Grossmühlingen - ein typisches Bördedorf

Hof 10

(des Planes pro 1674)
(=Nr. 2 des Reineckeschen Verzeichnisses de 1674
= Haus-Nr. 23 im Jahre 1908)

Der nördliche Teil des Gartens ist einst Wall gewesen. (I, 48)

(1) 1597 „Kossathenhof des Andreas Kuntze“ (cf. Vorbemerkung zu Hof 8). Er verkauft ihn
an
(1 a) Hans Wolter; die Kirche streckt 1604 dem Andr. Kuntze als Verkäufer 34 Thaler 6 Gr. sogen. „Tageszeiten“ (= zu bestimmtem Termin zu zahlende Abschlagsgelder) für Hans Wolter als Käufer vor, die dieser 1607 an die Kirche zurückzahlt (K R. 1604, 1607). –
Andreas Kuntze scheint nach Kl. Mühlingen übergesiedelt zu sein; wenigstens hatte dort 1606 ein Andreas Kuntze einen Hof, u. auch 1627 gabs dort eine Familie Kuntze (Schöppenbuch). 1615 erhält Hans Wolter in Gr. Mühlingen Quittung von der Frau des Andr. Kuntze, nachdem er den von A. Kuntze erkauften Kossathenhof voll bezahlt hatte (Schöppenbuch). Er ist 1627 Vormund für die Mertin Döringschen Kinder in Kl. Mühlingen, wohnte also zu dieser Zeit vermutlich in Kl. M.

K V 1616 (2tes mal!)
(2) Am Mittwoch post 6. Januar 1619 ist der Schmiedemeister Hans Lüdecke Hof 37; quittirt, von der Frau Körnisch, über den vollen Empfang des Kaufgeldes; für den an ihn verkauften Kossathenhof. Vermutlich ist dieser Kossathenhof =Nr. 10, den ein Hans Lüdecke auf Nr. 24 seinen Stiefsohn Moritz überlassen zu haben scheint.

(3) Vermutlich erbte des Schmiedemeisters Hans Lüdecke sen. (Hof 37) Sohn Hans den Hof 10. Er war seit 1620 verheirathet mit der verwittweten Bertram auf Hof 24 u. bewohnte diesen Hof 24 bis an seinen Tod (zwischen Sexages. 1661 und Sexag. 1662 gestorben).

(4) Als sich dieses Hans Lüdecke Stiefsohn Moritz Bertram * 1611 (geboren in Hof 24)
selbständig machte u. verheirathete 1640, erhielt er vermutlich von seinem Stiefvater Hof 10; jedenfalls bewohnte M. Bertram 1640 ff. den Hof 10. Damals wurde wahrscheinlich die
Teilung des Ackers von Hof 24 vollzogen, von welcher Acten des Zerbster Archivs betreffend Hof 24 b de 1665 berichten. Moritz Bertram auf Hof 10 ist erstmalig Kirchvater 1642. Er bewirthschaftete 1654 als Pächter 56 Mg. von Hof 12 a des Kanzler Töbingschen Gutes, die später Amtsacker wurden und rot. 100 Mg vom Hofe 24. Der übrige Acker von Hof 24 mit rot. 100 Mg. gehörte ihm schon 1654 zu eigen, wurde aber von seinem Stiefvater Hans Lüdecke bzw. seiner rechten Mutter bewirthschaftet. Moritz Bertram, geboren in Hof 24 im Jahre 1611, † 7. November 1675 (als Sohn des Richters Peter Bertram † 18. Okt. 1618 ~ 1601 mit Susanne geb. Nagel, 1620 wiederverehelichte Hans Lüdecke † 1663), ~ 1640 Susanne…† 1682 Pest, des Moritz Bertram Frau aus Gr. Mühlingen stand im Mai 1641 in Alt Salze Gevatter (Salzer Kirchenbuch). „Er hat den Krieg hier ausgestanden.“ Er bewohnte im Nov. 1674 lt. Reineckes Verzeichnis den Hof 10; Schöffe war er 1648-1675. Gestorben 64 Jahre alt, am 7. November 1675, wurde er erst am 14. November 1675 begraben; Pastor Reinecke legte dabei zum Trost aus: „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; ihm tu ich mich ergeben.“ (Schöppenbuch)
Kinder:
1. Hans Bertram ~ ( 5)
2.
Über seine Vorfahren siehe sub Hof 24.

KV. 1666
(5) Jgs. Hans Bertram ~ 1664 3 Wochen nach Ostern Jfr. Agneta Heydecke, des Richters
Tochter in Zens, Schwester der Frau Noah Hof 23.
Ehestiftung zwischen beiden in Zens am 25. Februar 1664. Sein Hof hatte 6 Hufen Land,
wovon 3 eigen (=bei Hof 10) und 3 verpachtet (=bei Hof 24) waren (diese letztern identisch mit den 3 Hufen bei Hof 24).
Der Bräutigam Hans Bertram kauft seinen Hof für 1000 Thaler (d. h. er nimmt ihn kaufweise an; ob er Geschwister hatte oder ob er sich mit den Geschwistern seines Vaters kaufweise auseinandersetzte, die noch Erbansprüche auf Hof 24 hatten?)
Hans Bertram wurde Schöppe 1676 und Richter 1678. – Er bewohnte Hof 10, während er auf Hof 24 einen Hofmeister hält.
1663 ist Hans Lüdecke auf Hof 24 gestorben bzw. verzogen.
Nachdem seine Mutter im August 1682 gestorben war, findet sich im Kirchenbuch kein
weiterer Familieneintrag. Hans Bertram zog nach Calbe a/S.; er wurde dort churfürstlicher
Postmeister; 1686 beim Regierungs-Antritt haben seine Kurfürstl. Durchlaucht (v. Preussen) das Postamt zu Calbe angelegt u. Joh. Bertram zum Postmeister verordnet. Ordinäre und Extraposten beförderten 2 und mehrmals in der Woche Briefe und Personen in der Richtung nach Halle und Magdeburg. (cf. Hertel Gesch. der Stadt Calbe 1904, S. 125). Schon vor 1686 hatte Calbe ein Postamt. An seiner statt wurde hiesiger Richter der Halbspänner Joa. Chr. Hoff in Hof 27, der als solcher im Tauf-Reg. 1683, 10. (October) erwähnt ist. Vielleicht hat Hans Bertram nach dem Tode seiner Mutter aus Furcht vor der Pest 1682 das Dorf verlassen, wie solches vom Schlosshauptmann J. A. von Krosigk sicher bezeugt ist (cf. Bericht Reineckes de. 1692).
Im Tauf-Reg. 1680, 7 ist Hans Bertram noch als Richter erwähnt.
1683 wurde dem Postmeister Bertram in Calbe verboten, Wein zu verkaufen, damit der
Ratskellerwirt nicht geschädigt würde. (cf. Hertel, Gesch. der Stadt Calbe 1904, S. 118)
Postmeister Johann Bertram in Calbe a/S. war wohl zugleich dortiger Krämer (T. R. 1691, 5). Er borgte von der hiesigen Kirche 100 Thaler im J. 1704, die 1709 zurückgezahlt wurden. Des Postmeisters Joh. Bertram Frau Anna (= 2te Frau des Joh. Bertram oder die Frau des Sohnes, der gleichfalls Hans heißen mochte?) ist hier Pathe 1706 (T. R. 1706, 7).
Als Johann Bertram um 1682 von hier verzog, übergab er die Bewirthschaftung des ganzen Ackers von Hof 24 wie von Hof 10 einem Hofmeister (cf sub Hof 24).
Das Gehöft 10 war vermutlich, bis es an Hoppe (6) kam, seit 1682 vermiethet.
Kinder: des Hans Bertram ~ Agnete Heydecke, die hier geboren sind:
1. Agathe * 1666; Pathe 1680 7; sie ist unter den Schulkindern 1674 nicht erwähnt.
2. Moritz * 1668; er besucht 1674 die Schule; ein Pate ist der Schuster Hans Bertram (aus
Calbe? wo sein Sohn Moritz Bürger wird 1676) ein Onkel des Kindtaufvaters aus Hof 24?
3. Margarethe * 1671; –
4. Susanne * 1674;–

KV. 1705.
(6) Hans Hoppe † 1717, 60 J. alt, bisheriger Halbspänner und Schustermeister auf Hof 30 ~ 1686 Anna geb. Kuhlmann, † 1707, verwittwet gewesene Schulmeister bzw. Stadtschreiber Eichel ~ 1708 Wwe. Lea Regina Franke. Er erwarb 1696 den Hof 10 (ohne dessen Acker), und zog seinen Halbspänneracker 73 Mg. von Hof 30 zu Hof 10, der fortan ein Halbspännergut wurde; ebenso zog er das Stück Pfarrlehensgarten (51 Quadratruthen) vor der Wasserpforte (südlich des Hofes 16 gelegen) von seinem frühern Hof 30 zu Hof 10, bei dem es bis ins 19. Jahrh. blieb.
Im J. 1713 ist Hans Hoppe als „Meister, Schenke und Ackersmann“ bezeichnet; er hatte also dazumal die Gemeindeschenke in Pacht.
I. Stiefkinder:
1. Johann Samuel Eichel * 1668; ~ 1693 Wwe. Winter (Hof 4 a)
2. Marie Elisabeth Eichel * 1671 † 1726 ~ 1694 Leinewebermeister Joh. Müller; ~ 1726
Anna Cath. Müller. Er war Ackermannssohn aus Werkleitz.
3. Johann Conrad Eichel * 1676; –
II. a. Stiefkinder: (1686 ~ Anna geb. Kulmann)
4. Hans Georg Hoppe * 1687; ~ 1718 (7)
5. Magdalena Sophie Hoppe * 1689
6. Johann Christian Hoppe * 1690; Bäckermeister in Salze 1726.
7. Jacob Hoppe * 1693. –
II. b. Hoppe 1708 ~ Wwe Franke
8. Johanne Gertrud * 1709; † 1709.
Des Hans Hoppe 2te Frau hatte einen Sohn Christian Franke (T. R. 1716, 18).

(7) Johann Georg Hoppe * 1687, ~ 1718 Dorothee Luther, des Schafmeisters Tochter. Er ist 1717 „Ackermann“ genannt (= Halbspänner) und Gemeindeschenkwirth.
Er verpachtet und verkauft dann 1723 den Hof 10 an Bertram (8). Im J. 1724 ist J. G. Hoppe noch hier als Schenkwirth; 1728 ist ein anderer Schenkwirth.
Kinder:
1. Johann Christoph * 1719; –
2. Dorothee Gertrud * 1721; –
3. Anna Magdalene * 1723; † 1723.
4. Johann Samuel Heinrich * 1724. –
5. Joachim Christian * 1726.

KV 1726
(8) Halbspänner, Sattler Johann Bertram † 1738 ~ 1723 Esther Susanne Bohde,
Gastwirthstochter aus Hohendodeleben.
Er war der Sohn des Ackermanns Johann Bertram ~ Gertrud … in Löderburg (T. R. 1721, 3). Ob ein Verwandter des Postmeisters J. Bertram in Calbe?

K. V. 1742.
(9) Wwe. Bertram † 1782 geb. Bohde ~ 1739 Johann Caspar Krieg * 1713; † 1785,
Kossathensohn von Hof 11, der nun Halbspänner auf Hof 10 wird.
Kinder: des Johann Bertram und des Caspar Krieg ~ Susanne geb. Bohde:
I. Ehe:
1. Marie Margarethe Bertram * 1724 ~ 1746 Seilermeister Friedrich in Calbe.
2. Anna Marie Bertram * 1727.
3. Catharine Margarethe Bertram * 1728; ~ 1750 Kossath Weise auf Hof 41.
4. toter Sohn * 1732.
5. Johann Gottlieb * 1734 ~ 1762 (10)
6. Samuel Gottfried Bertram * 1737; † 1740.
II. Ehe:
7. Anna Marie Krieg * 1742 ~ 1758 Kossath Schulze (Hof 4 b).

KV 1766.
(10) Halbspänner Johann Gottlieb Bertram * 1734, † 1808, 74 J. alt ~ 1762 Susanne Marie Schulze † 1771, Vollspännertochter aus Förderstedt; ~ 1773 Marie Magdalene Herm, † 1774, Vollspännertochter aus Glöthe; ~ 1774 Marie Catharine Schlüter, † 1809, 56 J. alt,
Halbspännertochter aus Zens.
Kinder:
I. Ehe:
1. Susanne Catharine * 1765; ~ 1786 Jäger, Kossath in Eggersdorf.
2. Marie Christiane * 1767; –
3. Johann Andreas * 1769; Anspänner in Tornitz durch Heirath der Wwe.
Bodenburg in Tornitz 1798.
II. Ehe:
4. toter Sohn * 1774.
III. Ehe:
5. Georg Christian * 1776; ~ 1804 (11)
6. Marie Catherine * 1777 († 1777?)
7. Johann Gottlieb * 1778; Häusler, Handschuhmacher; ~ 1805 Christ. Sophie Wurmann,
Häusler- und Brauertochter; er ist als 1813 verschollen bezeichnet.
8. Andreas Christoph * 1781; † 1846; Tischler; ~ 1810 Braune, Kossathentochter aus
Eggersdorf.
9. Johann Joachim * 1787; † 1787.
10. Catharine Elisabeth * 1787; ~ 1810 Kossath Meinecke in Pömmelte.

KV 1807.
(11) Halbspänner Georg Christian Bertram * 1776, † 1840 ~ 1804 Johanne Catharine Pietscher * 1783, † 1805, des Richters Tochter von Hof 24; ~ 1806 Catharine Elisabeth
Weichert * 1787, † 1872, 85 J. alt, Kossathentochter aus Altenweddingen. Zum Hof gehörten 1807: 73 Mg. Dienstacker
Kinder:
I. Ehe:
1. Johann Daniel * 1804, † 1804.
II. Ehe:
2. Johann Heinrich * 1807; ~ Marie Brennecke † 1881, als Ehefrau des Müllermeisters Joh.
Bertram. Er hatte eine Zeit lang die hiesige Wassermühle und starb bei seiner Tochter in
Giersleben (cf. sub Wassermühle).
3. Andreas Christoph Wilhelm * 1809; † 1809.
4. Johann Andreas Christian * 1810; Kaufmann in Stassfurt.
5. Marie Catharine Elisabeth * 1813, † 1813.
6. Levi Christoph * 1814; ~ 1849 (12)
7. Margarethe Catherine Elisabeth * 1816; ~ 1841 Häusler Tischler Johann Chr. Krüger (im Hause mit der jetzigen Nummer 150); sein Vater Georg Krüger war Kirchvater bis an
seinen Tod 1874.
8. Marie Dorothee Bertram * 1818; ~ 1844 Bäcker Walter in Harzgerode.
9. Friedrich Julius Gottlieb * 1821; † 1914, Kaufmann; ~ 1849 Luise Wilhelmine Auguste
Friederike Krause † 1909, Gastwirthstochter aus Harzgerode. Er hatte 1849 ein
Materialgeschäft im Hause mit der jetzigen Nummer 64 (dessen südlicher Teil) und kaufte
am 24. Juni 1851 das vormals der Wwe. Zickner † 1850 gehörig gewesene Haus mit
Materialwaaren-Geschäft, das jetzt die Hausnummer 105 führt. Er baute das jetzige Haus
um 1870 u. gab später dasselbe seinem Sohn Reinhold Bertram † 1911 ~ Engelbrecht,
indem er seinen Altensitz im Giebel u. Erker dieses Hauses nahm.
1885-1893 war er Ortsvorsteher, in welchem Amte er sich um die Gemeinde große
Verdienste erworben hat. Am 22. November 1899 feierte er in seltener Rüstigkeit die
goldene Hochzeit. Für Ortsarme hat er eine Stiftung bei der Gemeinde gemacht. Er ist ein
einsichtiger Mann und ein christgläubiger Mann. Viele Nachrichten über die vorigen
Zustände im Dorfe verdanke ich ihm. Seine Frau starb wenige Jahre vor der diamantenen
Hochzeit.

(12) Halbspänner Levi Christoph Bertram * 1814, † 1888 ~ 1849 Dorothee Elisabeth Schlüter * 1824, † 1898, Halbspännertochter aus Zens. Er kaufte 1849 das Nagelsche Freigut (Hof 2) mit 15 Morgen Freiacker; ferner das Gehöft 9 1871, das er mit seinem Hofe 10 vereinigte; das jetzige Haus auf Hof 10 bzw. 9 hat er neu gebaut.
In den 60 ger Jahren fuhr er die Post nach Gnadau; Postillion war eine Zeit lang der noch jetzt hier lebende Arbeiter Brugler; die Post-Expedition besorgte damals der Cantor Walter, nachher Kaufmann Krüger (Hof 11); 1873 ist der Postexpedient Schulz erwähnt (St. Reg. 1873, 12)
Kinder:
1. tote Tochter * 1851.
2. toter Sohn * 1852.
3. Christoph Wilhelm Heinrich * 1853, ~ 1886 (13), einziger Erbe.
4. toter Sohn * 1859.
Zum Hof gehörten 1857:
(73 Mg. Dienstacker) = 83 Mg. 51 Quadratruthen
(4 1⁄2 Mg. Wandelacker Wandelacker =dienstfreier und deshalb verkäuflicher Acker; er rührte (aus Freigütern her oder) aus Erbpachtacker von der Domprobstei oder dem Kloster U. l. Fr. in Magdeburg oder dgl. her. – Bertrams Hof 10 hatte dafür Zins zu zahlen nach auswärts = 5 Mg. 131 Quadratruthen.
(vom Nagelschen Gut 15 Mg. Freiacker) = 22 Mg. 80 Quadratruthen
Sa. 111 Mg 82 Quadratruthen.
Christoph Bertram kaufte nach 1880 (bzw. Abbruch des Spielhauses =Nr. 35) den südlich von seinem Gehöft (Nr. 10 u. 9) gelegenen Teil des freien Platzes von der Gemeinde, der 1909/10 umfriedet wurde.

(13) Ökonom Christoph Heinrich Wilhelm Bertram * 1853, † 1914 (Oktober) ~ 1886 Marie
Dorothee Rosamunde Kost † 1911, Ökonomentochter aus Gr. Rodenleben.
Kinder:
1. Christoph Andreas Wilhelm * 1894; Landwirt, Kriegsteilnehmer 1914. (14)
Um 1902 kaufte Wilhelm Bertram auf Hof 10 122 Morgen Acker von der Grube Alexander
Carl, nachdem diese eingegangen war (= von den vereinigten chemischen Fabriken zu
Leopoldshall) (= Acker des Hofes 18).
Gegenwärtig hat W. Bertram einen großen Teil seines Ackers nicht in eigener Bewirthschaftung, sondern hat ihn in Parzellen an hiesige Einwohner verpachtet. Die alte Bauerntracht, welche in meiner Abhandlung „Aus Grossmühlingens Vergangenheit 1903“ auf S. 45 abgebildet ist, fand sich im Bertramschen Hause. Sie ist inzwischen im Magdeburger Museum für Heimatskunde aufgestellt, jedoch hat sich W. Bertram das
Eigentumsrecht daran vorbehalten. Er hat sie später von dort zurückgeholt.
Das Gehöft mit der jetzigen Haus-Nummer 30 hat Wilhelm Bertram um 1900 von der Wittwe Pösel gekauft und restauriren lassen; es wird seitdem von Arbeiterfamilien W. Bertrams bewohnt.
Das auf dem Hof 2 von ihm neu erbaute Haus ist z. Z. vermiethet.
Vor dem alten Hause von Hof 10 lag von je her ein kleines Gärtchen (cf. Separat.-Karte).
Wilh. Bertram bzw. sein Vater kaufte nach Abbruch des Spielhauses (=Nr. 35) einen großen
Teil des freien Platzes vor seinem Gehöft 10 (bzw. 9) an. Im Jahre 1910 hat er hier einen
Garten angelegt, den er hoch umfriedigen ließ mit Mauer u. eisernem Gitter.
(14) Ökonom Andreas Wilhelm Bertram * 1894; 1918 als Lieutnant d. R. aus dem Kriege
gesund heimgekehrt. Besitzer. Ackerbesitz 1919: 57,65 ha. Das Hoftor zwischen Hof 10 u. 11 wurde 1923 zugemauert.
Wilhelm Bertram ~ 1920 Helma Niemann, Ökonomentochter aus Zens.
Kinder:
1. Ingeborg * 1922.

 

Die Ergänzungen der Familiengeschichte der einzelnen Besitzer nach dem Ende der Aufzeichnungen Friedrich Looses bis zur Gegenwart finden Sie im pdf-Dokument zum Hof. Auf dieser Seite oben.

 

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