 1807 Ackermann Thomas in Kl. Mühlingen.
13. Johann Joachim Andreas * 1792; † 1792.
IV. Wwr Haberhauffe ~ 1801 Kase † 1812:
14. Johanne Dorothee Elisabeth * 1802; ~ 1822 Ökonom Heinrich in Schönebeck.
15. Gottlieb Heinrich Christoph * 1803; Müller in Schleibnitz; ~ 1845 … Feldmann,
Gutspächtertochter in Welsleben.
16. Marie Justine Dorothee * 1806; † 1807.
17. Samuel Gottfried Wilhelm * 1812; † 1836 ledig.
18. Marie Elisabeth * 1812; † 1812.
V. Wwr Haberhauffe † 1840 ~ 1813 Lüke † 1848 (letztere hatte einen Auszug u. Altensitz auf Hof 12 bis an ihren Tod; cf. Gemeinde-Acten)
19. Johann Gottlieb August * 1814; (12) erbt Hof 12 u. 29 und wie man sagt 10000
Thaler.
20. Christian Friedrich Jacob * 1816; † 1820.
21. Anna Christiane Elisabeth * 1817; † 1817.

(12) Johann Gottlieb August Haberhauffe * 1814 erbte 1840 (Hof 12 und Hof 29 u. 10000
Thaler Geld; damals 26 Jahre alt. Er zeugte mit Friederike Schellow, Tochter des hier verstorbenen Pferdebereiters u. Bedienten Schellow † 1837, 2 uneheliche Töchter (1838 und 1841 geboren); er kaufte dieser seiner Geliebten das Gehöft 9 (18. August 1848) (cf. sub Hof 9). Sie zu heirathen hinderte ihn wohl die Rücksicht auf seine alte Mutter, die solche Heirat als mesaillance beurteilt hätte; nach deren Tode 1848 wollte Friederike Schellow ihn nicht mehr zum Manne nehmen, da sie erkannte, wie er, ein in vieler Beziehung intelligenter Mann, wie mit Blindheit geschlagen, unrettbar seinem Untergang entgegengehe.
Er machte Reisen, während deren seine Wirtschaft hier schlecht besorgt wurde; so ist er in
England gewesen. Mit seinem Freunde, einem Sohn, des hiesigen Cantors Hoffmann
beschäftigte er sich mit der Erfindung eines Hinterladergewehres und dazu suchte er sich auf seinen Reisen technisch zu bilden. Die Dorfleute sahen die beiden, wie sie ihre
Schießversuche draußen vor dem Dorf anstellten; öfters ging der Schuß hinten hinaus, so daß sie Brandwunden im Gesicht davon trugen. Gelungen ist ihnen die Erfindung eines
Hinterladergewehres nicht. Von den ehemaligen 3 Kohlgärten der Kirche gehörte der östlichste 1654 zu Hof 23, seit etwa 1720 zu Hof 12, etwa 80 Quadratruthen groß. Im Jahre 1841 tauschte Hof 12 gegen 1 Morgen Acker den bei Hof 2 u. 1 befindlichen Kohlgarten der Kirche ein, der aus 2 vereinigten Kohlgärten der Kirche bestand u. etwa 160 Quadratruthen maß. (cf. Materialien S. 122, Anm.; cf. II, S. 6).
Bei der Ausmessung zur Separation enthielten die ehemaligen 3 Kohlgärten der Kirche bei
Hof 12, in Sa. 1 Mg. 69 Quadratruthen. Im Revolutionsjahr 1848 gehörte August Haberhauffe zu denjenigen, welche die fulminantesten Reden hielten und die klügsten Ansichten zur Verbesserung der allgemeinen Verhältnisse in den Augen Vieler hatten.
Eine auf seinem Hof 29 von ihm angelegte Branntweinbrennerei gab keinen Gewinn, ja sie
half seine vollständigen Verarmung zu beschleunigen. Man sagt, seine Kühe und Ochsen
seien besoffen gewesen von dem vielen Branntwein, der in der Maische zurückgeblieben sei.
Nachdem der Hof 12 schon im Jahre 1846 (bzw. 1844) verkauft war, (13) behielt Aug.
Haberhauffe den Hof 29 noch bis zum Jahre 1852, seit welcher Zeit er hier keinen
Grundbesitz mehr hatte.
In spätern Jahren hat er die hiesigen Schumanns aufgesucht, und deren Mildthätigkeit in
Anspruch genommen; durchgreifend konnten sie ihm nicht helfen. Er ist – so sagt man – in einem Chausseegraben im Cöthener Kreise gestorben; die Kosten seines Begräbnisses hat die Grossmühlinger Gemeinde bezahlen müssen.
Man urteilt über den bedauerswerthen Mann milde, und meint, wenn er nicht schon als Knabe mit Goldstücken hätte spielen dürfen, so würde er ein anderer Mann geworden sein. Von den Stiefkindern seines Vaters haben der 1774 geborene Arbeiter u. Häusler Gottfried Schumann und die Frau des Dorfhirten Schwenke geb. Schumann * 1776 das traurige Ende des August Haberhauffe erlebt.

(13) Vollspänner Friedrich Albert Matthei [Sohn des † Superintendenten M. in Meyendorf ~ Anna Friederike (T. R. 1845, 20 als Wittwe hier wohnhaft)] ~ 1844 Anna Dorothee Elisabeth Bedau.( Sie lebte nach dem Urteil der Dorfbewohner zu großartig, hielt eine
Wirtschaftsmamsell etc.) (Ackermannstochter aus Wolmirsleben) bewirtschaftet 1844-1846
den Hof 12, als Eigentümer. Er zog zunächst nach Salze. (Gemeinde-Acten) Man sagt, sie
seien später nach dem Harz (Siptenfelde?) verzogen. Die zum Hof 12 gehörigen eibersitze
kaufte Matthei 1844. Nach Angaben seines Enkels, Erich Berger in Berlin-Siemensstadt war Albert Matthei im ...... bei Kieferstädtel, Kreis Gleiwitz Gutsbesitzer u. ist als Rentier in Gleiwitz/ Schl. am 17.8.1874 an der Cholera gestorben u. am 19.8.1974 dort begraben. Vom evang. Pfarramte in Gleiwitz /Schl. sind diese Angaben bestätigt. Seine Frau, Anna Dorothee Elisabeth geb. Ledau liegt begraben in Kiefernstädtel Kreis Gleiwitz /Schl.
Kind:
1. Friedrich Albert * 1845.

(14) Vollspänner Christoph Kühne, ein gelernter Tischler ~ Auguste Catharine Zimmer kaufte den Hof 12 mit 190 Mg. zugehörigen Dienstgrundstücken am 11. März 1846 (cf. Separat. Receß). Außerdem war dabei der Kohlgarten (= 1 Mg. 69 Quadratruthen) (1846)) von der Kirche. Er soll 30000 Thaler = 90000 MK für dies Gut gegeben haben. Der Vater der Frau Kühne geb. Zimmer, ein Landwirth, Besitzer des Hausgrundstückes mit der jetzigen Haus-Nr. 137, kümmerte sich tüchtig um die Wirtschaft seiner Kinder, konnte aber mit seinem Fleiß und seiner Einsicht den Vermögensverfall nicht aufhalten, da Christoph Kühne zusammen mit einem Compagnon einen eigenen Schacht (sogen. Kühnscher Schacht) anlegte und sich damit in ein Unternehmen gestürzt hatte, dem er mit seinem Geldbeutel und wohl auch mit seiner Einsicht nicht gewachsen war. Das Kühnsche Ackergut ist 1859 subhastirt. Die Behrendtschen Erben (15) als Gläubiger des Chr. Kühne kammen 1859 in den Besitz des Hofes 12 und des Kühnschen Schachtes. Chr. Kühne bewohnte um 1862 das von ihm erworbenen ackerlose Gehöft Nr. 36 (cf. Häusleracten), zog mit seiner Familie 1867 nach Berlin, wo er einen Obsthandel anlegte. Im Deutsch-französischen Kriege 1870/1 soll er Proviantfahrer gewesen und von Franctireurs erschossen sein.
Kinder: des Christoph Kühne ~ Zimmer
1. Elisabeth Dorothee Bertha * 1846; † 1846.
2. Dorothee Friederike Bertha * 1847.
3. Dorothee Elisabeth Emma * 1849.
4. Albert Carl * 1852.
5. Dorothee Elisabeth Agnes * 1853.
6. Carl Robert * 1857.
Im Jahre 1857 hatte der Hof 12, in Sa. 225 Mg. 28 Quadratruthen incl. 166 Quadratruthen in der Kricke (excl. Kohlgarten von der Kirche, Erbpacht).

(15) Die Behrndtschen Erben bezahlen 1859-1863 den Kohlhofzins für Hof 12 an die Kirche, sind also während dieser Zeit Eigentümer von Hof 12; ebenso besaßen sie den Kühnschen Schacht (cf. Ablösungsacten der Pfarre Bl. 40). Der Schacht wurde von der Grube Alexander Carl angekauft. Der Hof 12 wurde von den Behrndtschen Erben 1862 verkauft an Tiebe (16).

(16) Halbspänner Tiebe (cf. sub Hof 7) bezahlte 1864-1866 den Kohlhofzins für Hof 12 als
Käufer desselben (ob er ihn direct von den Behrndtschen Erben oder von Juden gekauft
hatte?). Er kaufte seinem 1862 verkauften Hof 7 wieder zurück, während Hof 12 (die Juden und von diesen) Christian Braune, Ökonom in Eggersdorf kaufte. (17)

(17) Ökonom Christian Braune in Eggersdorf kaufte Hof 12 und bezahlte den Kohlhofzins
1867, bis er 1871 abgelöst wurde (bzw. ließ ihn darauf seinem hiesigen Bruder Wilhelm
Braune auf Hof 24 in seinem Namen bezahlen und ablösen). Er verpachtete in Parzellen den Acker von Hof 12, bewirtschaftete wohl auch den für ihn bequemer gelegenen von seinem Eggersdorfer Gut aus, bis er mit Hof 12 seinen Sohn Gustav Braune (18) ausstattet, der in Grossmühlingen ansässig wurde.Über die Vorfahren des Gustav Braune, soweit das hiesige Kirchenbuch Nachrichten enthält, vgl. sub Hof 24.

(18) Gustav August Braune, geb. 12. Juni 1858 in Eggersdorf ~ 25. Juni 1885 Emma Caroline Rosalie Haberhauffe * 10. Mai 1858 aus Eggersdorf. Er hat das jetzige Wohnhaus gebaut. Um 1902 kaufte er die sogen. Fabrik am Wege nach Eggersdorf mit der Haus-Nr.. 265, (das Wohnhaus verkaufte er 1911 an den früheren Gastwirt Schabke aus dem jetzigen Haus Nr. 91) 1908 das Hausgrundstück mit der jetzigen Nummer 27; ferner etwa 100 Mg. Acker von den Vereinigten chemischen Fabriken Leopoldshall als Besitzern der 1902 eingegangenen Grube Alexander Carl. Dieser Acker hat einst größtenteils zu Hof 3 und zu Hof 4 a gehört. – Vom Acker an der Zenser Grenze hat er einen Teil jüngst verkauft; weil er ihm zu unbequem liegt. Durch Kauf gehört ihm weiter das ausgrundstück mit der jetzigen Nummer 31, auf dem ein altes und ein noch junges gebaut 1869 Haus stehen; darin wohnen Arbeiterfamilien des G. Braune. Der dabei liegende große Garten, einst Pfarrlehensgarten, gehört durch Kauf dem G. Braune. Ferner ist bei dem Brauneschen Hof der ehemalige Kohlhof der Kirche, dicht am Dorf, am Nordsaume des Weges nach Gnadau. – 1909 kaufte G. Braune das jetzige Haus mit Nr. 28 nebst Garten (excl. Acker) u. 1908 das Gehöft 29 nebst Garten.
Kinder:
1. Gustav * 15. Oktober 1889; Landwirth.
G. Braune, Ortsvorsteher 1893-1902, legte freiwillig das Amt nieder; 1910 wurde er wieder zum Ortsvorsteher erwählt, nachdem F. Meissner dies Amt niedergelegt hatte. Er ist seit lange Kirchenältester u. Schulgemeindevertreter. Auch Vorsitzender des landwirtschaftlichen Vereins Gr. u. Kl. Mühlingen. Er wurde 1912 vom Herzog zu Anhalt zum Amtmann ernannt.
Er baute 1914 an der Ostgrenze seines Gehöftes einen großen Stall, nachdem er die Gebäude auf die von ihm 1908 erworbenen Hofstätten 27 (=13 a) und (13 b) niedergelegt hatte.– Ackerbesitz 1919 77,75 ha, davon verpachtet 40,18 ha.

Hof 12 b (=Nr. des Planes pro 1674)
Hof 12 b (=ist eine Wünnigsdorfer Siedlung, welche 1376 der Ritter Conrad von Köthen besessen zu haben scheint (cf. I, 250).

Inhalt:
Besitzer von Hof 12 b mit ca. 100 Mg.
1. Hans Schmidt † 1611; dessen Wwe ~ 1631 M. Harzgerode (S. 84)
2. Berndt Schmidt (S. 85) verkauft 1627 an Kanzler Töbing (S.87).
3. das Amt kaufte ca. 1716 wird die Hofstätte 12 a und 12 b zu einer einzigen verbunden.

Bemerkung:
Die Gebrüder Bertram und Dietrich in Mühlingen, welche 1225 2 Hufen Land an das
Laurentius-Kloster in Magdeburg-Neustadt verkauften (Heine, Gesch. der Grafschaft Mühl.
S. 15), könnten aus dem Hof 12 b gestammt haben, der um 1600 ein Freigut war. M. E. ist
dieser Hof 12 b eine Siedlung aus der Zeit nach der Zerstörung von Wünnigsdorf. Außer Hof 24 b gab es 1225 kein weiteres Freigut von welchem Acker hätte verkauft werden können.
Dieser Hof ist mit 12 a zu einem Gehöft vereinigt (cf. Vorbemerkung zu Hof 12 a).
Anscheinend baute Noah (aus Hof 23) um 1716 ff. ein neues Gehöft auf den beiden
Hofstätten 12 a u. 12 b auf.
Die Weibersitze zu Hof 12 b lagen an der Nordmauer, während die von Hof 12 a an der
Südmauer lagen. Hof 12 b (eine Wünnigsdorfer Siedlung um 1200) existirte also bereits, als um 1370 ff das Dorf sehr vergrößert wurde; auch Hof 12 a ist wohl eine Wünnigsdorfer
Siedlung, obgleich seine Weibersitze an der Südmauer der Kirche lagen, er mag 1370 von
einem Bauern aus ... neu gebaut sein. (cf. meine Untersuchungen zur Kirchenstuhlordnung).– Die Besitzer von dem Hof 12 b waren:
Hans Schmidt † 1611; dessen Witwe † 1627; Kanzler Töbing seit 1627; das Amt nach 1654.

(1) Claus Schröder † 1616; auf Hof 12 a, Kirchvater 1587 dsgl. 1605 ~ ... lebt 1616, tot 1618 ? Er wurde 1598 Schöppe u. 1615 vom Schöppenamte auf sein Ansuchen entbunden. Söhne hatte er nicht, so daß sein Hergewett ( incl. 1 Pferd) an den Richter Schröder in
Altenweddingen fiel. Es gehörten zum Schröderschen Gut am 16. April 1618 (als fahrende
Habe der Wwe Schröder inventarisirt): 87 Morgen „besäten“ Acker, 3 Pferde (excl.
Hergewette), 7 Kühe. Es gehörten zum Gut 138 1⁄2 Mg. Es ist ein Freigut gewesen, wie auch Hof 3.
Geschwister des Claus Schröder sub (1)
1. Magdalene Schröder (lebt 1598) ~ Andreas Uchtdorf in Biere.
2. Schwester (lebt 1598) ~ Andreas Thorendorf in Calbe.
3. Schwester (lebt 1598) ~ Georg Hampel in Cöthen.
4. Schwester (lebt 1602) ~ Peter Steinhausen in Calbe.
5. Schwester (lebt 1602 ~ Peter Volkmar in Calbe.
6. Richter Albert Schröder in Altenweddingen (erhielt das Hergewett 1616 ein junges
braunes Pferd mit Zaum u. Sattel 38 Thaler, ein 1 Harnisch 6 Thaler 1 Spieß u.
Stiletzscher 21 Groschen)

(2) 1618 ff. kaufte Weschke † 1624 den Hof 12 a, der später die Wwe des Ventz Knoche aus Hof 29 a heirathete von Weschke (= Hof 12 a und Hof 29) waren 1624 116 Morgen bestellt (cf. sub Hof 29). (Die Inventarisirung de 1674 cf. sub Hof 29). 1627 ff erwarb Berndt Schmidt den Hof 12 a; seinen Hof 12 b kaufte Töbing. Der Hof 12 a ist Januar 1654 (Acten der H. und St. Archivs zu Zerbst) als „Weschkescher Hof“ bezeichnet, den Hans Schmidt (Sohn des Berndt Schmidt) an das Amt verkaufte. Es ist Hof 12 a dieser „Weschkescher Hof“, welcher neben Hof 12 b lag u. welcher der Vater des Hans Schmidt vgl. 27 ff zu eigen erwarb.
Das Haus des Weschke (vom Hof 12 a) „possedirte Lorenz Reinhardt“ im Jahre 1665 (Acten des Zerbster Archivs). Er wohnte auf Hof 12 a (und seine Frau hatte die Weibersitze zu Hof 12 a an der Südmauer); man scheint nach dem 30 j. Kriege noch immer den Hof 12 a „den Weschkeschen Hof“ benannt zu haben. – Der Acker vom vormals Weschkeschen Hof wurde nach dem 30 j. Krieg (=30. Januar 1654) vom Amte gekauft. – Ebenso wie das Halbspännergut 12 b (einst Schröder) ging mit dem 30 j. Krieg das Halbspännergut des Moritz Bock ein (cf. über Moritz Bock sub Hof 26) u. des Dix Bock (=Hof 28); zum Ersatz wurden nach dem 30 j. Krieg Hof 13 a, 27 u. Hof 30 zu Halbspännergütern gemacht, die früher Kossathenhöfe gewesen waren (cf. Salbuch 1654). – Hof 12 a scheint ein Halbspännergut durch Zuteilung des Ackers von Hof 28 später wieder geworden zu sein.– Die Weibersitze zu Hof 12 b in der Kirche kamen an den Schmied Lüdicke (Hof 37), dessen Frau aus dem Geschlecht der Schröders in Calbe stammte. Hans Lüdicke war zu gleich der Richter. Die einstigen Sitze von Hof 12 b blieben bei der Schmiede (=Hof 37). (cf. K. Stuhl-Ordnung).
Hof 12 a ist ein Freigut gewesen, daß keine Spanndienste zum Ackerbau auf dem Amte zu
leisten gehabt hatte, aber zu Fuhren auf dem Amt u. Fuhren in der Gemeinde verpflichtet
gewesen war. Neu aufgebaut wurde vermutlich von Noah um 1716 ff. das Gehöft auf Hofstätte 12 a mit Hinzunahme von Hof 12 b. – Die Kirchensitze von Hof 12 b sind an die Schmiede gekommen. Der Acker des Amtes, der 1654 im Gemenge lag (= 135 1⁄2 Mg.), hatte früher zu Hof 12 a gehört.

 

Die Ergänzungen der Familiengeschichte der einzelnen Besitzer nach dem Ende der Aufzeichnungen Friedrich Looses bis zur Gegenwart finden Sie im pdf-Dokument zum Hof. Auf dieser Seite oben.

 

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